Diplomarbeit, 2004
147 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Das Problem
1.2. Der Aufbau der Diplomarbeit
2. Der Begriff der Entscheidung
3. Eine geschichtliche Einordnung
4. Eine systematische Einordnung
5. Die Komponenten des Entscheidungsproblems
5.1. Alternativen
5.2. Attribute
6. Die Merkmale des Entscheidungsproblems
7. Die Informationsverarbeitung als Basis der Entscheidungsfindung
7.1. Die Information und ihre Dimensionen
7.2. Die optimale Menge von Informationen
7.3. Kognitive Fähigkeiten als Basis der Informationsverarbeitung
7.4. Die Schritte der Informationsverarbeitung
7.5. Der Selektionsmechanismus der Informationswahrnehmung
7.6. Informationsverarbeitungsmodelle
7.6.1. Die Strukturmodelle der Informationsverarbeitung
7.6.2. Die Prozessmodelle der Informationsverarbeitung
7.7. Automatische Informationsverarbeitungsprozesse
7.8. Die Informationsdarstellung
7.8.1. Die Entscheidungstabelle
7.8.2. Die Entscheidungsmatrix
7.8.3. Die Informations-Display-Matrix
8. Die Entscheidungsstrategien
8.1. Charakteristische Eigenschaften von Entscheidungsstrategien
8.1.1. Implizite vs. explizite Bewertungen
8.1.2. Kompensatorische vs. nicht kompensatorische Entscheidungsstrategien
8.1.3. Konsistente vs. selektive Entscheidungsfindung
8.1.4. Konjunktive vs. disjunktive Entscheidungsstrategien
8.1.5. Vollständige vs. unvollständige Informationsverarbeitung
8.1.6. Alternativenweise vs. attributsweise Informationsverarbeitung
8.1.7. Bewertungsmodus
8.2. Überblick über die wichtigsten Entscheidungsstrategien
8.2.1. Die linear-additive Entscheidungsstrategie
8.2.2. Die Erwartungswert- und Erwartungsnutzenstrategie
8.2.3. Die Heuristik der gleichen Werte
8.2.4. Die Dominanzheuristik
8.2.5. Die Satisficing Heuristik
8.2.6. Die lexikographische Ordnungsheuristik
8.2.7. Die sequentielle Eliminationsheuristik
8.2.8. Die Majoritäts-Heuristik
8.2.9. Die additive Differenzheuristik
8.2.10. Die Heuristik der Frequenz von guten und schlechten Attributen
8.2.11. Die Maximin-Heuristik
8.2.12. Die Maximax-Heuristik
8.2.13. Kombinierte Entscheidungsstrategien
8.2.14. Andere Heuristiken
9. Die Rationalität in der Ökonomie und in der Psychologie
9.1. Überblick über vier verschiedene Rationalitätskonzepte
9.2. Detaillierte Diskussion der vier Rationalitätskonzepte
9.2.1. Rationalität in der klassischen Ökonomie
9.2.1.1. Die Axiome aus der klassischen Ökonomie
9.2.1.2. Die vollständige Informationsverarbeitung und –anpassung
9.2.1.3. Die Nutzenmaximierung als Maxime rationalen Entscheidens
9.2.2. Begrenzte Rationalität
9.2.2.1. Die Hauptkritikpunkte am Rationalitätsverständnis der klassischen Ökonomie
9.2.3. Adaptive Rationalität
9.2.3.1. Der Anstrengungs-Genauigkeits-Rahmen adaptiven Entscheidungsverhaltens
9.2.3.2. Die Einflussfaktoren adaptiven Entscheidungsverhaltens
9.2.3.3. Die Wahl einer rationalen Entscheidungsstrategie
9.2.4. Intelligenz und Rationalität
9.2.4.1. Das Intelligenzverständnis nach Gardner
9.2.4.2. Das Intelligenzverständnis nach Sternberg
9.3. Mein Konzept rationaler Entscheidungen
9.3.1. Kritik am Konzept der adaptiven Rationalität
9.3.2. Rationale Entscheidungen aus meiner Perspektive
10. Methode
10.1. Untersuchungsdesign
10.2. Stichprobe
10.3. Vorgehen
10.4. Speicherung der Ergebnisse
10.5. Auswertung der Ergebnisse
10.5.1. Abhängige Variablen
10.5.2. Unabhängige Variablen
10.5.3. Hypothesen
10.5.3.1. Generelle Hypothesen
10.5.3.2. Situationsbezogene Hypothesen
10.5.3.3. Personenbezogene Hypothesen
10.5.3.4. Interaktionsbezogene Hypothese
10.6. Ergebnisse
10.6.1. Generelle Hypothesen
10.6.2. Situationsbezogene Hypothesen
10.6.3. Personenbezogene Hypothesen
10.6.4. Interaktionsbezogene Hypothese
10.7. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht Kaufentscheidungsprozesse in Abhängigkeit von der kognitiven Verarbeitungsfähigkeit (Intelligenz) von Konsumenten. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss der kognitiven Kapazitäten auf das Entscheidungsverhalten unter verschiedenen Komplexitätsgraden von Kaufsituationen zu analysieren und zu klären, inwiefern intelligentere Akteure rationalere Entscheidungsstrategien wählen.
