Bachelorarbeit, 2014
37 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Entstehung der Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen im historischen Kontext
3 Die Veredelung des Charakters als Weg zur Freiheit und Emanzipation nach Schiller
3.1 „Stofftrieb“ und „Formtrieb“
3.2 Der „Spieltrieb“ und der „ästhetische Zustand“
3.3 Die „schmelzende“ und „energische“ Schönheit
3.4 Von dem „Naturstaat“ zum „Vernunftstaat“
4 Die Schönheit als Werkzeug der menschlichen Bildung
5 Wirkungen
6 Schlusswort
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die bildungstheoretische Bedeutung der Ästhetik nach Friedrich Schiller zu untersuchen und aufzuzeigen, inwiefern das ästhetische Spiel sowie das Schöne und Erhabene dem Menschen ermöglichen, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien und eine innere Balance zu finden, um letztlich zur vollen Entfaltung seiner Menschlichkeit zu gelangen.
3.1 „Stofftrieb“ und „Formtrieb“
Schiller schreibt in seinen Briefen von zwei Grundtrieben des Menschen, die sich in einer Unvereinbarkeit gegenüberstehen. Den einen Trieb nennt er den Stofftrieb und charakterisiert ihn durch seine aufnehmende Kraft, die den Menschen der Zeit und dem Wechsel unterwirft und ihm folglich hilft, sich diese als Materie anzueignen. Der Begriff Materie bedeutet für Schiller „nichts als Veränderung oder Realität, die die Zeit erfüllt“ und ihr einen dementsprechenden Inhalt gibt. So hat dieser Trieb seinen Grund in dem physischen Dasein sowie in der sinnlichen Natur des Menschen und bestimmt seinen Zustand. Der Stofftrieb beeinflusst außerdem die Triebnatur und die Empfindung des Menschen, was ihm ermöglicht, sich „die Fülle der Erscheinungswelt“ anzueignen.
Sein Antagonist, der Formtrieb, legt die Person eines Menschen fest und ist bestrebt, „ihn in Freiheit zu setzen, Harmonie in die Verschiedenheit seines Erscheinens zu bringen, und bey allem Wechsel des Zustands seine Person zu behaupten“. Im Gegensatz zu dem Stofftrieb liegt der Ursprung des Formtriebes in dem absoluten Dasein und der vernünftigen Natur des Menschen. Er verleiht „dem menschlich-tierischen Individuum dauernde Identität“. Der Formtrieb gibt dem Menschen die Möglichkeit, Vernunft zu entwickeln und über das Sinnliche hinaus zu reichen. Dieser Trieb „dringt auf Wahrheit und Recht“ und hebt die Zeit und die Veränderung auf.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in Schillers Werk „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ ein und legt das Ziel der Arbeit fest, die bildungstheoretische Bedeutung des Spiels und der Ästhetik zu beleuchten.
2 Die Entstehung der Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen im historischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die biographischen und historischen Hintergründe der Briefe, insbesondere Schillers Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution und dem Stipendium des Herzogs von Augustenburg.
3 Die Veredelung des Charakters als Weg zur Freiheit und Emanzipation nach Schiller: Es wird analysiert, wie durch Bildung und Kultur eine Transformation des Sinnlichen in das Geistige vollzogen werden kann.
3.1 „Stofftrieb“ und „Formtrieb“: Schiller beschreibt hier die antagonistischen Grundtriebe des Menschen, deren Unvereinbarkeit zur Entfremdung führt.
3.2 Der „Spieltrieb“ und der „ästhetische Zustand“: Dieses Kapitel stellt den Spieltrieb als notwendigen Mittler vor, der durch Schönheit eine Versöhnung der Gegensätze ermöglicht.
3.3 Die „schmelzende“ und „energische“ Schönheit: Hier wird die Differenzierung der Schönheit in abspannende und anspannende Wirkungen erklärt, um unterschiedlichen Charakterschwächen (Wildheit vs. Erschlaffung) zu begegnen.
3.4 Von dem „Naturstaat“ zum „Vernunftstaat“: Schiller skizziert hier seine Utopie eines Staates, in dem Freiheit und moralische Entwicklung zusammenfließen.
4 Die Schönheit als Werkzeug der menschlichen Bildung: Dieser Abschnitt definiert den Bildungsbegriff und zeigt, wie das Schöne als Instrument zur Freiheit und Selbstbestimmung fungiert.
5 Wirkungen: Das Kapitel reflektiert die zeitgenössische und spätere wissenschaftliche Kritik an Schillers Argumentationsweise und seinem Konzept der ästhetischen Erziehung.
6 Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Thesen zusammen und bestätigt die bleibende Bedeutung von Schillers idealistischer Bildungsutopie trotz ihrer kontroversen Aspekte.
Friedrich Schiller, Ästhetische Erziehung, Bildungstheorie, Stofftrieb, Formtrieb, Spieltrieb, Ästhetischer Zustand, Freiheit, Emanzipation, Entfremdung, Vernunftstaat, Schöne Seele, Kunstautonomie, Moderne, Ästhetischer Schein
Die Arbeit beschäftigt sich mit der bildungstheoretischen Konzeption von Friedrich Schiller in seinem Werk „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ und untersucht die Rolle der Schönheit bei der Charakterbildung.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Stoff- und Formtriebe, die Funktion des ästhetischen Spiels sowie die Frage, wie der moderne, entfremdete Mensch durch Ästhetik zur Freiheit finden kann.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, weshalb der Mensch laut Schiller nur im Spiel ganz Mensch sein kann und inwiefern ästhetische Erziehung zur politischen und moralischen Emanzipation beiträgt.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literaturanalyse, die auf primären Textquellen von Schiller sowie auf einer Vielzahl an fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zu pädagogischen und philosophischen Diskursen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung der Schriften, die Analyse der zentralen Begriffspaare Schillers (Triebstruktur), die Bedeutung der Schönheit als bildendes Werkzeug und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption des Werkes.
Wichtige Begriffe sind Ästhetische Erziehung, Spieltrieb, Entfremdung, Freiheit und Veredelung des Charakters.
Schiller sieht Entfremdung als Folge der Arbeitsteilung und Spezialisierung in der Moderne, wodurch der Mensch seine Ganzheit verliert und auf seine Funktion (z.B. in Wissenschaft oder Geschäft) reduziert wird.
Wilde lassen sich primär von ihren Gefühlen beherrschen, während Barbaren durch eine einseitige Dominanz des Verstandes geprägt sind, die ihre Gefühle zerstört. Beide Formen stellen laut Schiller eine Fehlentwicklung dar, der durch ästhetische Erziehung begegnet werden soll.
Schiller erkennt selbst, dass das Ideal eines ästhetischen Staates, in dem Freiheit und allgemeine Harmonie herrschen, in der realen, von Zwängen geprägten Welt schwer umsetzbar ist und allenfalls in kleinen, auserlesenen Zirkeln vorfindbar bleibt.
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