Bachelorarbeit, 2016
87 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Rechtsformvergleich
2.1 Zivilrechtliche Grundlagen
2.1.1 Grundlagen zur Kapitalgesellschaft
2.1.2 Grundlagen zur Personengesellschaft
2.2 Steuerrechtliche Grundlagen
2.2.1 Besteuerung der Kapitalgesellschaft
2.2.1.1 Besteuerung auf Ebene der Körperschaft
2.2.1.2 Besteuerung auf Ebene der Anteilsinhaber
2.2.2 Besteuerung der Personengesellschaft
2.3 Steuerbelastungsvergleich
2.4 Motive der Umwandlung
2.4.1 Betriebswirtschaftliche Gründe
2.4.2 Steuerrechtliche Motive
3. Definition einer Umwandlung
3.1 Zivilrechtlicher Begriff einer Umwandlung
3.1.1 Möglichkeiten der Vermögensübertragung
3.1.2 Das Umwandlungsgesetz
3.1.2.1 Aufbau des UmwG
3.1.2.2 Umwandlungsarten nach dem UmwG
3.2 Steuerrechtlicher Begriff einer Umwandlung
3.2.1 Das Umwandlungssteuergesetz
3.2.2 Der Umwandlungssteuererlass
3.3 Verhältnis von UmwG zu UmwStG
4. Formwechsel aus zivilrechtlicher Sicht
4.1 Grundlagen
4.2 Der Ablauf des Formwechsels
4.2.1 Planungs- und Vorbereitungsphase
4.2.2 Beschlussphase
4.2.3 Vollzugsphase
4.3 Rechtsfolgen
5. Formwechsel aus steuerrechtlicher Sicht
5.1 Grundlagen
5.2 Rückwirkungsfunktion
5.2.1 Ausscheidende und eintretende Anteilsinhaber
5.2.2 Gewinnausschüttung
5.2.3 Zahlungen an Gesellschafter der umwandelnden Kapitalgesellschaft
5.2.4 Pensionszusagen an Gesellschafter der umwandelnden Kapitalgesellschaft
5.3 Steuerliche Folgen des übertragenden Rechtsträgers
5.3.1 Schlussbilanz
5.3.2 Übertragungsergebnis
5.4 Steuerliche Folgen des übernehmenden Rechtsträgers und Anteilsinhaber
5.4.1 Wertverknüpfung und Eintritt in die Rechtsstellung der Kapitalgesellschaft
5.4.2 Besteuerung des Vermögens
5.4.2.1 Vollausschüttungsfiktion
5.4.2.2 Ermittlung des Übernahmeergebnisses
5.4.2.3 Anschaffungs- und Einlagefiktion
5.4.2.4 Besteuerung des Übernahmeergebnisses
5.2.4.5 Übernahmefolgegewinn
5.4.3 Nebensteuern
5.5 Abschlussfall
6. Fazit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, anhand einer fundierten Literaturanalyse zu ermitteln, wie sich der Rechtsformwechsel einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft zivilrechtlich sowie steuerrechtlich vollzieht. Dabei sollen insbesondere die komplexen steuerlichen Konsequenzen aufgezeigt werden, die sich aus dem Wechsel des Besteuerungssystems ergeben.
2.1 Zivilrechtliche Grundlagen
Die zivilrechtlichen Grundlagen spielen bei der Entscheidung der passenden Rechtsform eine essentielle Rolle. Wichtige Faktoren sind hierbei u.a. das Haftungsverhältnis, die Organisationsgewalt, sowie die Rechnungslegungs- und Publizitätspflichten. Um den Unterschied zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft kurz darstellen zu können, lässt sich zusammenfassen, dass das wesentliche Merkmal einer Kapitalgesellschaft die Kapitalbeteiligung ist. Bei einer Personengesellschaft hingegen steht die Person des einzelnen Gesellschafters im Mittelpunkt.
2.1.1 Grundlagen zur Kapitalgesellschaft
Unter den Begriff der Kapitalgesellschaften fällt die Aktiengesellschaft (AG), die Europäische Gesellschaft (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Im Folgenden sollen exemplarisch die zwei häufigsten Formen der Kapitalgesellschaft, die AG und GmbH, näher erläutert werden.
