Diplomarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1,7
1 Kurzfassung
2 Einleitung und Problemstellung
2.1 Modelle des Kurswahlverhaltens
2.1.1 Erwartungs-Wert-Modell
2.1.2 Modell der Selbstwirksamkeit
2.1.3 Geschlechtsunterschiede
2.2 Motive bei der Kurswahl
2.3 Prüfungsangst
2.3.1 Operationalisierung der Prüfungsangst
2.3.2 Geschlechtsunterschiede bei der Prüfungsangst
2.4 Selbstkonzept
2.4.1 Struktur des Selbstkonzeptes
2.4.2 Kognitive Einschätzung der eigenen Fähigkeiten
2.4.3 Geschlechtsunterschiede
2.5 Selbstwirksamkeitserwartungen
2.5.1 Dimensionen der Selbstwirksamkeitserwartungen
2.5.2 Operationalisierung der Selbstwirksamkeitserwartungen
2.5.3 Geschlechtsunterschiede
2.6 Schulbezogene Selbstwirksamkeit
2.7 Das geschlechtsspezifische Selbstkonzept
2.7.1 Das biologische Geschlecht als Kategorie
2.7.2 Geschlechtsrollenidentität
2.8 Einschätzung der Schulfächer nach Geschlechtstypik
2.9 Herleitung der Fragestellung und Hypothesen
3 Methoden
3.1 Versuchspersonen
3.2 Durchführung
3.3 Erhebungsinstrument
3.4 Unabhängige und abhängige Variablen
3.5 Auswertungsverfahren
4 Ergebnisse
4.1 Geschlechtsunterschiede bei der Leistungskurswahl
4.1.1 Geschlechtsunterschiede bei einzelnen Fächern
4.1.2 Geschlechtsunterschiede bei der Leistungskurskombination
4.2 Geschlechtsunterschiede bei der Prüfungsangst
4.2.1 Geschlechtsheterogene Items der Aufgeregtheit
4.2.2 Geschlechtsheterogene Items der Besorgtheit
4.2.3 Geschlechtsheterogene Items des Mangel an Zuversicht
4.2.4 Geschlechtsheterogene Items der Interferenz
4.3 Geschlechtsunterschiede bei der schulspezifischen Selbstwirksamkeit
4.4 Leistungskurswahl in Abhängigkeit von der Geschlechtsrollenidentität
4.4.1 Die Leistungskurswahl androgyner Versuchspersonen
4.4.2 Die Leistungskurswahl maskuliner Versuchspersonen
4.4.3 Die Leistungskurswahl femininer Versuchspersonen
4.4.4 Die Leistungskurswahl indifferenter Versuchspersonen
4.5 Die Einschätzung der Geschlechtstypik von Schulfächern
4.5.1 Die Einschätzung der Geschlechtstypik von Schulfächern nach biologischem Geschlecht
4.5.2 Die Einschätzung der Geschlechtstypik von Schulfächern nach psychologischem Geschlecht
4.6 Prüfungsangst in Abhängigkeit vom psychologischen Geschlecht
4.6.1 Prüfungsangst bei Androgynen
4.6.2 Prüfungsangst bei Maskulinen
4.6.3 Prüfungsangst bei Femininen
4.6.4 Prüfungsangst bei Indifferenten
4.6.5 Prüfungsangstkomponenten für biologisches und psychologisches Geschlecht
4.7 Zusammenhang zwischen schulspezifischer Selbstwirksamkeit und psychologischem Geschlecht
5 Diskussion und Interpretation
5.1 Erster Hypothesenkreis
5.2 Zweiter Hypothesenkreis
5.3 Methodische Anmerkungen
6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen biologischem Geschlecht, psychologischem Geschlecht (Geschlechtsrollenidentität) und verschiedenen schulischen Variablen in der 11. Jahrgangsstufe. Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie diese Geschlechtsfaktoren die Leistungskurswahl, die Ausprägung von Prüfungsangst sowie die schulspezifische Selbstwirksamkeit beeinflussen.
Die Operationalisierung der Geschlechtsrollenorientierung
Zur empirischen Evaluation der Maskulinität und Femininität entwickelte Bem den Bem Sex Role Inventory (BSRI, Bem, 1974) und die Forschergruppe um Spence ein weiteres Messinstrument, den Personal Attributes Questionnaire (PAQ, Spence et al., 1975; Spence & Helmreich, 1978). Während die Items des BSRI mit dem biologischen Geschlecht assoziierte Persönlichkeitseigenschaften unterschiedlicher sozialer Erwünschtheit für die Dimensionen Maskulinität und Femininität enthalten, enthält der PAQ ausschließlich sozial erwünschte Eigenschaften und misst deren Ausprägung. Obwohl Spence und Bem verschiedener Ansicht über die Bedeutung der Androgynie sind und bei der Itemauswahl unterschiedliche Kriterien zugrunde legten, korrelieren PAQ und BSRI in den Hauptskalen recht hoch miteinander (M-Skalen durchschnittlich r = .84, F-Skalen durchschnittlich r = .69, s. Bierhoff-Alfermann, 1989).
