Masterarbeit, 2016
72 Seiten, Note: 2,6
1 Einleitung
2 Besonderheiten eines Sportwettbewerbs
2.1 Winner-Take-All-Market
2.2 Coopetition
2.3 Louis Schmeling Paradox
3 Sportnachfrage
3.1 Determinanten der Sportnachfrage im Fußball
3.2 Uncertainty of Outcome-Hypothese
4 Competitive Balance als Zielfunktion einer Fußballliga
4.1 Dimensionen von Competitive Balance
4.2 Messung & Einflussfaktoren
5 Competitive Balance-Das Problem europäischer Fußballligen?
5.1 Within Season Uncertainty of Outcome
5.2 Between Season Uncertainty of Outcome
6 Contest Design
6.1 Contest Systeme
6.1.1 Elimination Tournament & Robin Round Tournament
6.1.2 Multi-Stage-Tournament
6.2 Prämienanreizsysteme
7 Contest Success Function
8 Contest Design einer europäischen Superliga
8.1 Vision europäische Superliga
8.2 Das Modell einer Europäischen Superliga
8.3 Auswirkungen einer Superliga
9 Fazit
10 Das Schreckgespenst der europäischen Fankultur
Die Arbeit untersucht den Status quo der europäischen Profifußballligen in Bezug auf Competitive Balance und analysiert, ob die Gründung einer europäischen Superliga als Ersatz für bestehende nationale Ligen und internationale Pokalwettbewerbe eine sinnvolle Lösung für die bestehende sportliche und wirtschaftliche Dominanz weniger Vereine darstellen kann.
2.1 Winner-Take-All-Market
George A. Akerlof benutzte zur Modellierung eines sportlichen Wettkampfes die Metapher eines Rattenrennens. Dabei duellieren sich mehrere Ratten in einem Rennen um ein Stück Käse, das nur der Sieger bekommt. Die übrigen Ratten gehen leer aus. Es ist sinnvoll maximalen Einsatz zu zeigen, auch wenn in diesem Fall der Einsatz höher ist als der zu erzielende Ertrag durch das gewonnene Stück Käse. Das heißt, die Ratten steigern ihren Inputeinsatz mit steigender Renngeschwindigkeit, während sich der Wert des Käses nicht ändert. Grund für diese Verhaltensweise ist, dass in sportlichen Wettkämpfen das Produkt mit der höchsten Qualität bevorzugt wird. Konkret bedeutet das, dass der Gewinner für seinen Sieg eine Prämie erhält und der Verlierer nichts bekommt.
Der Einsatz des Verlierers stellt so genannte sunk cost dar. Es handelt sich um Kosten, die bereits entstanden sind und nicht rückgängig gemacht werden können. Aus diesen Annahmen heraus lassen sich zwei Schlussfolgerungen ziehen: Erstens bei einem Sportwettbewerb handelt es sich um einen Winner-Take-All-Market und zweitens, dass ein sportlicher Wettkampf spieltheoretisch als Nullsummenspiel interpretiert werden kann. Bei einem Nullsummenspiel ergibt die Summe der Payoffs aller Spieler ausschließlich null. Das bedeutet, der Vorteil des einen Spielers zum Nachteil des Anderen wird. In einer Sportliga wird dies deutlich durch den positionalen Wettbewerb in Form einer Tabelle. Jede tabellarische Verbesserung einer Mannschaft hat zwangsläufig die Verschlechterung mindestens einer anderen Mannschaft zur Folge. In der Realität jedoch ist die Prämienstruktur sportlicher Wettkämpfe oftmals so ausgestaltet, dass mehrere Preise vergeben werden, so dass die Annahme eines reinen Winner-Take-All-Market angezweifelt werden kann.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Competitive Balance im europäischen Profifußball und Vorstellung der Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit einer Superliga.
2 Besonderheiten eines Sportwettbewerbs: Darstellung ökonomischer Grundkonzepte wie Winner-Take-All-Märkte, Coopetition und das Louis-Schmeling-Paradox im sportlichen Kontext.
