Masterarbeit, 2016
108 Seiten, Note: VG
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Existentialismus
2.1 Existentialismus: Eine Begriffsklärung
2.2 Sartres Philosophie: Ein Atheistischer Existentialismus
2.2.1 Kritik an Sartres Lehre
2.3 Existentialismus und Literatur
3. Französischer Existentialismus in der deutschen Nachkriegsliteratur
3.1 Rezeptionskontext
3.1.1 Stunde Null: Kontinuität oder Wandel in Nachkriegsdeutschland.
3.1.2 Presse und Kulturpolitik der Alliierten: Frankreich etabliert sich als Orientierungsmodell
3.1.3 Präformierung existentialistischer Denkfiguren
3.1.4 Der französische Existentialismus in Deutschland/ Auftakt
3.2 Polaritäten
3.2.1 Junge Generation und ältere Generation
3.2.2 Reportagen und Identitätsverlust
3.2.3 Existentialismus Rezeption der Vertreter der älteren Generation
3.2.4 Existentialismus Rezeption der Vertreter der jungen Generation
3.2.5 Schuldfrage und Existentialismus in der älteren und der jungen Generation
3.3 Existentialismus in der Nachkriegsprosa der jungen Generation
3.3.1 Alfred Andersch und Kierkegaard
3.3.2 Heinrich Böll und der Ekel
3.3.3 Siegfried Lenz: Eine kritische Auseinandersetzung mit Sartre nach dem Vorbild Camus’
3.3.4 Arno Schmidts Leviathan und Schwarze Spiegel: Schopenhauer vs. Sartre
4. Französischer Existentialismus in der schwedischen Literatur nach 1945
4.1 Rezeptionskontext
4.1.1 Schwedens Neutralitätspolitik während des Zweiten Weltkrieges
4.1.2 Schwedens Kulturpolitik während des Zweiten Weltkrieges
4.1.3 Die schwedische Literatur der 40er Jahre
4.1.4 Wegbereiter: Schwedische Autoren als ‚Präexistentialisten’
4.2 Rezeption des französischen Existentialismus in Schweden nach 1945
4.2.1 Erste Erfolge und heftige Kritik
4.2.2 Fyrtiotalister
4.3 Existentialphilosophie & Existentialismus in der schwedischen Prosa der 40er Jahre
4.3.1 Lars Ahlin: Min död är min
4.3.2 Lars Gyllensten und Kierkegaard
4.3.3 Stig Dagerman: L’enfer c’est les autres
5. Schlussbetrachtung und Ausblick:
Die Arbeit untersucht, inwieweit der französische Existentialismus nach 1945 die literarischen Motivkreise, Stoffe und den Schreibgestus in Deutschland und Schweden beeinflusste. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den nationalhistorischen Dispositionen und ideengeschichtlichen Einflussfaktoren, die eine Wirkung des französischen Existentialismus auf die deutsche und schwedische Nachkriegsliteratur ermöglichten.
3.1.2 Presse und Kulturpolitik der Alliierten: Frankreich etabliert sich als Orientierungsmodell
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stellte die dauerhafte Demokratisierung Deutschlands, durch eine Umerziehung des deutschen Volkes zu demokratischem Denken und Handeln, das gemeinsames Ziel der vier Besatzungsmächte dar. Die westlichen Besatzungsmächte hatten verschiedene Perspektiven bezüglich der Ursachen für den Nationalsozialismus; jedoch gingen ihre Erklärungsansätze „durchgängig von idealistischen Denkmustern aus [...], während sozioökonomische oder politische Faschismustheorien wie in der Sowjetunion völlig fehlten.“
Nichtsdestoweniger gab es in allen westlichen Besatzungszonen Vertreter eines moralischen Rigorismus, der von einer Pervertierung des gesamten deutschen Volkes, seiner Geschichte und Geistesgeschichte ausging und eine dauerhafte Schwächung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht forderte. Ausdruck dieser Anschauung ist die angelsächsische Kollektivschuldanklage, die vor allem in der englischen Besatzungsmacht Anklang fand. Das Misstrauen gegenüber den „unberechenbaren Deutschen“ führte unter anderem zu der Entscheidung deutsche Linksintellektuelle nicht in den Aufbauprozess mit einzubeziehen. Die Reparationszahlungen, als Symbol einer Kollektivbestrafung, belasteten das Verhältnis zwischen Besatzungsmächten und den Deutschen und ließen ein „Bewusstsein der [...] absoluten moralischen und kulturellen Überlegenheit“ der Sieger entstehen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Popularität des Existentialismus als "Modephilosophie" nach 1945 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den nationalhistorischen Hintergründen der Rezeption in Deutschland und Schweden.
2. Existentialismus: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsklärung, eine Einführung in die atheistische Philosophie Sartres sowie deren Kritik und erläutert die enge Verbindung zwischen Existentialismus und Literatur.
3. Französischer Existentialismus in der deutschen Nachkriegsliteratur: Hier werden die Voraussetzungen für die Aufnahme des Existentialismus in Deutschland sowie die Kontroversen zwischen der jungen und älteren Generation untersucht.
4. Französischer Existentialismus in der schwedischen Literatur nach 1945: Dieses Kapitel analysiert den schwedischen Rezeptionskontext unter Berücksichtigung der Neutralitätspolitik sowie die spezifische Aufnahme durch schwedische Autoren der 40er Jahre.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Die abschließenden Ergebnisse vergleichen die Rezeption in beiden Ländern und zeigen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten im Einfluss auf die literarische Produktion auf.
Existentialismus, Nachkriegsliteratur, Rezeption, Sartre, Camus, Deutschland, Schweden, junge Generation, Schuldfrage, Identität, Widerstand, Literaturwissenschaft, Philosophie, Engagement, Moderne.
Die Masterarbeit analysiert den Einfluss des französischen Existentialismus auf die deutsche und schwedische Nachkriegsliteratur zwischen 1946 und 1963.
Die Arbeit behandelt unter anderem die Rezeptionskontexte in beiden Ländern, die Rolle der Intellektuellen, die Bedeutung von Schuld und Identität sowie das Zusammenspiel von Philosophie und Literatur.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie der französische Existentialismus als modellhaftes Deutungsangebot für die intellektuelle Suche nach Neuorientierung nach 1945 fungierte.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären und vergleichenden Ansatz, der Literatur-, Geschichts-, Sozialwissenschaften und Philosophie miteinander verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Rezeption in Deutschland und Schweden, inklusive einer Analyse spezifischer Werke von Autoren wie Andersch, Böll, Lenz, Schmidt, Ahlin, Gyllensten und Dagerman.
Die zentralen Schlagworte sind Existentialismus, Nachkriegsliteratur, Sartre, Camus, Schuldfrage, Engagement und Identitätsverlust.
Während die ältere Generation den Existentialismus aufgrund von Traditionspflege und moralischem Konservatismus weitgehend ablehnte, nutzte die junge Generation ihn als philosophische Legitimationsbasis für ihren "Dritten Weg" und einen Neuanfang.
Schweden erlebte keine kriegsbedingte Zerstörung und keinen Zusammenbruch der staatlichen Ordnung wie Deutschland, was die literarische Kontinuität und eine andere kulturelle Ausgangslage bedingte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

