Bachelorarbeit, 2015
75 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Multikulturalität
2.1 Multikulturalismus - Definition
2.2 Das Multikulturalismusmodell nach Charles Taylor
2.3 Ausblick
3 Symbole
3.1 Das Wesen der Symbole
3.2 Die Sprache als Symbolismus
3.3 Der Symbolismus von unseren Sinnen
3.4 Die Funktion von Symbolen in Hinblick auf die Gesellschaft
3.5 Zusammenfassung und Ausblick
4 Kulturelle Konflikte
4.1 Kulturelle Konflikte – Definition
4.2 Auslöser von kulturellen Konflikten
4.3 Die Ebenen kultureller Konflikte
4.4 Zusammenfassung und Ausblick
5 Kulturelle Konflikte in Deutschland
5.1 Der Islam in Deutschland
5.2 Das Judentum in Deutschland
6 Methode der Datenerhebung
6.1 Auswahl und Ziel der Methode
6.2 Herstellung des Feldzugangs
6.3 Die Durchführung der Datenerhebung
6.4 Methode der Datenauswertung
7 Ergebnisse
7.1 Die Bedeutung von Symbolen für das Judentum und für den Islam
7.2 Das Verhältnis von Judentum und Islam zur Gesellschaft
7.3 Das Islamische Kopftuch
7.4 Der Streit um den Bau von repräsentativen Moscheen
7.5 Staatssymbole als Identitäts- und Vorurteilsgegenstand
7.6 Der sekundäre Antisemitismus
8 Fazit
8.1 Ausblick in die Praxis
Diese Bachelorarbeit untersucht die Rolle von Symbolen in kulturellen Konflikten in Deutschland, mit besonderem Fokus auf die Beziehungen zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Minderheiten der Muslime und Juden. Die Arbeit analysiert, wie Symbole Identitäten stiften, Vorurteile reproduzieren und als Ausdrucksmittel in gesellschaftlichen Spannungsfeldern dienen.
3.1 Das Wesen der Symbole
„Symbole bestimmen in vielfältiger Art und Weise unseren Alltag. Abzeichen und Embleme stehen exemplarisch für eine bestimmte Gesinnung; Denkmäler erinnern symbolisch an die Vergangenheit; Flaggen und Hymnen sollen ein ganzes Land repräsentieren.“ (Kötzing 2006, S. 3) Aber auch politische Handlungen, können als Symbol gewertet werden (vgl. Jessen 2006, S. 3–6); die historischen Wurzeln einer kulturellen Gemeinschaft werden symbolisch durch Traditionen erhalten (vgl. Croissant et al. 2009, S. 36). Symbole finden sich generell in fast allen alltäglichen Gegebenheiten und Gegenständen, mit denen wir unseren Alltag bestreiten. Durch sie erschließen wir uns die Welt. Vor allem durch unsere Sprache und Worte werden Dinge symbolisch zum Ausdruck gebracht.
Auch unsere Körpersprache steht symbolisch für unser Empfinden. Die menschliche Wahrnehmung drückt sich in allen gesellschaftlichen Funktionssytemen durch Symboliken aus. Erst durch sie ist es uns möglich, uns oder unsere Umwelt zu erfassen, zu ordnen und unser Handeln zu verstehen (vgl. Esser 2001, S. IX; Kötzing 2006, S. 3).
Symbole sind mit Erfahrung, Wissen und vor allem mit Emotionen behaftet (vgl. Whitehead und Lachmann 2000, S. 67 ff). Ein wichtiges Charakteristikum von Symbolen ist, dass sie stets in Beziehung zueinander stehen und erst in ihrem Zusammenspiel einen Sinn ergeben, welcher sich aus einer Wahrnehmung und der dazugehörigen Erfahrungsbedeutung ergibt (vgl. Schwemmer 2006, S. 7). Erst im „Situationszusammenhang“ (ebd., S. 7) finden sie ihren Anklang.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung kultureller Konflikte in einer durch Zuwanderung geprägten Gesellschaft ein und definiert das Ziel, die Rolle von Symbolen in diesen Konflikten zu untersuchen.
2 Multikulturalität: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Multikulturalismus anhand des Modells von Charles Taylor und diskutiert die Begriffe Ethnie und Minderheit.
3 Symbole: Hier wird der theoretische Rahmen für Symbole als Ausdrucksmittel und Identitätsmarker gelegt, wobei auch die Sprache und Sinnerfahrungen als symbolische Prozesse beleuchtet werden.
4 Kulturelle Konflikte: Das Kapitel definiert kulturelle Konflikte als Kommunikationssituationen, in denen Identität und Werte verhandelt werden, und identifiziert Machtasymmetrien als treibende Kraft.
5 Kulturelle Konflikte in Deutschland: Es wird die Situation von Muslimen und Juden in Deutschland historisch aufgearbeitet und der Kontext für die untersuchten Konfliktfelder geschaffen.
6 Methode der Datenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews mit Vertretern der muslimischen und jüdischen Gemeinschaft in Potsdam.
7 Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die Analyse der Interviews und verknüpft die Erkenntnisse zur Symbolbedeutung (Kopftuch, Moscheen, Staatssymbole) mit den theoretischen Modellen.
8 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Symbole als Zusammenfassung kultureller Konflikte dienen und wie die Wahrnehmung von Identität und die Gefahr von Vorurteilen in diesen Prozessen verwoben sind.
Multikulturalismus, Symbole, kulturelle Konflikte, Identität, Integration, Antisemitismus, Islam, Judentum, Machtasymmetrien, Vorurteile, Symbolisierung, Gesellschaft, Religion, Kommunikation, Wertesysteme.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Symbolen in kulturellen Konflikten innerhalb der deutschen Gesellschaft, insbesondere im Verhältnis zwischen der Mehrheitsgesellschaft und den Minderheiten der Muslime und Juden.
Die zentralen Felder sind die Theorie des Multikulturalismus, die Funktion und Wirkung von Symbolen sowie die Entstehung und Ausprägung kultureller Konflikte.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern spiegeln Symbole innerhalb der in Deutschland stattfindenden kulturellen Konflikte, gesellschaftliche Prozesse, Beziehungen und soziale Verhältnissen wieder?“.
Es wurde eine qualitative Forschungsstrategie gewählt, basierend auf Experteninterviews mit einem Imam und einem Rabbiner in Potsdam, ergänzt durch eine Literaturanalyse.
Der Hauptteil analysiert spezifische Symbole wie das Kopftuch, Moscheebauten, den Davidstern und Staatssymbole, um deren Rolle in der Identitätsstiftung und im Konfliktgeschehen zu diskutieren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identität, Symbole, Multikulturalismus, kulturelle Konflikte, Machtasymmetrien und Antisemitismus charakterisieren.
Dieser Aspekt verdeutlicht, dass Vorurteile oft emotional und wahrnehmungsbasiert sind, bevor sie rational reflektiert werden, was die schnelle Festigung von Stereotypen über kulturelle Symbole erklärt.
Der Islam wird in den Interviews als eine Religion beschrieben, die keine Symbole benötigt, da der Kontakt zu Gott direkt ist. Demgegenüber dienen Symbole im Judentum stärker dazu, der Religion Ausdruck zu verleihen und die Gemeinschaft zu binden.
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