Masterarbeit, 2016
196 Seiten, Note: 15,0
1. Einleitung
1.1 Wissenschaftliche Thematik
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Die „Entzauberung der Welt“ nach Max Weber
2.1 Zeitbezug und Werkchronographie Webers
2.2 Werkinterpretation Max Webers
2.2.1 Rationalität
2.2.2 Bürokratie
2.2.3 Der Okzidentale Rationalismus Webers
2.2.4 Die Protestantismusthese Webers
2.3 Die „Entzauberung der Welt“ nach Max Weber
2.3.1 „Die Entzauberung der Welt und die Zurückdrängung der Magie“
2.3.2 Webers klassische Definition der „Entzauberung der Welt“
2.3.3. Wirkung und Interpretation Webers „Entzauberung der Welt“
3. Religion und Säkularisierung
3.1 Religion und die Moderne: Die Säkularisierungsthese
3.1.1 Die kulturelle Dimension: Säkularisierung als Rückgang von Religion
3.1.2 Die politische Dimension: Säkularisierung als Trennung von Staat und Religion
3.1.3 Religion und Moderne: Die Säkularisierungstheorie
3.1.4 Kritik an der Säkularisierungsthese und Ausdifferenzierung der Säkularisierung
3.2 Werte, Moral und Religion
3.3 Riesebrodts Theorie der Religionen
3.4 Pollacks Verständnis der Revitalisierung der Religionen
4. Säkularisierung und Säkularisation im Kloster
4.1 Die Säkularisation in Deutschland von 1803
4.1.1 Ablauf der Säkularisation und der Reichsdeputationshauptschluss von 1803
4.1.2 Mittelbare und unmittelbare Folgen der Säkularisation
4.2 Säkularisierung im Kloster der Moderne
4.2.1 Die These der geistlichen Krise der Klöster
4.2.2 Die These der Selbstsäkularisierung der Klöster
5. Der Lebensalltag im modernen Kloster
5.1 Die Regel des Heiligen Benedikt
5.1.1 Benedikt von Nursia
5.1.2 Die Regula Benedictini
5.1.3 Zusammenfassung der wichtigsten monastischen Traditionen der Benediktsregel
5.2 Leben nach Maß
5.2.1 Das Abwägen des rechten Maßes und der Maßstab für das Alltägliche
5.3 ‚Ora et Labora‘: Beten und Arbeiten
5.4 Wirtschaftliches Handeln mit christlicher Inspiration
5.5 Das Kloster und das Gästehaus als Kontakt zur Welt
6. Forschungsdesign
6.1 Der Qualitative Forschungsprozess nach Flick
6.1.1 Theoretische Vorannahmen und Untersuchungsgegenstand
6.1.2 Annäherung an das Forschungsfeld
6.1.3 Die Methoden der Datensammlung
6.1.4 Fixierung und Interpretation der Daten
6.2 Persönliches Fazit der Erhebung
7 Die qualitativen Methoden der Datenerhebung
7.1 Das Qualitative Experteninterview
7.2 Die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
7.2.1 Ablaufmodell der Qualitativen Inhaltsanalyse
7.2.2 Spezielle Techniken der Inhaltsanalyse
7.2.2.1 Zusammenfassung und Kategorienbildung
7.2.2.2 (Inhaltliche) Strukturierung
8 Auswertung, Fazit und Ausblick
8.1 Zwischenfazit
8.1.1 Die „Entzauberung der Welt“ nach Max Weber und Säkularisierung im Kloster
8.1.2 Der Lebensalltag im Kloster
8.2 Ergebnisse der Auswertung der Qualitativen Inhaltsanalyse
8.2.1 Auswertung des Interviews B1
8.2.2 Auswertung des Interviews B2
8.2.3 Auswertung des Interviews B3
8.2.4 Auswertung des Dokumentes „Kloster-Qualität“
8.3 Auswertung
8.3.1 Ambivalente Entwicklung der Verweltlichung und Entweltlichung
8.3.2 Intellektualisierung des Denkens
8.3.3 Theologische Aspekte und monastische Grundsätze
8.3.4 Der Kontakt der monastischen Gesellschaft zur Welt
8.3.5 Okonomie des Klosters und Ökonomie im Kloster
8.4 Hypothesenüberprüfung
8.4.1 Hypothese H1
8.4.2 Hypothese H2
8.4.3 Hypothese H3
8.4.4 Hypothese H4
8.4.5 Hypothese H5
8.5 Abschließendes Fazit
8.6 Ausblick
Die vorliegende Master-Thesis untersucht die Auswirkungen der durch Max Weber soziologisch definierten „Entzauberung der Welt“ auf den Lebensalltag in einer deutschen Benediktinerabtei. Ziel ist es, durch eine empirische Analyse herauszuarbeiten, wie sich dieser Prozess der Rationalisierung und Intellektualisierung innerhalb der monastischen Lebenswelt manifestiert und welche ambivalente Rolle das Kloster als Ort der Entweltlichung sowie als vitalisierendes geistliches Zentrum einnimmt.
