Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1.8
1 Problemstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Bilanzierung zum handelsrechtlichen Verschmelzungsstichtag
2.1.1 Handelsrechtliche Schlussbilanz
2.1.2 Zeitpunkt des Vermögensübergangs
2.2 Bilanzierung zum steuerlichen Übertragungsstichtag
2.3 Begriff der Maßgeblichkeit
3 Bilanzierung am auf die Verschmelzung folgenden Stichtag
3.1 Handelsrechtliche Abbildung
3.1.1 Bewertung des übergehenden Vermögens
3.1.2 Behandlung der Gegenleistung
3.2 Steuerrechtliche Abbildung
3.2.1 Problem der phasenverschobenen Wertaufholung
3.2.2 Bilanzierung stiller Lasten beim übernehmenden Rechtsträger
3.2.2.1 Angeschaffte Drohverlustrückstellungen
3.2.2.2 Neuregelungen nach § 5 Abs. 7 EstG
4 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerlichen Auswirkungen der phasenverschobenen Wertaufholung im Rahmen von Verschmelzungen zwischen Kapitalgesellschaften. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, ob und inwieweit Anpassungserfordernisse der Steuerbilanz an handelsrechtliche Werte unter Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Regelungen wie dem Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) und dem Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) gerechtfertigt sind.
1 Problemstellung
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es sinnvoll den Aufbau eines Konzerns so zu gestalten, dass die Gesamtsteuerlast aller Konzernunternehmen minimiert wird. Dafür besteht z.B. die Möglichkeit einen rentablen Konzernbetrieb, mit einer defizitären Teileinheit zusammen zu führen. Die gesetzlich geregelte Verschmelzung soll Unternehmen dabei deutliche Erleichterungen bieten.
Um wirtschaftlich notwendige Umstrukturierungsmaßnahmen nicht zu behindern, hat der Gesetzgeber mit dem Umwandlungsgesetz (UmwG) und dem Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) Regelungen geschaffen, die eine steuerneutrale Umstrukturierung gewährleisten sollen. Dabei unterlag das UmwStG in der Zeit zwischen 1995 bis heute einer Vielzahl von Änderungen. Durch die damit einhergehenden, immer wieder neu entstandenen Auslegungsfragen war es deshalb geboten, dass die Finanzverwaltung durch einen entsprechenden Anwendungserlass, Rechtssicherheit für die betroffenen Wirtschaftssubjekte schaffte. Für betroffene Unternehmen ergaben sich dabei zwei Handlungsalternativen. Die erste war es, den Auffassungen der Finanzverwaltung Folge zu leisten. Diese Entscheidung konnte aber unter Umständen mit erheblichen finanziellen Nachteilen verbunden sein. Die zweite durchaus risikoreichere Variante bedeutete hingegen den Auffassungen der Verwaltungsmeinung zu widersprechen.
Ein häufiger Konfliktpunkt zwischen Unternehmen und Finanzbehörde ergab sich in diesem Zusammenhang aus einer nach Verwaltungsauffassung gebotenen phasenverschobenen Wertaufholung. Demnach soll der übernehmende Rechtsträger in seiner steuerlichen Folgebilanz einem Anpassungserfordernis an die in der Handelsbilanz angesetzten Werte unterliegen.
1 Problemstellung: Einführung in die Thematik der steuerlichen Auswirkungen bei Konzernumstrukturierungen und Identifikation des Konflikts bezüglich der phasenverschobenen Wertaufholung.
2 Theoretische Grundlagen: Detaillierte Betrachtung der handels- und steuerrechtlichen Bilanzierungsvorschriften am Verschmelzungsstichtag sowie Erläuterung des Maßgeblichkeitsbegriffs.
3 Bilanzierung am auf die Verschmelzung folgenden Stichtag: Untersuchung der Folgebilanzierung, insbesondere im Hinblick auf das Anschaffungskostenprinzip, die Bewertung stiller Lasten und die Auswirkungen neuerer gesetzlicher Änderungen.
4 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse mit dem Fazit, dass eine phasenverschobene Wertaufholung nach heutigem Rechtsstand nicht mehr tragfähig ist und eine Korrektur der Verwaltungsanweisungen bei stillen Lasten angeregt wird.
Verschmelzung, Kapitalgesellschaften, phasenverschobene Wertaufholung, Umwandlungssteuergesetz, UmwStG, Maßgeblichkeit, Handelsbilanz, Steuerbilanz, stille Lasten, Drohverlustrückstellungen, Bilanzmodernisierungsgesetz, BilMoG, § 5 Abs. 7 EstG, steuerneutrale Umstrukturierung.
Die Arbeit analysiert die steuerlichen Konsequenzen, die sich für Kapitalgesellschaften aus einer Verschmelzung ergeben, insbesondere in Bezug auf die Bewertung des Vermögens und die Aufdeckung stiller Reserven oder Lasten.
Die zentralen Themen umfassen das Umwandlungssteuerrecht, die Bilanzierung an Verschmelzungsstichtagen, das Maßgeblichkeitsprinzip zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie die Behandlung stiller Lasten.
Das primäre Ziel ist es, die steuerlichen Auswirkungen der phasenverschobenen Wertaufholung bei Verschmelzungen zu untersuchen und zu prüfen, ob dieses Konzept mit dem aktuellen Rechtsstand des BilMoG vereinbar ist.
Es handelt sich um eine rechts- und betriebswirtschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, Gesetzen, Finanzverwaltungsanweisungen und aktueller Rechtsprechung basiert.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Bilanzierung dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Folgebilanzierung sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der Behandlung stiller Lasten beim übernehmenden Rechtsträger.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verschmelzung, Umwandlungssteuergesetz, Maßgeblichkeit, stille Lasten und Drohverlustrückstellungen charakterisieren.
Die phasenverschobene Wertaufholung führt oft zu einer steuerlichen Belastung, die das Ziel einer erfolgsneutralen Umstrukturierung konterkariert, weshalb ihre Zulässigkeit im modernen Steuerrecht intensiv diskutiert wird.
§ 5 Abs. 7 EstG bietet dem übernehmenden Rechtsträger die Möglichkeit, für Verbindlichkeiten, die zuvor Ansatzverboten unterlagen, eine Rücklage zu bilden und diese über 14 Jahre aufzulösen, um den steuerlichen Aufwand zu mildern.
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