Examensarbeit, 2003
38 Seiten
1 EINLEITUNG
2. ORAL HISTORY IN PÄDAGOGISCH-EMANZIPATORISCHEN STRÖMUNGEN DER ZEITGESCHICHTE
2.1 Herkunft und Definition
2.2 Exkurs : Historia hablada als Instrument der Bewusstwerdung und Teil der cultura popular in Lateinamerika – Der Ansatz von Paolo Freire
3. ZUM EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IN SCHULEN
3.1 Im Geschichtsunterricht
3.2 Verortung in der Bezugswissenschaft und der Stand der Fachdidaktik
4. BEGRÜNDUNG FÜR DEN EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IM PÄDAGOGIKUNTERRICHT DER SEKUNDARSTUFE I
4.1 Die Basis: Handlungsorientierung im PU
4.2 Der Einsatz der Oral History Methode im handlungsorientierten Pädagogikunterricht
4.3 Die Methode der Oral History und der Lehrplan Erziehungswissenschaft
4.4 Beitrag der Oral History Methode zum PU in der Sek II
5. ORAL HISTORY- EINE METHODISCH-DIDAKTISCHE HERAUSFORDERUNG
5.1 Zeitzeugen
5.2 Interviewgestaltung
5.3 Gesprächsführung
5.4 Zum Quellenwert von Oral History-Interviews
5.5 Auswertung
5.6 Probleme der Oral History-Methode
6. PRAKTISCHER EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IM PU DER SEK II
6.1 Ableitung möglicher Zeitzeugenbefragungen aus der Obligatorik
6.2 Planung und organisatorische Form
6.3 Checkliste
7. FAZIT & AUSBLICK
8. LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Oral History-Methode als prozess- und produktionsorientierte Unterrichtsmethode geeignet ist, das historische und politische Bewusstsein von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe II zu stärken und ihr Interesse an gesellschaftswissenschaftlichen Themen zu fördern.
2.1 Herkunft und Definition
Bei der Methode der Oral History handelt es sich um eine relativ junge wissenschaftliche Teildisziplin, die aus den USA stammt und auch heute dort noch stärker verbreitet ist als in Deutschland. Betrachtet man heute Ansätze, die sich in irgendeiner Weise auf Oral History oder "mündliche Geschichte" stützen, gewinnt man den Eindruck eines wildwuchernden Dschungels. Die Traditionalisten beklagen, das Forschungsfeld liefe auseinander und verlöre seine Konturen. Kritische Geister behaupten dagegen, es hätte niemals Konturen gegeben, da Oral History kein eigenständiges Forschungsfeld sei, sondern eine Methode, die in historischen, soziologischen und nicht zuletzt pädagogischen Kontexten zu ganz verschiedenen Zwecken verwendet werden könne. Dieser Auffassung möchte ich mich anschließen, denn das aktuelle Spektrum des Einsatzes von Oral History reicht von der Befragung wirtschaftlicher, politischer, militärischer oder akademischer Eliten zu punktuellen Ereignissen der politischen Geschichte über Langzeitstudien zur Entwicklung einer Region, in denen der Alltag der Bevölkerung im Mittelpunkt des Interesses steht, bis zu pädagogischen Projekten, in denen der Forschungsvorgang die Grundlage für die Veränderung der eigenen Realität bieten soll.
Nicht nur die mit Hilfe der Oral History-Methode erfassten Inhalte, sondern auch die Intentionen ihrer Anwendung wandelten sich. Im weiteren Sinne pädagogische Projekte nahmen einen immer größeren Raum ein, denn diese Methode bietet sich zu Lehrzwecken an, da sie Abstraktes anhand von konkreten Erlebnissen erfahrbar macht und deshalb didaktisch besonders wertvoll ist. Oral History ist keine eigenständige geschichtswissenschaftliche Strömung. Eine mögliche Übersetzung ins Deutsche wäre "erinnerte Geschichte" (Steinbach 1985: 393), da der wesentliche Punkt die Vergangenheit des Berichteten ist, das nun gleichsam durch den Filter der Erinnerung weitergegeben wird. Nach intensiverer Beschäftigung mit dem Thema stellt man fest, dass es keine allgemein anerkannte Definition gibt. Vielmehr sehen wir uns einer Vielzahl von Definitionsversuchen gegenüber.
