Bachelorarbeit, 2016
55 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Die rote Zora und ihre Bande
2.1 Autor
2.2 Rezeptionsgeschichte
2.3 Inhalt
3 Definitionen
3.1 Kinder- und Jugendliteratur
3.2 Held
3.3 Protagonist
3.4 Starke Mädchen
3.5 Typus
4 Geschichtliche Einordnung
4.1 Die Anfänge der Mädchenliteratur
4.2 Das Ende der Kaiserzeit und die Weimarer Republik
4.3 Die 1930er Jahre und die Nationalsozialisten
4.4 Pippi Langstrumpf
4.5 Zoras Enkelinnen – ein Ausblick
5 Analyse der Figuren
5.1 Der Protagonist in Die rote Zora und ihre Bande
5.2 Der mimetische Ansatz
5.3 Der strukturalistische Ansatz
5.3.1 Figurenkonzeption nach Pfister
5.3.2 Das Handlungsmodell nach Greimas
5.3.3 Figurenkonstellationen
5.3.4 Figurencharakterisierung nach Rimmon-Kenan
5.3.5 Figurenverständnismodell nach Culpeper
5.4 Fazit der Figurenanalyse
6 Konstruktion von Geschlecht
6.1 Geschlechtsmarkierung durch den Erzähler
6.2 Geschlechtsmarkierung durch Figuren
6.3 Das „fremde Kind“
6.4 Fazit
7 Die Eigenschaften eines starken Mädchens
7.1 Autonomie
7.2 Selbstsicherheit und Entschlossenheit
7.3 Mut und Tapferkeit
7.4 Anführer
7.4.1 Akzeptanz durch Überzeugungsarbeit
7.4.2 Machterhaltung durch das Bestehen von Bewährungsproben
7.5 Schläue und Reflektiertheit, Intelligenz, Erfahrung
7.6 Körperliche Stärke/Aussehen
7.7 „Weibliche Tugenden“
7.7.1 Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein
7.7.2 Nahrungszubereitung
7.7.3 Freizeitaktivitäten und sonstige Charakteristika
8 Abschließendes Fazit
Die Arbeit untersucht den literarischen Typus des „starken Mädchens“ am Beispiel der Figur Zora aus Kurt Helds Jugendroman „Die rote Zora und ihre Bande“. Ziel ist es, die Komplexität dieser Protagonistin zu ergründen und festzustellen, ob sie einem klassischen Typus entspricht oder diesen durch ihre Entwicklung zur komplexen Persönlichkeit sprengt.
7.7 „Weibliche Tugenden“
Nachdem bisher vor allem die als männlich geltenden Charakteristika analysiert wurden, soll es nun um die andere Seite der starken Mädchen gehen. Wild bemerkt über Pippi Langstrumpf die Vereinigung von klassisch-weiblich und männlichen Eigenschaften: „In ihrem kühnen Zugriff auf die Welt besitzt sie Eigenschaften, die traditionell dem männlichen Geschlechtscharakter zugeordnet wurden, doch hat die Figur Pippi auch weiblich konnotierte, ja geradezu mütterlich-versorgende Aspekte: Sie macht Geschenke, verteilt Essen und Süßigkeiten, beschützt und tröstet die Kinder“. Kommen wir nun also zu den Charakteristika, die traditionell weiblichen Geschlechterrollen zugedacht sind. Diese werden zum Teil explizit abgelehnt, etwa indem Zora verächtlich von ihrem Aufenthalt in einem Kloster berichtet, wo sie „den ganzen Tag >brav< sein, schreiben und lesen oder singen und beten“ sollte. Nichtsdestotrotz weist sie Merkmale auf, die als klassische weibliche Tugenden akzeptiert und transportiert wurden. Insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, dass das Werk in den 1930er Jahren verfasst wurde.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz unangepasster Mädchenfiguren ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die Titelfigur Zora im Kontext des „starken Mädchens“ zu analysieren.
2 Die rote Zora und ihre Bande: Das Kapitel bietet einen historischen Kontext zur Entstehung des Romans und eine kurze Übersicht über die Rezeptionsgeschichte sowie den Inhalt des Werkes.
3 Definitionen: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten wie „Jugendliteratur“, „Held“, „Protagonist“, „Starkes Mädchen“ und „Typus“ wissenschaftlich abgegrenzt.
4 Geschichtliche Einordnung: Die Untersuchung bettet den Roman in die Entwicklung der Mädchen- und Jugendliteratur ein, von den Anfängen bis zu den 1930er Jahren und vergleicht ihn mit Pippi Langstrumpf.
5 Analyse der Figuren: Dieses Kernkapitel führt eine Figurenanalyse Zoras anhand verschiedener literaturwissenschaftlicher Modelle wie dem Handlungsmodell nach Greimas und der Charakterisierung nach Rimmon-Kenan durch.
6 Konstruktion von Geschlecht: Das Kapitel untersucht, wie Geschlecht im Roman durch den Erzähler und die Figuren markiert wird und beleuchtet das Motiv des „fremden Kindes“.
7 Die Eigenschaften eines starken Mädchens: Hier werden die zentralen Wesenszüge Zoras, wie Autonomie, Mut, Führungsrolle und „weibliche Tugenden“, detailliert analysiert und auf ihre Bedeutung für das „starke Mädchen“ geprüft.
8 Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Zora eine komplexe, dynamische Protagonistin ist, die als Vorläuferin für starke Mädchenfiguren fungiert.
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Die Arbeit analysiert die Titelfigur des Romans „Die rote Zora und ihre Bande“ von Kurt Held im Hinblick auf den literarischen Typus des „starken Mädchens“ und ihre Funktion als Vorläuferin und Identifikationsfigur in der Jugendliteratur.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Jugendliteratur im 20. Jahrhundert, die literarische Figurenkonzeption, die Konstruktion von Geschlechterrollen sowie die spezifischen Eigenschaften starker Mädchenfiguren.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Zora als „starkes Mädchen“ einen konkreten, konstanten Typus verkörpert oder ob ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte sie als komplexe, dynamische Protagonistin ausweist.
Die Analyse nutzt literaturtheoretische Ansätze, darunter die mimetische Figureninterpretation, das strukturalistische Handlungsmodell nach Greimas, die Figurencharakterisierung nach Rimmon-Kenan sowie das Figurenverständnismodell nach Culpeper.
Der Hauptteil gliedert sich in eine geschichtliche Einordnung, eine detaillierte Figurenanalyse von Zora unter verschiedenen theoretischen Modellen, die Untersuchung der Geschlechtermarkierung und eine spezifische Aufschlüsselung der Eigenschaften eines starken Mädchens.
Wichtige Begriffe sind „starkes Mädchen“, „Figurenanalyse“, „Gender“, „Anführerfigur“ und die intertextuelle Beziehung zu Werken wie „Pippi Langstrumpf“ oder dem Motiv des „fremden Kindes“.
Sie vereint traditionell als „männlich“ konnotierte Eigenschaften wie Mut, Tapferkeit und Führungskraft mit „weiblich“ konnotierten Fürsorgeaspekten und bricht so mit den Rollenbildern der damaligen Jugendliteratur.
Während Pippi Langstrumpf als phantastische Figur in ihrer Kindheit verharrt, ist Zora eine realistische Figur, die an der Schwelle zur Pubertät steht und sich aktiv mit Fragen ihrer Geschlechtsidentität und einer ungewissen Zukunft auseinandersetzt.
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