Examensarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Konstruktionen in der Gesellschaft
2.1 Konstruktion von Geschlecht in der Gesellschaft
2.2 Männlichkeit als soziale Konstruktion
2.3 Konstruktion von Fußball und die Macht des Fußballs in der Gesellschaft
3. Diskriminierung und Homophobie in der Gesellschaft
4. Konstruktionen im Fußball
4.1 Konstruktion von Geschlecht im Fußball
4.2 Die männliche Fanszene im Fußball
4.3 Konstruktion von Fußball und Männlichkeit
4.3.1 Heterosexualität am Beispiel Oliver Kahn
4.3.2 Metrosexualität am Beispiel von David Beckham
4.3.3 Homosexualität am Beispiel von Thomas Hitzsperger
5. Diskriminierung und Homophobie im Fußball
6. Weitere Tabu´s im Fußball
6.1 Der Fall Andreas Biermann
6.2 Der Fall Martin Amedick
6.3 Die Rede von Dr. Theo Zwanziger auf der Trauerfeier zum Tod von Robert Enke
7. Ilusionen im Fußball
8. Fußball als Medium für eine männliche Erziehung
9. Fazit
Diese Arbeit untersucht die soziale Konstruktion von Männlichkeit im Kontext des Fußballs. Dabei wird analysiert, wie hegemoniale Männlichkeitsbilder durch Sport und Fanszenen reproduziert werden, welche Rolle Diskriminierung und Tabuisierung spielen und inwiefern Fußball als Instrument der männlichen Erziehung fungiert.
4.2. Die männliche Fanszene im Fußball
Eine der bekanntesten Fangruppierungen sind die Ultras. Die Ultras stehen für Werte wie Engagement, Gruppenzusammenhalt und Verantwortungsgefühl gegenüber ihrem Verein bzw. dem Team. Mit aufwändigen Spruchbändern, Transparenten und Choreographien unterstützen sie nahezu bedingungslos ihre Mannschaft (vgl. Gabler, 2010, S. 57). Zweifelsohne gehören die Ultras zu den „echten“ Fans. Und „Fans haben eine klare Vorstellung davon, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit jemand den Graben überspringen und echter Fan werden darf“ (Fiske, 1997, S. 58). Ein „echter“ Fan hat Interesse am Fußball und ausreichende Fachkenntnisse über die Sportart bzw. den Verein (vgl. Sülzle, 2011, S. 118). „Mädels“, die wegen ihres Freundes ins Stadion gehen oder einzelne Spieler anhimmeln gelten hingen nicht als „echte“ Fans, da sie nicht um des Fußballs willen ins Stadion gehen. Ebenso werden Ehefrauen von Spielern, Politiker/innen sowie VIP-Besucher häufig nicht als „echte“ Fans gesehen, sondern vielmehr als „Modefans“ oder auch „Erfolgsfans“ bezeichnet. Diese gehen nur zu besonders interessanten Spielen ins Stadion, wie im Auf- oder Abstiegskampf, Derby´s und Pokalspielen, statt ihr Team in jedem Spiel zu unterstützen. Ihnen wird „Konsum ohne Treue und Leidenschaft“ nachgesagt.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Konstruktion von Männlichkeit im Fußball sowie Abgrenzung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Konstruktionen in der Gesellschaft: Theoretische Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht und Männlichkeit sowie der gesellschaftlichen Bedeutung des Fußballs.
3. Diskriminierung und Homophobie in der Gesellschaft: Untersuchung der Mechanismen von Minderheitenstress und Ausgrenzung gegenüber Homosexuellen in der Gesellschaft.
4. Konstruktionen im Fußball: Analyse der geschlechtsspezifischen Prägung des Fußballsports und der damit verbundenen männlichen Identitätsbilder.
5. Diskriminierung und Homophobie im Fußball: Aufarbeitung der Tabuisierung von Homosexualität im Profifußball und der damit einhergehenden psychischen Belastungen für Akteure.
6. Weitere Tabu´s im Fußball: Diskussion psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Burn-out am Beispiel konkreter Profispieler.
7. Ilusionen im Fußball: Kritische Beleuchtung der ökonomischen Kommerzialisierung des Fußballs und der Entzauberung des „Glitzerwelt“-Mythos.
8. Fußball als Medium für eine männliche Erziehung: Reflexion über den Einsatz von Fußball als Instrument zur Sozialisation und Erziehung junger Männer.
9. Fazit: Zusammenfassung der zentralen Thesen und abschließende Einordnung des Fußballs als Spiegel gesellschaftlicher Identitätskonstruktionen.
Männlichkeit, Fußball, Geschlechterkonstruktion, Homophobie, Diskriminierung, Profifußball, Depression, Burn-out, Doing Masculinity, Hegemoniale Männlichkeit, Fanszene, Sozialisation, Identität, Tabuisierung, Kommerzialisierung
Die Arbeit analysiert, wie der Sport Fußball aktiv zur Konstruktion und Reproduktion traditioneller Männlichkeitsbilder beiträgt und welche gesellschaftlichen Folgen dies hat.
Neben der Konstruktion von Geschlecht stehen die Themen Homophobie, Diskriminierung, psychische Belastungen im Profisport sowie der Fußball als Instrument männlicher Erziehung im Vordergrund.
Ziel ist es, die unbewusste Verbindung zwischen Fußball und hegemonialer Männlichkeit aufzudecken und zu hinterfragen, warum Abweichungen vom männlichen Ideal im Fußball tabuisiert werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische Gender-Konzepte (wie "Doing Masculinity") sowie der Analyse von Fallbeispielen aus dem Profifußball und aktueller Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Analyse von Konstruktionsprozessen, die Behandlung von Tabuthemen wie Homosexualität und psychische Erkrankungen sowie die ökonomische und erzieherische Bedeutung des Fußballs.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie hegemoniale Männlichkeit, soziale Konstruktion, Diskriminierung, homosoziale Männerbünde und Tabuisierung geprägt.
Die Arbeit zeigt, dass psychische Erkrankungen aufgrund des herrschenden heteronormativen Leitbildes oft verschleiert werden, da sie als Schwäche wahrgenommen werden, die eine Karriere gefährden könnte.
Ultras werden als Beispiel für eine spezifische männliche Fankultur genannt, die zwar hohe Loyalitätswerte vertritt, aber auch exklusive und teils diskriminierende Männlichkeitsideale festigt.
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