Masterarbeit, 2016
171 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Gesundheit im Spiegel von Alter und Pflegebedürftigkeit
2.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen zur pflegerischen Versorgung und Gesundheitsförderung von Heimbewohnern
2.3 Eine Annäherung an die pflegerische und gesundheitliche Situation von Heimbewohnern
2.3.1 Körperliche Gesundheit
2.3.2 Psychische Gesundheit und kognitive Leistungsfähigkeit
2.3.3 Funktionale Beeinträchtigungen
2.3.4 Ernährung von Heimbewohnern
2.3.5 Medizinische, medikamentöse und pflegerische Versorgung
2.3.6 Soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten
2.4 Potenziale zur Gesundheitsförderung bei Heimbewohnern
2.4.1 Strategien der Gesundheitsförderung und das Konzept der Salutogenese
2.4.2 Stand der Umsetzung von Gesundheitsförderung bei Heimbewohnern
2.4.3 Potenziale zur Förderung der Gesundheit von Heimbewohnern
3. Material und Methodik
3.1 Forschungsfragen und Studiendesign
3.2 Entwicklung der Leitfäden
3.3 Untersuchter Fall und Stichprobe
3.4 Rekrutierung der Interviewpartner und Durchführung der Interviews
3.5 Transkription
3.6 Auswertungsverfahren
4. Ergebnisse
4.1 Darstellung der Ergebnisse aus den Interviews mit den Führungskräften anhand des entwickelten Kategoriensystems
4.2 Darstellung der Ergebnisse aus den Interviews mit den Heimbewohnern anhand des entwickelten Kategoriensystems
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Methodische Diskussion
5.2 Inhaltliche Diskussion und Handlungsempfehlungen
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung von Bewohnern in vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen aus der Perspektive der Bewohner sowie der Leitungsebene. Ziel ist es, den aktuellen Stand und die Potenziale zur Gesundheitsförderung zu eruieren, um daraus fundierte Handlungsempfehlungen für die praktische Pflege abzuleiten.
2.3.1 Körperliche Gesundheit
Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Krebserkrankungen, insbesondere im Darm und der in Lunge, gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Alter (Saß, Wurm, Ziese, 2009). Nahezu alle Heimbewohner der Studie MUG IV sind nach Schätzungen von Pflegefachkräften von langanhaltender körperlicher Behinderung oder von körperlichen chronischen Erkrankungen betroffen. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören mit 70 % Erkrankungen des Bewegungsapparates und mit 48 % Herzkreislauferkrankungen. Ein Viertel ist an Diabetes erkrankt (Schneekloth und Wahl, 2007). Auch in der Untersuchung von Kleina et al. weist jeder Bewohner im Durchschnitt 2,3 ärztlich diagnostizierte Erkrankungen (inklusive der Demenz) auf. Ein Drittel der Bewohner leidet an koronaren Herzerkrankungen, ein Viertel an Diabetes und jeweils 17 % an Osteoporose und Apoplex (Kleina et al., 2012).
Frauen und Männer unterschieden sich hinsichtlich Morbidität, Mortalität und gesundheitsbezogenem Verhalten (GKV-Spitzenverband et al. 2016). Gleichwohl Frauen eine höhere Lebenserwartung haben, haben sie im Vergleich zu gleichaltrigen Männern eine leicht schlechtere körperliche und funktionale Gesundheit. Laut den Ergebnissen von BASE treten bei Männern eher lebensbedrohliche Erkrankungen, wie Niereninsuffizienz oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung auf. Frauen sind eher von chronischen Erkrankungen wie Osteoarthrose, Osteoporose, Hypertonie oder Herzinsuffizienz und damit einhergehenden Funktionseinbußen betroffen sind. Betrachtet man die häufigsten Erkrankungen im Alter von Männern und Frauen zeigt sich, dass sich diese zwar in der Reihenfolge unterscheiden, prinzipiell aber bei beiden Geschlechtern auftreten (Baltes et al., 2010). Aus Sicht der Betroffenen stehen nicht die Herzkreislauferkrankungen im Vordergrund, sondern die Erkrankungen des Bewegungsapparates, Arthrosen und Osteoporose, von denen eher Frauen betroffen sind. Ungefähr die Hälfte aller Befragten lebt mit chronischen und schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates (Mayer et al., 2010).
1. Einleitung: Beleuchtung der Relevanz von Gesundheit im Alter vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und Einführung in die gesetzliche Bedeutung von Prävention in Pflegeeinrichtungen.
2. Theoretischer Hintergrund: Darstellung gesundheitlicher Aspekte im Alter, gesetzlicher Rahmenbedingungen und des Konzepts der Salutogenese als theoretischer Orientierungsrahmen.
3. Material und Methodik: Beschreibung des qualitativen Studiendesigns, der Stichprobe aus Pflegeheimen der Region Hannover und des Vorgehens bei der qualitativen Inhaltsanalyse.
4. Ergebnisse: Ausführliche Darstellung der aus Interviews gewonnenen Kategoriensysteme zur Bewertung von Gesundheitsförderung durch Führungskräfte und Heimbewohner.
5. Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise sowie inhaltliche Diskussion der Befunde im Abgleich mit existierender Fachliteratur.
6. Fazit und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Ableitung notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsförderung in stationären Pflegeheimen.
Gesundheitsförderung, stationäre Dauerpflege, Heimbewohner, Pflegebedürftigkeit, Präventionsgesetz, Salutogenese, Lebensqualität, Altenpflege, Bewohnerperspektive, qualitative Inhaltsanalyse, Teilhabe, Gesundheitsressourcen, Pflegealltag, Selbstbestimmung.
Die Masterarbeit analysiert Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung von Bewohnern in vollstationären Dauerpflegeheimen und untersucht dabei sowohl die Sicht der Betroffenen als auch die der Leitungsebene.
Die Themen umfassen den demografischen Wandel im Pflegebereich, die gesundheitliche Situation von Heimbewohnern, die gesetzliche Verankerung durch das Präventionsgesetz sowie die praktische Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, aus den Erfahrungen und Sichtweisen der Bewohner und Führungskräfte Handlungsempfehlungen abzuleiten, um Gesundheitsförderung in Pflegeheimen bedarfsgerechter und systematisch umzusetzen.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Die Daten wurden durch leitfadengestützte persönliche Interviews mit Bewohnern und Führungskräften erhoben und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die detaillierte Darstellung der Interviewergebnisse anhand von Kategoriensystemen sowie die kritische Diskussion dieser Ergebnisse.
Zu den Kernbegriffen gehören Gesundheitsförderung, Heimbewohner, stationäre Pflege, Präventionsgesetz, Lebensqualität und Partizipation.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass Angehörige wichtige Unterstützer sind, deren Einbeziehung in den Pflegealltag und in den Genesungsprozess das Wohlbefinden der Heimbewohner positiv beeinflussen kann.
Als primäre Hürden werden vor allem der Personal- und Zeitmangel, finanzielle Engpässe und die oft vorherrschende Defizitorientierung im Pflegealltag sowie bürokratische Rahmenbedingungen genannt.
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