Magisterarbeit, 2004
119 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Die Rolle der Frau zur Zeit des Fin de siècle
1.1. Geschlechterrollen im traditionellen Judentum
1.2. Die jüdische Frau im Bürgertum
1.3. Berta Pappenheim und der JFB
1.4. Von Arthur Schopenhauer zu Otto Weininger: Misogynie in der deutschen und österreichischen Gesellschaft
1.5. Die Begriffe der femme fatale, femme fragile und des süßen Mädels in der Literatur
1.6. Historischer Exkurs über die Stellung der bürgerlichen Frau und Arthur Schnitzlers Gesellschaftskritik
2. Motivik in Arthur Schnitzlers erzählerischem Werk
2.1. Das Motiv des Eros
2.2. Das Motiv der Ehe
2.2.1. Die Ehe bei jüdischen Frauen
2.3. Das Motiv von Beruf und Bildung
2.4. Das Motiv der Musik
2.5. Das Motiv des Sterbens und des Todes
2.5.1. Die „Allmacht der Gedanken“
3. Die Rolle der Frau in Schnitzlers erzählerischem Werk
3.1. Frau Berta Garlan: Unterdrückter Eros vs. bürgerliche Doppelmoral
3.1.1. Ehe – Mutterschaft – Witwe. Das Schicksal der Berta Garlan
3.1.2. Berta Garlan und die Musik
3.1.3. Unterdrückter Eros oder Bertas Liebesillusion
3.1.4. Die erlebte Rede als stilistisches Mittel der Erzählung
3.1.5. Schnitzlers Blick hinter die Fassade: Kleinbürgerliche Doppelmoral
3.2. Der Weg ins Freie: Erste Emanzipationsversuche
3.2.1. Anna und Georg oder Eine verhängnisvolle Affäre
3.2.1.1. Georg von Wergenthin: Ein Künstler als der „impressionistische Typus“
3.2.1.2. Anna Rosner: Opfer der Leidenschaft
3.2.2. Therese Golowski und Else Ehrenberg. Jüdische Frauenbiographien?
3.2.2.1. Therese Golowski, die sinnliche Freiheitskämpferin
3.2.2.2. Else Ehrenberg: Kühler Kopf aus gutem Hause
3.2.3. Die alte und die neue Zeit: Der Impressionismus als Werteverfall?
3.2.4. Schnitzlers Emanzipationsbestrebungen. Auf zu neuen Ufern?
3.3. Dr. Gräsler, Badearzt: Frauenfiguren im Spiegel eines impressionistischen Egozentrikers
3.3.1. Dr. Gräsler. Studie eines schwachen Helden
3.3.2. Die Frauenfiguren um Gräsler: Sabine, Katharina und Witwe Sommer
3.3.3. Friedericke: Eine eigenständige Frau
3.3.4. Resümee: Weibliche Typen mit Entwicklungspotential
3.4. Fräulein Else: Die höhere Tochter als Opfer bürgerlichen Rollenzwangs
3.4.1. Die höhere Tochter als „Prostituierte“?
3.4.2. Der Fall Frl. E. – Hysterie als gesellschaftliches Phänomen?
3.4.3. Sehen und Gesehen werden. Das Verlangen von Fräulein Else
3.4.4. Entblößung und Suizid als emanzipatorischer Akt?
3.5. Traumnovelle. Der Sieg der Frau über den Mann?
3.5.1. Albertine, die Überlegene
3.5.2. Marianne, die Verliererin
3.5.3. Mizzi, Pierrette und die maskierte Frau: Opfer bürgerlicher Sexualmoral
3.5.4. Der Duft der Frauen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Frau in ausgewählten Erzählungen von Arthur Schnitzler vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und soziologischen Umstände der Wiener Moderne und des Fin de siècle. Ziel ist es, Schnitzlers kritische Auseinandersetzung mit den patriarchalischen Strukturen und der Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft sowie die Möglichkeiten und Grenzen weiblicher Emanzipation in seinem Werk aufzuzeigen.