7.1. Die Information und ihre Dimensionen
Der Informationsbegriff wird in der Literatur genauso unterschiedlich aufgefasst, wie die, der Informationsverarbeitung zugrunde liegenden kognitiven Prozesse. Garner beispielsweise sieht den Informationsbegriff sehr weit und beschreibt Information als „[...] das, was wir erhalten, wenn uns eine Person oder eine Maschine etwas mitteilt, was wir vorher nicht gewusst haben.“ Kroeber-Riel dagegen versteht unter Information die „[...] kognitive Repräsentation eines Reizes.“ Genauer setzt sich Kuhlmann mit dem Informationsbegriff auseinander, indem er zwischen Signal, Nachricht und Information unterscheidet. Signale (Buchstaben, Ziffern, Laute) dienen der Übertragung und Speicherung von Nachrichten und können physikalisch wahrgenommen werden. Die Kombination solcher Signale ergibt dann eine Nachricht, die die Aufgabe hat, Wahrnehmungen, Meinungen und Willensäußerungen zu übertragen und zu konservieren. Hat eine Nachricht einen genau definierten Zweck, so wird sie als Information bezeichnet. Unter diese Kategorisierung fallen auch Werbebotschaften mit dem Zweck der zielgerichteten Beeinflussung der Konsumenten.
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach den psychologischen Faktoren von Kaufentscheidungen und stellt die zentralen theoretischen Konzepte vor.
2. Der Begriff der Entscheidung: Erläutert die Grundlagen von Entscheidungsprozessen und die Rolle des Entscheiders in verschiedenen Situationen.
3. Eine geschichtliche Einordnung: Beschreibt die Ursprünge der Entscheidungsforschung im Utilitarismus und der mathematischen Wahrscheinlichkeitstheorie.
4. Eine systematische Einordnung: Differenziert zwischen präskriptiver und deskriptiver Entscheidungstheorie als zentrale Forschungsansätze.
5. Die Komponenten des Entscheidungsproblems: Analysiert die Basiselemente eines Entscheidungsproblems, insbesondere Alternativen und Attribute.
6. Die Merkmale des Entscheidungsproblems: Diskutiert Einflussfaktoren wie Labor- versus Feldbedingungen und die Komplexität des Entscheidungstyps.
7. Die Informationsverarbeitung als Basis der Entscheidungsfindung: Erörtert die kognitiven Voraussetzungen, Modelle und Methoden der Informationsaufnahme und -darstellung.
8. Die Entscheidungsstrategien: Bietet einen detaillierten Überblick über kompensatorische und nicht kompensatorische Entscheidungsheuristiken.
9. Die Rationalität in der Ökonomie und in der Psychologie: Vergleicht Konzepte der klassischen Ökonomie mit begrenzter und adaptiver Rationalität unter Einbeziehung der Intelligenz.
10. Methode: Dokumentiert das experimentelle Untersuchungsdesign, die Stichprobenwahl und die Auswertung mittels statistischer Variablen.
Kaufentscheidung, Informationsverarbeitung, Kognitive Kapazität, Intelligenz, Entscheidungsheuristiken, Adaptive Rationalität, Informations-Display-Matrix, Nutzenmaximierung, Komplexität, Entscheidungsgenauigkeit, Entscheidungsverhalten, Konsumentenpsychologie, Rationalitätskonzepte.
Die Arbeit untersucht, wie Konsumenten Kaufentscheidungen treffen und welchen Einfluss ihre kognitive Verarbeitungsfähigkeit bzw. Intelligenz dabei spielt.
Die Untersuchung bewegt sich primär im Schnittfeld zwischen Markt- und ökonomischer Psychologie sowie verhaltenswissenschaftlich geprägter Ökonomie.
Es soll empirisch geklärt werden, ob sich Personen mit unterschiedlichem Bildungsstand (Studenten vs. Berufsschüler) bei komplexen Entscheidungen verschiedener Strategien bedienen.
Es handelt sich um eine empirische Laboruntersuchung, in der Probanden mittels einer computergestützten Informations-Display-Matrix unterschiedliche Kaufszenarien durchlaufen.
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Informationsverarbeitung, verschiedene Entscheidungsmodelle sowie die Diskussion der Rationalität in der Ökonomie und Psychologie ab.
Zentrale Begriffe sind Kaufentscheidung, Entscheidungsheuristiken, adaptive Rationalität und kognitive Ressourcen.
Die Arbeit operationalisiert Intelligenz über den Grad der Formalbildung der Probanden und setzt diese als kognitive Kapazität in Beziehung zur Wahl effizienter Entscheidungsstrategien.
Zeitdruck fungiert als Variable zur Komplexitätserhöhung, um zu testen, ob Probanden bei knappen Ressourcen ihre Informationsverarbeitung selektiver gestalten und auf einfachere Heuristiken ausweichen.
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