Bachelorarbeit, 2014
40 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Bildung in der Wohlfahrtsforschung
2.1 Klärung und Abgrenzung grundlegender Begriffe
2.2 Vernachlässigung der Bildung in der Wohlfahrtsforschung
2.3 Bildungspolitik als Gegenstandsbereich der Wohlfahrtsforschung?
3. Esping-Andersens Typologie der Wohlfahrtsregime
3.1 Theoretische Grundlagen
3.2 Wohlfahrtsregime und Unterscheidungsmerkmale der Typologie
3.3 Typologie der Wohlfahrtsregime
3.3.1 Liberales Wohlfahrtsregime
3.3.2 Konservatives Wohlfahrtsregime
3.3.3 Sozialdemokratisches Wohlfahrtsregime
3.4 Überarbeitung durch Esping-Andersen
3.5 Ergänzung der Typologie
4. Drei Welten der Bildungspolitik?
4.1 Vorüberlegungen
4.2 Bildungsungerechtigkeit
4.3 Finanzindikatoren
4.4 Bildungsniveau
4.5 Zusammenfassung: Vorschlag einer Typologie
4.5.1 Sozialdemokratisches Bildungsregime
4.5.2 Konservatives Bildungsregime
4.5.3 Liberales Bildungsregime
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die theoretische und empirische Übertragbarkeit der Wohlfahrtsregime-Typologie nach Esping-Andersen auf das Politikfeld Bildung, um ein tieferes Verständnis für die Verknüpfung von Bildungs- und Sozialpolitik zu entwickeln und die systematische Vernachlässigung der Bildung in der klassischen Wohlfahrtsforschung zu adressieren.
3.3 Typologie der Wohlfahrtsregime:
3.3.1 Liberales Wohlfahrtsregime
Die Dekommodifizierung ist im liberalen Wohlfahrtsregime sehr gering. Die soziale Sicherung und die Einkommensverteilung sind also an den individuellen Markterfolg gekoppelt. So wird eine Sozialhilfe nur in geringem Umfang nach Bedürftigkeitsprüfung gezahlt. Bedürftige werden auf diese Weise stigmatisiert und Benachteiligte sich selbst überlassen, indem sie nach dem Maßstab des Marktes beurteilt werden und nicht durch den Wohlfahrtsstaat selber. Der Markt ist hier die zentrale Regelungsinstanz und der Staat ist von geringer Bedeutung. Die leitende Vorstellung ist also, dass jeder für sein eigenes Glück verantwortlich ist. Das Leistungsniveau ist insgesamt sehr gering, da der Staat durch eine rudimentäre Armenhilfe und Sozialfürsorge nur eingeschränkt für das existenzielle Wohl seiner Bürger sorgt.
Als Vorteile dieses Regimes werden hauptsächlich angeführt, dass die Sozialausgaben des Staates hier am geringsten sind und das für die Bürger Anreize geschaffen werden, sich im Markt durchzusetzen und so die Wohlstandproduktion zu stärken. Zu Letzterem trägt weiterhin bei, dass im liberalen Wohlfahrtsregime eine dynamische Beschäftigungspolitik möglich ist. Dem stehen neben den oben angeführten Nachteilen, die hohe soziale Ungleichheit und daraus resultierende Klassenkonflikte gegenüber.
Als Prototypen liberaler Wohlfahrtsstaaten benennt Esping-Andersen die USA. Weitere Beispiele sind Großbritannien, Kanada, Australien und die Schweiz.
1. Einleitung: Die Arbeit identifiziert die Lücke in der Wohlfahrtsforschung, Bildung als zentralen Faktor sozialstaatlichen Handelns zu vernachlässigen, und führt in die Fragestellung ein, inwiefern Esping-Andersens Typologie auf das Bildungssystem anwendbar ist.
2. Bildung in der Wohlfahrtsforschung: Es werden grundlegende Bildungs- und Sozialstaatsbegriffe geklärt und diskutiert, warum Bildungspolitik traditionell von der Wohlfahrtsforschung getrennt betrachtet wurde, obwohl starke inhaltliche Verknüpfungen bestehen.
3. Esping-Andersens Typologie der Wohlfahrtsregime: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der drei klassischen Wohlfahrtsregime (liberal, konservativ, sozialdemokratisch) sowie deren spätere Ergänzungen und Weiterentwicklungen durch Esping-Andersen.
4. Drei Welten der Bildungspolitik?: Die Autorin überträgt die Logik der Wohlfahrtsregime auf das Bildungswesen, analysiert Bildungsungerechtigkeit und -finanzierung und entwirft einen Vorschlag für eine entsprechende Typologie von Bildungsregimen.
5. Fazit: Die Forschungsfrage wird positiv beantwortet: Eine Übertragung der Typologie auf das Feld Bildung ist theoretisch möglich und sinnvoll, um die Interdisziplinarität zwischen Bildungs- und Sozialpolitik zu stärken.
Wohlfahrtsforschung, Bildungspolitik, Esping-Andersen, Sozialstaat, Dekommodifizierung, soziale Ungleichheit, Bildungsregime, Stratifizierung, PISA-Studie, Humankapital, Bildungsungerechtigkeit, Bildungsfinanzierung, Wohlfahrtsregime, Bildungsniveau, Interdisziplinarität.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Bildungs- und Sozialpolitik im Kontext der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, insbesondere unter Anwendung der Typologie von Gøsta Esping-Andersen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Wohlfahrtsregime-Typologie, das Politikfeld Bildung, soziale Ungleichheit, Bildungsstrukturen und die Frage der Integration dieser Bereiche in eine gemeinsame Analyse.
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Esping-Andersens bekannte Typologie der Wohlfahrtsregime auf das Politikfeld Bildung übertragen werden kann und welchen Erkenntnisgewinn diese Perspektive für die Wohlfahrtsforschung bietet.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit bestehender Fachliteratur und dem Vergleich von Forschungsergebnissen (wie PISA-Daten und Bildungsindikatoren), um eine eigene Typologie für Bildungsregime zu entwerfen.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Wohlfahrtsregime-Theorie erläutert, gefolgt von einer Analyse bildungspolitischer Themen und deren Einordnung in die Konzepte von Dekommodifizierung und sozialer Stratifizierung.
Wichtige Schlüsselwörter sind Wohlfahrtsforschung, Bildungspolitik, Esping-Andersen, soziale Ungleichheit, Bildungsregime und Dekommodifizierung.
Während im sozialdemokratischen Bildungsregime auf ein universalistisches, öffentlich finanziertes Einheitsschulsystem zur Förderung gleicher Startchancen gesetzt wird, ist das liberale Modell wettbewerbsorientiert und durch hohe private Ausgaben sowie eine stärkere Abhängigkeit des Bildungserfolgs von finanziellen Ressourcen geprägt.
Der Paradigmenwechsel bezieht sich auf die Notwendigkeit, Bildungsinvestitionen nicht länger als vom Sozialstaat separiert zu betrachten, sondern sie als essenziellen, zukunftsgerichteten Bestandteil der Sozialstaatspolitik zu definieren.
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