Bachelorarbeit, 2014
49 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Teil I: Der „Zorn Gottes“ in der Theologie von Paul Althaus
1. Zum biographischen Hintergrund von Paul Althaus
2. Die Ur-Offenbarung
2.1. Gottes Selbstbezeugung in der Existenz des Menschen
2.2. Gottes Selbstbezeugung in der Geschichte (als ‚Herr der Geschichte’)
3. Gottes Eigenschaften
4. Personsünde
5. Christologie und Soteriologie
6. Gottes Handeln im Zorn
6.1. Tod und Todeswelt
6.2. Das objektive Gericht
6.3. Das personale Gericht
7. Eschatologie
8. Problematiken in der Rede vom ‚Zorn Gottes’ bei Paul Althaus
Teil II: Der ‚Zorn Gottes’ in der aktuellen dogmatischen Diskussion
1. Entwürfe der systematischen Theologie I: „Der Zorn als ’Mittel’ von Gottes Liebe“
1.1 Drei aktuelle Publikationen zum Thema ‚Zorn Gottes’ und ihre Deutung des ‚Zorns’
1.2. Kritische Anfrage an die vorgestellten Entwürfe
2. Der ‚Zorn Gottes’ im Alten Testament
2.1. Einige Erkenntnisse der alttestamentlichen Exegese
2.2 Plädoyer für die Vieldeutigkeit der metaphorischen Gottesrede
3. Entwürfe der systematischen Theologie II: Pneumatologische Ansätze
4. Resümee
Die Arbeit untersucht die Theologie von Paul Althaus im Hinblick auf seine Rede vom "Zorn Gottes" und setzt diese in den Kontext der aktuellen dogmatischen Diskussion, um ein tragfähiges Verhältnis zu dieser biblischen Tradition zu gewinnen.
6.1. Tod und Todeswelt
Zunächst unterscheidet Althaus das menschliche Sterben von der biologischen Vergänglichkeit aller anderen Lebewesen. Nur beim Menschen könne man wirklich von „Tod“ reden, da nur er um ihn weiß und ihn als etwas erkennt, in dem er sich selbst ganz genommen wird (vgl. 410/411). Deshalb müssen wir versuchen zu verstehen, „welchen Sinn das nur den Menschen treffende Geschehen des ‚Sterbens’ von Gott her hat“ (412). Diesen Sinn erläutert Althaus folgendermaßen:
„Alle Hingabe an den anderen, zu der wir gerufen sind, bedeutet das Opfer eines Stückes des eigenen Lebens, das Darangeben eigener Freiheit, Kraft, Gesundheit, Lebensmöglichkeit. Lieben heißt in diesem Sinne immer: sein Leben nicht lieb haben. Aber zur Vollendung kommt die Hingabe erst, wenn die ganze Existenz, das leibliche Leben in seiner Einmaligkeit und Unersetzbarkeit eingesetzt oder hingegeben wird im Dienste an anderen. ‚Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde’ (Joh. 15,13). Der volle Erweis der Liebe ist also – zwar nicht an das tatsächliche Sterben, aber – an die Sterblichkeit gebunden und wird durch sie möglich. Die Möglichkeit des Sterbens, in Bereitschaft und Einsatz vom Willen aufgenommen, gibt Gelegenheit zu dem höchsten Lebensakte, der Hingabe des Lebens. Im Angesichte der drohenden Zerstörung des Menschseins darf dieses sich doch behaupten und voll bewähren in der Todesbereitschaft des Dienenden. Gott gibt also durch die Sterblichkeit die Gelegenheit zur höchsten menschlichen Bewährung der Liebe. [...] Sofern die Sterblichkeit Vorbedingung des totalen Opfers ist, sollen wir sie bejahen, danken und lieben wie Gottes guten gnädigen Schöpferwillen in unserem Leben überhaupt.“ (412, Hervorhebungen I.B.)
Teil I: Der „Zorn Gottes“ in der Theologie von Paul Althaus: Dieses Kapitel analysiert das Gottesbild von Paul Althaus, in dem der Zorn als notwendiges Erziehungsmittel Gottes zur Erlangung menschlicher Selbstlosigkeit verstanden wird.
1. Zum biographischen Hintergrund von Paul Althaus: Beleuchtet das theologische Weltbild von Althaus, das durch das lutherische Pfarrhaus und eine konservative, völkische Geschichtsdeutung geprägt ist.