3 Sportnachfrage: Analyse der Faktoren, die die Nachfrage nach Fußballspielen bestimmen, insbesondere die Bedeutung der Spannung durch die Uncertainty of Outcome-Hypothese.
4 Competitive Balance als Zielfunktion einer Fußballliga: Definition und Operationalisierung von Competitive Balance sowie Diskussion geeigneter Messgrößen.
5 Competitive Balance-Das Problem europäischer Fußballligen?: Praktische Untersuchung des sportlichen Gleichgewichts in europäischen Ligen mittels Datenanalysen und statistischen Indikatoren.
6 Contest Design: Erläuterung der verschiedenen Wettbewerbssysteme wie Round Robin und Elimination Tournaments sowie deren Auswirkungen auf den sportlichen Wettkampf.
7 Contest Success Function: Vorstellung des theoretischen Modells der Contest Success Function zur Identifikation von Einflussvariablen auf den Wettbewerbsausgang.
8 Contest Design einer europäischen Superliga: Entwurf eines Modells für eine europäische Superliga unter Berücksichtigung von Anreizsystemen, Ligagröße und Wettbewerbsdesign.
9 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Umsetzbarkeit und Auswirkungen eines solchen Modells.
10 Das Schreckgespenst der europäischen Fankultur: Analyse der Konsequenzen einer Superliga aus der Perspektive des Fußballfans mit Fokus auf Tradition und Fankultur.
Competitive Balance, Fußball, Sportökonomie, Superliga, Wettbewerbsdesign, Contest Success Function, Uncertainty of Outcome, Winner-Take-All, Coopetition, Fankultur, Prämienanreizsysteme, Ligagröße, ökonomische Modellierung, Spielstärke, sportliches Gleichgewicht.
Die Arbeit analysiert den Status quo der europäischen Fußballligen im Hinblick auf ihre Wettbewerbsausgeglichenheit (Competitive Balance) und bewertet die Idee einer europäischen Superliga als alternative Organisationsform.
Die Arbeit behandelt Themen wie die ökonomischen Besonderheiten des Sports, die Nachfragedeterminanten, die Messung von Wettbewerbsintensität sowie die Gestaltung von Wettbewerbssystemen und Anreizstrukturen.
Das Ziel ist es, auf Basis einer ökonomischen Analyse zu klären, ob eine europäische Superliga eine Lösung für die Konzentration von sportlicher und wirtschaftlicher Dominanz auf wenige Vereine bieten kann.
Die Arbeit nutzt theoretische Modelle der Sportökonomie, insbesondere die Contest Success Function (CSF) nach Tullock sowie Ansätze zum Wettbewerbsdesign, um verschiedene Szenarien zu bewerten.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, eine empirische Analyse der bestehenden europäischen Ligen und die Konstruktion eines fiktiven Superliga-Modells mit anschließender Wirkungsanalyse.
Wichtige Begriffe sind Competitive Balance, Contest Design, Uncertainty of Outcome-Hypothese, sowie die ökonomische Modellierung von Anreizsystemen im Sport.
Leicester City dient als prominentes Beispiel für einen unvorhersehbaren sportlichen Erfolg, der die "Uncertainty of Outcome"-Hypothese unterstreicht, aber gleichzeitig als Ausnahme die allgemeine Dominanz weniger Top-Clubs verdeutlicht.
Das vorgeschlagene Modell nutzt ein "umgekehrtes" Multi-Stage-Tournament (Elimination gefolgt von Round Robin), um sowohl kurzfristige Spannung als auch langfristige relative Leistungsstärke abzubilden.
Die Fankultur wird als entscheidende Komponente der Primärnachfrage identifiziert, deren Gefährdung durch eine Superliga (z.B. durch Distanzen und Verlust von Tradition) als gewichtiges Argument gegen das Modell angeführt wird.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass ein "perfektes" Modell zur Herstellung von Competitive Balance nicht existiert und eine Superliga die zugrunde liegenden Probleme auf der Angebotsseite nicht lösen kann.
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