Die „Entzauberung der Welt“ und Mythen
Bei der Beschreibung und Erklärung von Realität muss der Ansicht des befragten Mönches nach auf Mythen zurückgegriffen werden (vgl. B3, Z. 55f.) Mythen auf mythologischer Ebene haben ihre Daseinsberechtigung (vgl. B3, Z. 59f.) und „beschreiben eine Qualität von Leben, das jenseits von dem Erfahrbaren ist, aber es ist trotzdem existent“ (B3, Z. 60ff.) und beschreibt Lebenswirklichkeit (vgl. B3, Z. 69f.) Weil Mythen Leben deuten, haben sie eine Wirklichkeit (vgl. B3, Z. 71f.) und helfen, „dass das Leben gelingt und helfen, immer wieder im Leben anzufangen und daraus zu lernen“ (B3, Z. 72ff.). So ist der Intellekt „nur eine Seite“ (B3, Z. 76), wenn man sich nur auf den Intellekt bezieht merkt man, dass etwas fehlt, (vgl. B3, Z. 78f.) und es sich eine Seelenlosigkeit einstellen kann (vgl. B3, Z. 79). Um dieser Seelenlosigkeit vorzubeugen wird der Glaube im Kloster ganz bewusst gelebt (vgl. B3, Z. 79f.). Diese Spiritualität des Glaubens wird in Mythen ausgedrückt, um spirituelle Erfahrungen greifbar zu machen. Eine Vermythologisierung äußert sich in der Form, dass ehemals mit reiner Vernunft nicht erklärbare Phänomene wie die Entstehung der Erde mit Mythen wie der Schöpfung erklärt werden. Mythen ersetzen im Kloster somit nicht die erklärenden Wissenschaften, sondern stellen einen Gegenpol zur ‚Ratio‘, reinen Vernunft dar, mit deren Hilfe sich das menschliche Wesen nicht genügend erklären lässt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das soziologische Konzept der „Entzauberung der Welt“ ein und begründet die Relevanz der Untersuchung für den klösterlichen Lebensalltag.
2. Die „Entzauberung der Welt“ nach Max Weber: Hier werden die theoretischen Grundlagen des soziologischen Gesamtwerks von Max Weber im Hinblick auf Rationalität, Bürokratie und das Phänomen der Entzauberung erörtert.
3. Religion und Säkularisierung: Dieses Kapitel diskutiert die Säkularisierungsthese in der Soziologie sowie unterschiedliche Erklärungsansätze für das Verhältnis von moderner Gesellschaft und Religion.
4. Säkularisierung und Säkularisation im Kloster: Hier wird der historische Prozess der Säkularisation von 1803 sowie dessen unmittelbare und mittelbare Auswirkungen auf die Organisation von Klöstern analysiert.
5. Der Lebensalltag im modernen Kloster: Dieses Kapitel beschreibt die Grundlage des benediktinischen Lebens nach der Regel des Heiligen Benedikt und die Bedeutung von Arbeit und Gebet.
6. Forschungsdesign: Das Kapitel erläutert den methodischen Ansatz, basierend auf dem qualitativen Forschungsprozess nach Flick, um die Auswirkungen der Entzauberung empirisch zu untersuchen.
7. Die qualitativen Methoden der Datenerhebung: Hier wird die Anwendung von Experteninterviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring als methodisches Instrumentarium dargelegt.
8. Auswertung, Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel analysiert die empirischen Ergebnisse der Interviews und des Dokumentes „Kloster-Qualität“, überprüft die Hypothesen und zieht ein Fazit zur Transformation des Klosters.
Entzauberung der Welt, Max Weber, Benediktinerkloster, Säkularisierung, Säkularisation, Ordensleben, Rationalisierung, Klostermauer, Spiritualität, Ora et labora, Kloster-Qualität, Qualitatives Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Nachwuchsproblematik, monastische Lebensweise.
Die Arbeit untersucht, wie der von Max Weber definierte Prozess der „Entzauberung der Welt“ – also eine zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung – den Alltag in modernen Klöstern beeinflusst.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Religion und Säkularisierung, die historische Bedeutung der Säkularisation von 1803, die benediktinische Lebensweise sowie das Spannungsfeld zwischen monastischer Tradition und moderner rationaler Gesellschaft.
Die zentrale Fragestellung lautet: „Wie wirken sich die Auswirkungen der ‚Entzauberung der Welt‘ nach Max Weber auf den Lebensalltag im Kloster aus?“.
Die Studie ist qualitativ angelegt. Als Datenerhebungsmethode wurden Experteninterviews mit Mönchen durchgeführt; zur Auswertung wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Weber, Säkularisierungsthese, Klostergeschichte) und eine empirische Analyse, die Interviews und klosterinterne Dokumente zur „Kloster-Qualität“ auswertet.
Zu den zentralen Begriffen zählen: Entzauberung der Welt, Säkularisierung, monastische Lebensweise, benediktinisches Regel, Rationalisierung, Spiritualität und klösterliche Gemeinschaft.
Das Gästehaus fungiert als „Tor zur Welt“. Es bietet Menschen aus der säkularen Gesellschaft Spiritualität an und dient für das Kloster als vitalisierendes geistliches Zentrum, um die eigene Tradition lebendig zu halten.
Das „rechte Maß“ ist ein zentrales monastisches Prinzip, das hilft, die Balance zwischen Arbeit und Gebet zu halten und einem unreflektierten Rationalisierungsdruck entgegenzuwirken.
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