Examensarbeit, 2016
69 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
1.1 Thema
1.2 Quellenlage und Forschungslage
1.3 Aufbau
2 Reichsstadt Ulm
2.1 Neues politisches Verhältnis unter Karl V.
2.1.1 Steueramt
2.2 Zunft
2.2.1 Weberzunft
2.2.2 Ausfuhrpolitik: Die Garnsperre
2.2.3 Ulmer Bäckerzunft
2.2.4 Herstellung und Qualitätskontrolle der Backwaren
2.3 Zölle
2.3.1 Exkurs: Handel und Verkehr mit dem Schiff
2.4 Ulm im Dreißigjährigen Krieg
2.4.1 Leinwandweberei während des Dreißigjährigen Krieges
3 Reichsstadt Esslingen
3.1 Bevölkerung
3.2 Zünfte und der Rat
3.3 Esslinger Gewerbe und Handel
3.3.1 Weinhandel
3.3.2 Salzhandel
3.4 Esslingen und Württemberg
3.5 Esslingen im Dreißigjährigen Krieg
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirtschaftsleben in den süddeutschen Reichsstädten Ulm und Esslingen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert mit dem Ziel, Unterschiede in der Wirtschaftspolitik und den Einfluss von Zünften sowie Auswirkungen kriegerischer Ereignisse herauszuarbeiten.
2.2.1 Weberzunft
Im Jahre 1587 repräsentierte die Weberzunft mit 421 Webern das stärkste Handwerk der Stadt, die um 1700 noch 400 Weber umfasste. 1750 waren es noch 325, 1775 nur noch 275 und letztendlich ist ihre Zahl zu Beginn der 1780 Jahre auf nur noch ca. 200 Meister zurückgegangen. Die Weberzunft beschäftigte sich ausschließlich mit der kontrollierten Leinenproduktion. Der Rat überwachte die Qualität durch strenge Kontrollen, um den vorzüglichen Ruf der Ulmer Leinwand aufrechtzuerhalten und zu gewährleisten, der durch ein besonderes Gütersiegel, den Ulmer Stampf, dokumentiert wurde. Diese Qualitätskontrolle hatte für die Weber auch Nachteile, denn wenn sie die Vorschriften für ein Gewebe nicht einhalten konnten, wurde es rigoros zerschnitten. Die Weber formulierten diesbezüglich den Vorschlag, die zurückgewiesenen Tuche zumindest als Ware zweiter Qualität verkaufen zu dürfen. Dies Ansinnen lehnte der Rat ab, da er die Ansicht vertrat, dass sonst der gute Ruf der Ulmer Leinwand geschädigt werden könnte. Die Leinenweber konnten sich dennoch nicht über den Absatz beklagen.
Für die Herstellung von Leinengarn benötigt man Flachs. Dieser wurde im gesamten Ulmer Gebiet in beträchtlicher Menge angepflanzt, vor allem geschah das auch durch den „lebhaften Anbau in den Riedzaunorten rechts der Donau wie auf der rauhen Alb“. Anschließend wurde der Flachs verarbeitet und zu Garn gesponnen, um das Leinen auf dem Ulmer Garnmarkt anbieten zu können. Im 18. Jahrhundert, und zwar vorwiegend in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurde die Lage auf dem Garnmarkt kritisch, da nicht so viele Rohstoffe zur Verfügung standen, wie benötigt wurden. Der Grund dafür waren zum einen die überhöhte Ausfuhr des Garns in die Schweiz und zum anderen die Belieferung der Weber mit Garn.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung, die Auswahl der beispielhaften Reichsstädte Ulm und Esslingen sowie die methodische Herangehensweise zur Analyse ihrer wirtschaftlichen Situation.
2 Reichsstadt Ulm: Dieses Kapitel behandelt detailliert die politischen Strukturen unter Karl V., die Entwicklung der Zünfte, das Zollwesen und die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die lokale Wirtschaft.
3 Reichsstadt Esslingen: Hier wird der Fokus auf die Bevölkerungsentwicklung, die Zunftpolitik im Verhältnis zum Rat, spezifische Handelszweige sowie die schwierige Beziehung zum Herzogtum Württemberg gelegt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Wirtschaftsleben der beiden Städte zusammen und bewertet die Auswirkungen der politischen Entscheidungen sowie kriegerischer Ereignisse auf deren langfristige wirtschaftliche Entwicklung.
Reichsstadt, Ulm, Esslingen, Wirtschaftsleben, Zünfte, Rat, Leinwandhandel, Garnmarkt, Dreißigjähriger Krieg, Zollwesen, Württemberg, Handwerk, Handelsstadt, Wirtschaftspolitik, Steueramt.
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zunftverfassung der süddeutschen Reichsstädte Ulm und Esslingen im Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert.
Zentral sind die Auswirkungen staatlicher und zünftischer Wirtschaftspolitik, die Bedeutung von Handelswegen und Zöllen sowie die sozioökonomischen Folgen von Kriegen und Krisen auf diese Städte.
Das Ziel ist es, die Unterschiede im Wirtschaftsleben der beiden Städte herauszuarbeiten, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Größe und politischen Abhängigkeiten.
Die Untersuchung basiert auf einer fundierten Auswertung von Sekundärliteratur und zeitgenössischen Quellen wie Steuerbüchern, Ratsprotokollen und Handwerksordnungen.
Behandelt werden unter anderem die politische Reorganisation unter Karl V., die Regulierung der Textilproduktion (Weberzunft), die Lebensmittelversorgung (Bäckerzunft), das Zollwesen und die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Reichsstadt, Zunftwesen, Handel, Wirtschaftspolitik und Stadtgeschichte gekennzeichnet.
Württemberg übte durch eine restriktive Blockade- und Einverleibungspolitik massiven wirtschaftlichen und psychologischen Druck auf Esslingen aus und schränkte deren Handelsautonomie erheblich ein.
Während Ulm aufgrund seiner starken Festungsanlagen direkte Kriegseinwirkungen weitgehend vermeiden konnte, überstand Esslingen den Krieg durch eine geschickte, wenngleich unter Druck stehende diplomatische Schaukelpolitik.
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