Bachelorarbeit, 2016
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition Gesundheit und betriebliches Gesundheitsmanagement
2.1 Definition und Prävalenz langer Arbeitszeiten
2.2 Aufgaben der Arbeits(Zeit)gestaltung
2.3 Gesundheitliche und soziale Auswirkungen langer Arbeitszeiten – ein erster Überblick
2.3.1 Arbeitsdauer und Unfallrisiko
2.3.2 Auswirkungen der Arbeitszeit auf die Gesundheit
3 Ätiologie psychischer Erkrankungen
3.1 (Früh)diagnostik – Erkennen von Gefährdungen für den Erhalt psychischer Gesundheit im Betrieb
4 Zukunftsforschung – Wie werden wir in 20 Jahren arbeiten?
4.1 Die Zukunft der Arbeit
4.2 Gestaltungsprämissen zukunftsweisender Arbeit
4.3 Zukunft der betrieblichen Gesundheitsförderung
5 Soziologische Sicht auf den Wandel der Arbeitswelt
5.1 Atypische Beschäftigung
5.2 Zuwanderung
5.3 Zunahme der Beschäftigung Älterer
6 Zukünftige Arbeitswelten aus Unternehmenssicht
6.1 Demografie und Fachkräfteengpässe
6.2 Reaktionen der Unternehmen
6.3 Gesundheitsförderung als wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung
7 Methode
8 Ergebnisse
9 Diskussion
10 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesundheitlichen und psychosozialen Auswirkungen flexibler Arbeitszeiten sowie die Herausforderungen, die sich für das betriebliche Gesundheitsmanagement durch den Wandel der Arbeitswelt ergeben. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Arbeitszeitdauer, Stressbelastungen und der langfristigen Erhaltungsfähigkeit der Gesundheit von Beschäftigten empirisch zu beleuchten.
2.3.2.1 Kardiovaskuläre Erkrankungen
Lange Arbeitszeiten können sich auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken. So berichteten z. B. LIU & TANAKA (2002), dass sich bei Arbeitszeiten über 61 Stunden pro Woche das Risiko für einen Myokardinfarkt verdoppelt, verglichen mit Arbeitszeiten von unter 40 Wochenstunden. Ergebnisse aus anderen Studien weisen ebenfalls darauf hin, dass lange Arbeitszeiten das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen (HAYASHI et al., 1996; UEHATA, 1991). In Japan kam der plötzliche Tod durch Überarbeitung derart häufig vor, dass er mit dem Begriff Karoshi bezeichnet wurde. Häufig gehen dem Karoshi, der in der Regel durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ausgelöst wird, viele Überstunden beziehungsweise lange Arbeitszeiten ohne Pause und weitere arbeitsbedingte Stressoren voraus. Da Karoshi in Japan als berufsbedingte Erkrankung anerkannt ist, besteht sogar das Anrecht auf Entschädigung für die Hinterbliebenen. Es lassen sich allerdings auch gegenteilige Ergebnisse finden, wie etwa die von NAKANISHI et al. (2001). Dort wird ein positiver Effekt langer Arbeitszeiten auf die Entwicklung von Bluthochdruck berichtet. Da sich die meisten Studien zum Zusammenhang von Arbeitszeit und kardiovaskulären Symptomen aller-dings auf Stichproben japanischer Männer beschränken, ist ihre Generalisierbarkeit eingeschränkt (vgl. CARUSO et al., 2004a). SPURGEON (2003) und BEERMANN (2004) kommen dennoch zu dem Schluss, dass die negativen Auswirkungen langer Arbeitszeiten auf kardiovaskuläre Symptome als gesichert betrachtet werden können.
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das umfassende Verständnis von Gesundheit und betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements zur Förderung der Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Beschäftigten.
2. Definition Gesundheit und betriebliches Gesundheitsmanagement: Das Kapitel erläutert die Prävalenz langer Arbeitszeiten und deren nachgewiesene negative Auswirkungen auf das Unfallrisiko und die physische wie psychische Gesundheit.
3 Ätiologie psychischer Erkrankungen: Hier wird die Entstehung psychischer Erkrankungen im Kontext von biologischer Disposition, Sozialisation und Umweltfaktoren sowie die Bedeutung der (Früh)diagnostik im Betrieb dargelegt.