1 EINLEITUNG: Darstellung des geschichtlichen Desinteresses von Schülerinnen und Schülern und die Zielsetzung der Arbeit, die Oral History-Methode zur Förderung des politischen Bewusstseins zu integrieren.
2. ORAL HISTORY IN PÄDAGOGISCH-EMANZIPATORISCHEN STRÖMUNGEN DER ZEITGESCHICHTE: Historische Einordnung der Methode sowie Exkurs zum emanzipatorischen Ansatz von Paolo Freire.
3. ZUM EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IN SCHULEN: Analyse der Anwendung der Methode im Geschichtsunterricht und ihre Verortung innerhalb der Erziehungswissenschaft.
4. BEGRÜNDUNG FÜR DEN EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IM PÄDAGOGIKUNTERRICHT DER SEKUNDARSTUFE I: Begründung der Methode durch Handlungsorientierung und Anforderungen des Lehrplans.
5. ORAL HISTORY- EINE METHODISCH-DIDAKTISCHE HERAUSFORDERUNG: Detaillierte Betrachtung der methodischen Schritte von der Zeitzeugenauswahl über die Interviewführung bis hin zur Auswertung und Kritik.
6. PRAKTISCHER EINSATZ DER ORAL HISTORY METHODE IM PU DER SEK II: Konkrete Anwendungsmöglichkeiten, organisatorische Rahmenbedingungen und praktische Checklisten für den Unterricht.
7. FAZIT & AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Methode hinsichtlich ihres Potentials zur politischen Bildung und der Grenzen durch schulische Rahmenbedingungen.
8. LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Quellen.
Oral History, Pädagogikunterricht, Zeitzeugenbefragung, Handlungsorientierung, politische Bildung, Schulpraxis, Biographieforschung, historisches Bewusstsein, Erziehungswissenschaft, schülerorientierter Unterricht, Quellenkritik, Identitätsentwicklung, Partizipation, Zeitgeschichte.
Die Arbeit untersucht die Integration der Oral History-Methode in den Pädagogikunterricht der Sekundarstufe II, um dem beobachteten politischen Desinteresse von Lernenden entgegenzuwirken.
Zentral sind die theoretische Fundierung der Oral History im handlungsorientierten Unterricht, die methodisch-didaktischen Anforderungen an Zeitzeugengespräche und die Legitimation durch den Lehrplan Erziehungswissenschaft.
Das Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das durch die Begegnung mit Zeitzeugen und die Auseinandersetzung mit authentischen Erfahrungen das politische und historische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler stärkt.
Es werden konstruktivistische Lerntheorien, Konzepte des handlungsorientierten Unterrichts sowie fachdidaktische Ansätze der Biographieforschung und Historischen Pädagogik kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung, eine umfassende methodische Darstellung der Interviewphasen (Auswahl, Führung, Auswertung) und praktische Anwendungsbeispiele für den Unterricht.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Oral History, Handlungsorientierung, politische Bildung, Zeitzeugen, schülerorientierter Unterricht und Quellenkritik.
Weil das Fach Pädagogik durch den direkten Bezug zur Erziehungswirklichkeit und Identitätsfindung der Lernenden besonders davon profitiert, theoretische Modelle mit konkreten, lebensweltlichen Erfahrungen von Zeitzeugen zu verknüpfen.
Sie betont, dass die Subjektivität von Aussagen kein Hindernis, sondern eine methodische Chance ist. Die Lernenden sollen durch Quellenkritik und Vergleich mit anderen Materialien lernen, die Konstruiertheit von Geschichte zu verstehen.
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