Die Rolle der Frau zur Zeit des Fin de siècle
Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Rolle der Frau in Arthur Schnitzlers erzählerischem Werk befassen. Um ein besseres Verständnis für die Thematik zu erzielen, ist es sinnvoll, zunächst die reale Situation der Frau zu Schnitzlers Zeit zu untersuchen, um seine Prägung, bzw. seine Motivation für die Positionierung der Frau und die Erstellung der weiblichen Charaktere zu erkennen. Wie war die Situation der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft? Welche Möglichkeiten hatte sie in den Bereichen Bildung und Beruf? Zudem sollen einige Begrifflichkeiten geklärt werden, die in Arthur Schnitzlers Werk von Bedeutung waren. Auch die Grundstimmung seiner Zeit, geprägt z. B. von dem jüdischen Philosophen Otto Weininger und seinem Werk Geschlecht und Charakter, das die Misogynie in der österreichischen Gesellschaft begünstigte, die besondere Situation der jüdischen Frau im Bürgertum oder die Anfänge des Feminismus, mitbegründet von Berta Pappenheim oder Organisationen wie dem jüdischen Frauenbund, sind dafür von Bedeutung.
Einleitung: Einführung in die Themenstellung, die Bedeutung Schnitzlers als Autor der Wiener Moderne und die Einordnung der Situation der Frau um die Jahrhundertwende.
1. Die Rolle der Frau zur Zeit des Fin de siècle: Untersuchung der historischen Gegebenheiten, der jüdischen Tradition, der Rolle der Frau im Bürgertum und der zeitgenössischen Einflüsse von Schopenhauer und Weininger auf das Frauenbild.
2. Motivik in Arthur Schnitzlers erzählerischem Werk: Analyse der für das erzählerische Werk zentralen Motive, insbesondere Eros, Ehe, Beruf, Bildung, Musik und Tod, und ihre Bedeutung für die weiblichen Figuren.
3. Die Rolle der Frau in Schnitzlers erzählerischem Werk: Detaillierte Untersuchung spezifischer Erzählungen, in denen Schnitzler die Konventionen und das Schicksal seiner Protagonistinnen als Spiegel der Gesellschaftskritik am Bürgertum darstellt.
Arthur Schnitzler, Wiener Moderne, Fin de siècle, Frauenbild, Emanzipation, Doppelmoral, Bürgertum, Judentum, Psychoanalyse, Geschlechterrollen, Feminismus, Literaturanalyse, Erotik, Hysterie.
Die Hausarbeit analysiert die Darstellung der Frau in Arthur Schnitzlers Erzählungen und untersucht, wie der Autor die soziale und sexuelle Situation der Frau im Kontext der österreichischen Gesellschaft um 1900 reflektiert.
Zu den zentralen Themen gehören die bürgerliche Doppelmoral, die Rolle der Frau als Ehefrau und Mutter, die Auswirkungen von Bildung und Beruf auf die weibliche Identität sowie die psychologische Tiefe weiblicher Figuren.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schnitzler durch seine Frauenfiguren die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit kritisiert und welche Emanzipationsversuche er seinen Charakteren zugesteht.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse ausgewählter Erzählungen, unterstützt durch historische und soziologische Kontexte sowie tiefenpsychologische Ansätze, die den Diskurs der Zeit einbeziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine motivgeschichtliche Analyse und eine detaillierte Interpretation von fünf zentralen Erzählungen: Frau Berta Garlan, Der Weg ins Freie, Dr. Gräsler, Badearzt, Fräulein Else und Traumnovelle.
Die wichtigsten Begriffe sind Arthur Schnitzler, Wiener Moderne, Doppelmoral, Emanzipation, Geschlechterrollen und Psyche.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass das Judentum bei Schnitzler eine eher soziologische Rolle spielt und die Assimilationsbemühungen sowie die spezielle Stellung der jüdischen Frau im Spannungsfeld von Antisemitismus und bürgerlicher Anpassung beleuchtet werden.
Musik wird als "Ersatz" für die verwehrte Bildung und berufliche Entfaltung der Frau analysiert, dient jedoch bei Schnitzlers Heldinnen oft nur als Ventil für unterdrückte Leidenschaften und steht in engem Zusammenhang mit dem Motiv des Eros.
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