2. Die Ur-Offenbarung: Erläutert, wie Gott sich nach Althaus in der Schicksalsmacht und der Geschichte offenbart, was den Menschen unter den Zorn Gottes stellt.
3. Gottes Eigenschaften: Untersucht das Gottesverständnis von Althaus, das besonders die Personalität Gottes und sein freies Handeln betont.
4. Personsünde: Definiert die Sünde als Unglauben und als innere Gegenbewegung des Menschen gegen den Anspruch Gottes.
5. Christologie und Soteriologie: Beschreibt das Wirken Jesu Christi als Sühne für die Menschheit und als Bestätigung des göttlichen Zorns.
6. Gottes Handeln im Zorn: Detaillierte Betrachtung von Tod, objektivem und personalem Gericht als Formen göttlichen Wirkens.
7. Eschatologie: Skizziert kurz Althaus Vorstellung vom Jüngsten Gericht und die Bedeutung der Bewährung für das ewige Leben.
8. Problematiken in der Rede vom ‚Zorn Gottes’ bei Paul Althaus: Fasst die Kritikpunkte zusammen, insbesondere die Gefahr eines sadistischen Gottesbildes und die Überforderung des Menschen.
Teil II: Der ‚Zorn Gottes’ in der aktuellen dogmatischen Diskussion: Gibt einen Überblick über neuere theologische Ansätze, die den Zorn Gottes behandeln.
1. Entwürfe der systematischen Theologie I: „Der Zorn als ’Mittel’ von Gottes Liebe“: Analysiert aktuelle Publikationen, die Gottes Zorn als pädagogisches Werkzeug der Liebe deuten.
2. Der ‚Zorn Gottes’ im Alten Testament: Untersucht alttestamentliche Perspektiven, die den Zorn Gottes als unbegreiflich und im Kontext von Klagepsalmen beleuchten.
3. Entwürfe der systematischen Theologie II: Pneumatologische Ansätze: Stellt neuere Ansätze vor, die eine Mehrperspektivität fordern und die Theodizeefrage offen halten.
4. Resümee: Zieht ein Fazit und plädiert für einen pneumatologischen Ansatz, der dem menschlichen Leiden besser gerecht wird.
Zorn Gottes, Paul Althaus, Theodizee, Gottesbild, Soteriologie, Ur-Offenbarung, Liebe Gottes, Pneumatologie, Mehrperspektivität, Klagepsalmen, Dogmatik, Christliche Wahrheit, Gerechtigkeit, Leidensbewältigung, Religionspädagogik
Die Arbeit untersucht, wie das theologische Motiv des „Zorn Gottes“ bei dem Dogmatiker Paul Althaus und in der aktuellen theologischen Debatte verstanden wird.
Die zentralen Felder sind die Gotteslehre, die Soteriologie, die Bedeutung von Leid in der Welt sowie die ethischen Konsequenzen einer „Zorn-Theologie“.
Die Arbeit fragt nach Problematiken der Rede vom Zorn Gottes und sucht nach einem theologisch verantwortungsvollen Umgang mit diesem schwierigen Motiv, besonders in Seelsorge und Schule.
Es handelt sich um eine dogmenhistorische und systematisch-theologische Arbeit, die Quellentexte (insbesondere Paul Althaus’ „Christliche Wahrheit“) analysiert und mit zeitgenössischen Entwürfen vergleicht.
Der Hauptteil analysiert Althaus' Konzept der „Ur-Offenbarung“, das Verständnis von Sünde und Christi Wirken, bevor neuere pneumatologische Ansätze als alternative Deutungen vorgestellt werden.
Wichtige Begriffe sind Zorn Gottes, Gottesbild, Mehrperspektivität, Pneumatologie, Klagepsalmen und Theodizeefrage.
Die Verfasserin kritisiert bei Althaus eine Aporie, die zu einem „sadistischen“ Gottesbild führen kann, da Gott den Menschen für Sünden straft, die er gleichzeitig determiniert.
Dieser Ansatz wird bevorzugt, weil er dem Leid keinen einheitlichen „Sinn“ aufzwingt, sondern Raum für Klage lässt und Gott als in Geist und Freiheit wirkend versteht, was den Dialog fördert.
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