Bachelorarbeit, 2016
108 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Neoklassische Kapitalmarkttheorie
2.1 Der “Homo Oeconomicus”
2.2 Markteffizienzhypothese
3 Behavioral Finance
3.1 Verhaltensanomalien
3.1.1 Informationswahrnehmungsanomalien
3.1.2 Informationsverarbeitungsanomalien
3.1.3 Entscheidungsanomalien
3.1.4 Bedeutung für die neoklassische Kapitalmarkttheorie
3.2 Kapitalmarktanomalien
3.2.1 Über- und Unterreaktionen
3.2.2 Spekulationsblasen
3.2.3 Kalenderanomalien
3.2.4 Buchwert-Marktwert-Effekt
3.2.5 Bedeutung für die neoklassische Kapitalmarkttheorie
4 Value Premium Puzzle
4.1 Konzeptionelle Grundlagen
4.1.1 Bewertungskennzahlen
4.1.2 Value- und Growth-Aktien
4.1.3 Value Premium
4.1.4 Survivorship Bias
4.2 Empirische Untersuchungen
4.3 Erklärungsversuch des Value Premiums
4.4 Bedeutung für die neoklassische Kapitalmarkttheorie
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Behavioral Finance im heutigen Kapitalmarktumfeld und hinterfragt die Annahmen der neoklassischen Kapitalmarkttheorie, insbesondere die Rationalität des Modells des „Homo Oeconomicus“ und die Gültigkeit der Markteffizienzhypothese.
3.1.2.2 Anchoring
Menschen neigen dazu, sich bei Schätzungen an einem jeweiligen Ausgangswert (Anker) zu orientieren. Dieser Ausgangswert oder -punkt kann durch die Art der Formulierung einer bestimmten Information (vgl. 3.1.1.3) oder durch das Ergebnis einer Teilrechnung suggeriert werden. Aus unterschiedlichen Ausgangswerten ergeben sich folglich unterschiedliche Schätzwerte, die in der Regel in Richtung des Ausgangswertes verzerrt sind. Problematisch bei dieser Heuristik ist vor allem, dass eine Anpassung des Schätzwertes unter Beachtung weiterer Informationen nicht zu Ende geführt wird, um möglichst schnell zu einer Entscheidung zu gelangen. Dieser Effekt ist allgemein bekannt als Ankerheuristik bzw. Anchoring.
Tversky und Kahneman führten hierzu eine Reihe von Experimenten durch. In einem dieser Versuche wurden die teilnehmenden Probanden gebeten, den Prozentanteil der afrikanischen Länder zu schätzen, die Mitglieder der Vereinten Nationen sind, nachdem unmittelbar zuvor durch das Drehen eines Glücksrads eine zufällige Zahl zwischen null und 100 bestimmt wurde. Das Ergebnis des Experiments zeigte, dass die durch das Glücksrad bestimmte Zahl einen erheblichen Einfluss auf die Schätzungen der Probanden hatte, obwohl zwischen dieser und dem wahren Anteil afrikanischer Länder in den Vereinten Nationen kein Zusammenhang besteht. Diejenigen, die zehn erhielten, schätzten den Anteil der afrikanischen Länder in den Vereinten Nationen durchschnittlich auf 25 Prozent, wohingegen diejenigen, die 65 erhielten, den Anteil auf durchschnittlich 45 Prozent schätzten.
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung, Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit im Kontext der Behavioral Finance.
2 Neoklassische Kapitalmarkttheorie: Erläutert das Modell des „Homo Oeconomicus“ und die Markteffizienzhypothese als theoretische Grundlage.
3 Behavioral Finance: Analysiert verschiedene psychologische Anomalien in Wahrnehmung, Verarbeitung und Entscheidung sowie deren Auswirkungen auf den Kapitalmarkt.
4 Value Premium Puzzle: Untersucht die empirische Performance von Value- gegenüber Growth-Aktien und diskutiert Erklärungsansätze für dieses Phänomen.
5 Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der Behavioral Finance kritisch gegenüber der neoklassischen Theorie.
Behavioral Finance, Neoklassische Kapitalmarkttheorie, Homo Oeconomicus, Markteffizienzhypothese, Verhaltensanomalien, Informationsverarbeitung, Kapitalmarktanomalien, Value Premium, Prospect Theory, Verlustaversion, Framing-Effekt, Ankerheuristik, Herdenverhalten, Sunk-Cost-Effekt, Random-Walk-Theorie.
Die Arbeit befasst sich mit der Behavioral Finance und deren Relevanz zur Erklärung von Kapitalmarktphänomenen, die mit der klassischen Theorie nicht vollständig greifbar sind.
Psychologische Verzerrungseffekte bei Marktteilnehmern, Ineffizienzen am Kapitalmarkt sowie das Phänomen des Value Premiums.
Die Bedeutung der Behavioral Finance im heutigen Kapitalmarktumfeld durch Kritik an klassischen Modellen wie dem „Homo Oeconomicus“ zu verdeutlichen.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung sowie eine Analyse empirischer Studien zu Anomalien und Handelsstrategien.
Zunächst die neoklassischen Grundlagen, anschließend psychologische Anomalien und deren Einfluss auf Investitionsentscheidungen, gefolgt von einer Analyse spezieller Marktanomalien.
Behavioral Finance, Marktineffizienz, Verlustaversion, Ankerheuristik und Value Premium.
Da Anleger Verluste emotional deutlich stärker gewichten als Gewinne, neigen sie dazu, Verlustpositionen zu lange zu halten, was ihre Performance negativ beeinträchtigt.
Ein Erklärungsansatz sind steuerliche Gründe, bei denen Aktien zum Jahresende verkauft und Anfang des Jahres zurückgekauft werden, was zu einer erhöhten Performance im Januar führt.
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