Ein weiterer Hinweis darauf, dass die beiden Messinstrumente inhaltlich ähnliche Konstrukte messen, ist auch der Nachweiß der Übereinstimmung ihrer faktoriellen Struktur, der Lubinsky, Tellegen & Butcher 1983 gelang. Eine Weiterentwicklung des PAQ wurde 1981 als Extended Personal Attributes Questionnaire (EPAQ) von Spence und Helmreich vorgelegt. Dieser Fragebogen enthält zusätzlich zu den Items des PAQ noch Items, die sozial unerwünschte Eigenschaften messen, die entweder als typisch für Männer (m-minus-skalen) oder als typisch für Frauen gelten (F-Minus-Skalen). Es wurde auch eine deutschsprachige Fassung des Fragebogens der German Extended Personal Attributes Questionnaire (GEPAQ) erstellt und an deutschsprachigen Stichproben verwendet (z.b. Bierhoff & Kraska, 1984; Runge et al., 1981).
Diese Messinstrumente zur Geschlechtsrollenorientierung im Sinne des Geschlechtsselbstbildes erfasst nur das Selbstbild im Hinblick auf personal-soziale Eigenschaften und somit nur einen Teilaspekt der Maskulinität und Femininität einer Person. Da konkretes Rollenverhalten, Aktivitäten, Interessen, Merkmale der körperlichen Erscheinung, verbales Ausdrucksverhalten u.s.w. untrennbar zum Konstrukt Femininität bzw. Maskulinität gehören, aber mit den Fragebögen nicht erfasst werden, kann die mit diesen Messinstrumenten erfasste Selbstbeschreibung einer Person am ehesten als Erfassung des instrumentellen und expressiven Selbstkonzeptes verstanden werden.
1 Kurzfassung: Ein kurzer Überblick über die Zielsetzung, die Methode und die zentralen Ergebnisse der Studie zur geschlechtsspezifischen Leistungskurswahl und psychologischen Parametern.
2 Einleitung und Problemstellung: Theoretische Einführung in die Modelle des Kurswahlverhaltens, Prüfungsangst, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit sowie die geschlechtsspezifische Rollenidentität und die Herleitung der Hypothesen.
3 Methoden: Beschreibung der Versuchspersonen, der Durchführung der Befragung an Gymnasien in NRW und der verwendeten Erhebungsinstrumente zur Messung von Kurswahl, Prüfungsangst, Selbstwirksamkeit und Geschlechtsrollenidentität.
4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen bezüglich Geschlechtsunterschieden bei Leistungskursen, Prüfungsangst, schulspezifischer Selbstwirksamkeit und der Einschätzung von Schulfächern.
5 Diskussion und Interpretation: Einordnung der Ergebnisse in den theoretischen Kontext, kritische Reflektion der Befunde zu den einzelnen Hypothesen und methodische Anmerkungen.
6 Zusammenfassung: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit in prägnanten Punkten.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung aller zitierten Quellen.
Psychologisches Geschlecht, Biologisches Geschlecht, Leistungskurswahl, Prüfungsangst, Schulspezifische Selbstwirksamkeit, Geschlechtsrollenidentität, Maskulinität, Femininität, Androgynie, Geschlechtstypik, Schulfächer, Selbstkonzept, Motivationspsychologie, Pädagogische Psychologie, Gymnasiale Oberstufe.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des biologischen und des psychologischen Geschlechts auf die Kurswahlentscheidungen in der gymnasialen Oberstufe sowie auf die Prüfungsangst und die Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler.
Die zentralen Themen sind geschlechtstypisches Wahlverhalten, die psychologische Geschlechtsrollenorientierung (Androgynie vs. Geschlechtstypisierung), die Struktur von Prüfungsangst und schulbezogene Kompetenzüberzeugungen.
Das primäre Ziel ist es, aufzudecken, ob sich Schülerinnen und Schüler anhand ihres psychologischen Geschlechtstyps (maskulin, feminin, androgyn, indifferent) in ihrem schulischen Verhalten und ihren Selbstwahrnehmungen unterscheiden, über das biologische Geschlecht hinaus.
Es handelt sich um eine empirische Querschnittsstudie an zwei Gymnasien in NRW, bei der Fragebögen eingesetzt wurden, um Daten zu Leistungskursen, Einstellungen, Prüfungsangst und Selbstwirksamkeit zu erheben. Die Auswertung erfolgte mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren (t-Tests, Chi²-Tests, Varianzanalysen).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der untersuchten Variablen (Modelle der Kurswahl, Prüfungsangst-Komponenten, Selbstkonzept-Theorien) und die detaillierte Ergebnispräsentation der statistischen Analysen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Androgynie, Leistungskurswahl, schulspezifische Selbstwirksamkeit, Prüfungsangstkomponenten und geschlechtsspezifische Stereotype charakterisieren.
Androgyne Versuchspersonen verhalten sich in dieser Stichprobe nicht generell weniger geschlechtstypisch als andere Gruppen; die Ergebnisse zeigen, dass die Maskulinitätskomponente für Jungen und Mädchen unterschiedlich verhaltensbestimmend ist.
Ja, es gibt signifikante Unterschiede zwischen den Typen der Geschlechtsrollenidentität. Insbesondere feminine Versuchspersonen weisen tendenziell die höchsten Prüfungsangstwerte auf, während die Interaktion mit dem biologischen Geschlecht spezifische Muster bei den einzelnen Angstkomponenten zeigt.
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