4 Zukunftsforschung – Wie werden wir in 20 Jahren arbeiten?: Das Kapitel diskutiert die Rahmenbedingungen des Wandels, wie Ressourcenverknappung und Demografie, und die Notwendigkeit resilienter Organisationen.
5 Soziologische Sicht auf den Wandel der Arbeitswelt: Es wird die zunehmende Verbreitung atypischer Beschäftigungsformen, Zuwanderung und die steigende Beschäftigung Älterer im Kontext globaler wirtschaftlicher Veränderungen analysiert.
6 Zukünftige Arbeitswelten aus Unternehmenssicht: Dieses Kapitel betrachtet die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Fachkräfteengpass und analysiert betriebliche Reaktionen sowie die Gesundheitsförderung als zentralen Sicherungsbaustein.
7 Methode: Dieser Abschnitt definiert die Forschungsfragen der Arbeit sowie die Hypothesen zum Zusammenhang von Arbeitszeit, Alter und gesundheitlichen Auswirkungen, die mittels Umfrage untersucht wurden.
8 Ergebnisse: Die Auswertung der 102 Fragebögen verdeutlicht das Befinden der Befragten bezüglich ihrer Arbeitsbedingungen, Belastungen und ihrer Einschätzung zur zukünftigen Arbeitsfähigkeit bis zur Rente.
9 Diskussion: Die Ergebnisse werden mit bestehenden Studien kontextualisiert, wobei die negativen Effekte langer Arbeitszeiten und der Handlungsbedarf für eine humane Arbeitsgestaltung betont werden.
10 Ausblick: Der Ausblick fasst die Herausforderung für Unternehmensleitungen zusammen, in Zeiten des Wandels die Gesundheit als bedeutsame Ressource langfristig zu sichern.
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitszeitgestaltung, psychische Erkrankungen, lange Arbeitszeiten, Unfallrisiko, Arbeitsweltwandel, Fachkräftesicherung, Resilienz, Prävention, Arbeitsschutz, psychosoziale Belastung, Beschäftigungsfähigkeit, Atypische Beschäftigung, Burnout-Syndrom, Gesundheitsförderung
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen und psychosozialen Auswirkungen flexibler und langer Arbeitszeiten auf Beschäftigte und analysiert die Rolle des betrieblichen Gesundheitsmanagements in einer sich wandelnden Arbeitswelt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Auswirkungen der Arbeitszeitdauer auf physische und psychische Beschwerden, die Zukunftsforschung bezüglich neuer Arbeitswelten sowie soziologische Aspekte wie atypische Beschäftigung und der demografische Wandel.
Das Ziel besteht darin, den Zusammenhang zwischen der Arbeitszeitdauer und der psychischen bzw. physischen Beeinträchtigung zu klären und aufzuzeigen, wie Betriebe durch Gesundheitsmanagement diesen Herausforderungen begegnen können.
Die Verfasserin führt eine empirische Umfrage mittels eines Fragebogens unter 102 Erwerbstätigen durch, um deren Arbeitsbedingungen, Belastungen und das subjektive Befinden zu erfassen und mittels Excel auszuwerten.
Der Hauptteil umfasst eine Literaturanalyse zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Arbeitszeit, eine Betrachtung der Ätiologie psychischer Erkrankungen und eine Analyse soziologischer Wandlungsprozesse sowie unternehmerischer Strategien zur Fachkräftesicherung.
Wichtige Begriffe sind Betriebliches Gesundheitsmanagement, psychische Gesundheit, Arbeitszeitgestaltung, Resilienz, Unfallrisiko und Fachkräftesicherung.
Die Arbeit belegt, dass mit zunehmender wöchentlicher Arbeitszeit das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen und Arbeitsunfälle steigt, wobei insbesondere die psychovegetativen Beschwerden bei Arbeitszeiten über 40 Stunden pro Woche deutlich zunehmen.
Die Analyse zeigt, dass lange Arbeitszeiten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich einschränken, was wiederum die psychische Belastung erhöht und somit die Bedeutung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstreicht.
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