Magisterarbeit, 2004
114 Seiten, Note: 2,3
1) Einleitung
2) „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“
2.1) Das Doku-Drama von Breloer und Königstein
2.2) Die Erzählstrukturen im Film
2.2.1) Fokussierung und Multiperspektivität
2.2.2) Die Erzählerin Elisabeth Mann-Borgese
2.3) Die Authentizität im Doku-Drama
2.3.1) Interview und Gespräch
2.3.2) Biographisches Erzählen
2.3.3) Familienerzählung und Erzählung sozialer Geschichten
3) Die Figurenentwicklung im Film
3.1) Die Figurenkonstellation
3.2) Die Figurenkonfiguration
3.3) Die Figurenkonzeption
3.4) Die Handlungsträger und die Akzeptanz der Figuren
3.4.1) Zum Verhältnis von Figur und Rezipient
3.4.2) Zum Verhältnis von Figur und Darsteller
4) Die Darstellung der Nebenrollen
4.1) Zur Struktur des Films „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“
4.2) Heinrich Mann – Der Antiheld
4.2.1) Die Figur des Bruders und seine Darstellung im Film
4.2.2) Der politische Bruderzwist
4.2.3) Das Werk Heinrich Manns im Film
4.2.4) Heinrich versus Thomas
4.2.5) Die Rolle Nellys
4.2.6) Resümee zu Heinrich Mann
4.3) Klaus Mann – Im Schatten des Vaters
4.3.1) Homosexualität, Drogen und Selbstmord
4.3.1.2) Klaus und Heinrich
4.3.2) Vater-Sohn-Konflikt und die Auseinandersetzung zweier Schriftsteller
4.3.3) Klaus und Erika
4.3.4) Resümee zu Klaus Mann
4.4) Erika Mann – Die treue Tochter
4.4.1) Der Vater-Tochter-Komplex
4.4.2) Die älteste Tochter – weibliches Pendant zu Klaus?
4.4.3) Die Künstlerin Erika
4.4.4) Die Sekretärin des Vaters
4.4.5) Resümee zu Erika Mann
5) Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Heinrich, Klaus und Erika Mann im Doku-Drama „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ von Heinrich Breloer. Ziel ist es, die filmischen Erzählstrukturen und deren Einfluss auf die Charakterzeichnung der Familienmitglieder im Kontext der zentralen Mittelpunktsfigur Thomas Mann zu untersuchen.
Die Darstellung von Heinrich, Klaus und Erika Mann in Heinrich Breloers „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“
Wir arbeiten für das Fernsehen, weil wir dieses Medium lieben. Man kann Menschen besuchen und darf sie in aller Ausführlichkeit erzählen lassen. Und viele andere können teilhaben an diesen Entdeckungen. Manchmal scheint es fast, als hätten die Menschen, die wir um ihre Geschichten baten, nur darauf gewartet, endlich zu ihrem Leben befragt zu werden.
Den Erinnerungsbildern versuchen wir eine inszenierte Entsprechung zu geben. Diese besondere Form der Montage von Dokument und Inszenierung hatten wir beim „Beil von Wandsbek“ zum ersten Mal ausprobiert. Die faszinierende Möglichkeit dieser modernen Erzählform eines offenen Fernsehspiels haben uns seitdem nicht mehr losgelassen – die Geschichte von gestern in der Gegenwart weiterspielen zu lassen. Im Film konnte man die Geschichte auf verschiedenen Ebenen erzählen und dabei in einem einzigen gegenwärtigen Zeitfluss bleiben.
So nähern wir uns den Subtexten, den Geheimnissen und auch dem Widersprüchlichen. So entstehen Erzählungen, bei denen das Schweigen und die Art des Erzählens keine geringere Rolle spielen als die inhaltlichen Aussagen(…). (Heinrich Breloer: Die Manns)
1) Einleitung: Zusammenfassung des Untersuchungsgegenstandes und der methodischen Herangehensweise an den Film als literaturwissenschaftlich analysierbaren Text.
2) „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“: Untersuchung der spezifischen Doku-Drama-Struktur, der Erzählperspektiven und der Authentizitätskriterien in Breloers filmischer Rekonstruktion.
3) Die Figurenentwicklung im Film: Anwendung dramentheoretischer Konzepte auf die filmische Figurenkonstellation und -konzeption zur Analyse der familiären Rollenverteilung.
4) Die Darstellung der Nebenrollen: Detaillierte Analyse der Darstellung von Heinrich, Klaus und Erika Mann unter besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehung zu Thomas Mann.
5) Schlussbetrachtung: Kritische Reflexion der Ergebnisse über die filmische Vereinfachung und die daraus resultierende Wirkung auf die Rezeption der porträtierten Künstlerfamilie.
Familie Mann, Heinrich Breloer, Doku-Drama, Thomas Mann, Heinrich Mann, Klaus Mann, Erika Mann, Figurenanalyse, Erzählstrukturen, Authentizität, Fernsehfilm, Literaturverfilmung, Familiengeschichte, Filmbiographie, Multiperspektivität
Die Arbeit untersucht, wie Heinrich Breloer in seinem Doku-Drama „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ die Familienmitglieder Heinrich, Klaus und Erika Mann filmisch darstellt und welche Erzählstrategien er dabei anwendet.
Im Zentrum stehen die Erzählstrukturen des Doku-Dramas, die Figurenentwicklung nach dramentheoretischen Aspekten sowie die Frage, wie durch filmische Mittel ein spezifisches Bild dieser Künstlerfamilie konstruiert wird.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Fokussierung auf Thomas Mann als Mittelpunktsfigur die Darstellung der anderen Familienmitglieder beeinflusst und welche Bedeutung diese Subjektivität für die Zuschauerrezeption hat.
Die Autorin nutzt literaturwissenschaftliche Erzähltheorien und die Dramentheorie von Manfred Pfister, um diese auf den audiovisuellen Korpus des Films zu übertragen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der filmischen Form sowie eine konkrete Untersuchung der Figurenkonstellation und der spezifischen Darstellung von Heinrich, Klaus und Erika Mann.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doku-Drama, Authentizität, Figurenanalyse, Multiperspektivität und Familiengeschichte definiert.
Laut der Arbeit wird Heinrich Mann oft in der Rolle des Antihelden oder als Kontrastfigur zu Thomas Mann dargestellt, wobei seine politische und literarische Bedeutung zugunsten dieser Polarisierung im Film häufig verkürzt wird.
Die Arbeit analysiert diesen Vater-Sohn-Konflikt als ein komplexes Spannungsfeld, in dem Klaus Mann zeitlebens mit dem Erfolgsdruck und der väterlichen Distanz kämpft, was sich in seiner Drogenabhängigkeit und Suche nach Anerkennung widerspiegelt.
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