Die Kapitalgesellschaft ist eine eigenständige juristische Person und mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet, die insbesondere vom Gläubigerschutz geprägt ist. Charakteristisch für Kapitalgesellschaften ist ein vom Gesetzgeber festgeschriebenes Garantiekapital, dessen Höhe in der Satzung festgelegt wird und als Haftungsstock für Gläubiger sowie als Kreditgrundlage dient. Je nach Rechtsform schreibt das Gesetz bestimmte Mindestkapitalbeträge vor, die als Grundvoraussetzung erfüllt sein müssen. Bei der AG wird dieses Kapital als Grundkapital (§ 1 Abs. 2 AktG) bezeichnet und muss mindestens 50.000 EUR (§ 7 AktG) betragen. Bei der GmbH hingegen ist das Kapital als Stammkapital (§ 5 Abs. 1 GmbHG) mit mindestens 25.000 EUR beziffert. Kapitalgesellschaften haben eine auf das Gesellschaftsvermögen beschränkte Haftung, d.h. eine persönliche Haftung besteht grundsätzlich nur für die Erbringung der Einlage. Die Einlagepflicht richtet sich nach § 54 AktG sowie nach § 19 GmbHG und stellt damit einen wesentlichen Bestandteil der Pflichten eines Mitgliedes dar. Die Beteiligung der Mitglieder richtet sich nach der Höhe der geldwerten Einlage, sprich dem Bruchteil des Garantiekapitals.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Rechtsformwahl ein und verdeutlicht die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit zur Untersuchung von Umwandlungsvorgängen.
2. Der Rechtsformvergleich: Hier werden die zivil- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen von Kapital- und Personengesellschaften gegenübergestellt und die Motive für eine Umwandlung erörtert.
3. Definition einer Umwandlung: Dieses Kapitel erläutert die zivilrechtlichen Grundlagen nach dem UmwG sowie die steuerlichen Aspekte des Umwandlungssteuergesetzes und das Verhältnis beider Gesetzeswerke.
4. Formwechsel aus zivilrechtlicher Sicht: Die Ausführungen konzentrieren sich auf den Ablauf eines Formwechsels – von der Planung über die Beschlussfassung bis zum Vollzug – und die daraus resultierenden zivilrechtlichen Identitätswahrung.
5. Formwechsel aus steuerrechtlicher Sicht: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert die steuerlichen Auswirkungen, insbesondere die Rückwirkungsfunktion, das Übertragungsergebnis sowie die Folgen für übertragende und übernehmende Rechtsträger.
6. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen Prüfung jedes Einzelfalls vor einer Umwandlung.
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Die Arbeit befasst sich mit dem zivilrechtlichen und steuerrechtlichen Prozess des Wechsels einer Rechtsform, spezifisch der Umwandlung einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft.
Zu den zentralen Themen gehören der Rechtsformvergleich, die gesetzlichen Grundlagen des UmwG und UmwStG sowie die Analyse der steuerlichen Konsequenzen für Unternehmen und Gesellschafter.
Das Ziel ist es, den Ablauf eines Formwechsels zu ermitteln und aufzuzeigen, wie unterschiedliche steuerliche Sachlagen die Folgen bei einer Umwandlung beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse sowie einer vertieften Auseinandersetzung mit der aktuellen Gesetzgebung und Rechtsprechung.
Der Hauptteil behandelt den zivilrechtlichen Ablauf des Formwechsels sowie eine umfassende steuerrechtliche Untersuchung inklusive Rückwirkungsfiktion, Übertragungsergebnis und Besteuerung des Vermögens.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Formwechsel, Umwandlungssteuerrecht, Thesaurierungsbesteuerung und steuerliche Auswirkungen kennzeichnen.
Steuerlich wird beim Formwechsel eine Vermögensübertragung fingiert, was grundsätzlich zur Aufdeckung stiller Reserven führen kann, sofern nicht bestimmte Wahlrechte zur Buchwertfortführung genutzt werden.
Der Rückwirkungszeitraum ermöglicht es, die steuerliche Wirkung des Formwechsels auf einen Zeitpunkt bis zu acht Monate vor der Registereintragung rückzubeziehen, was jedoch komplexe Korrekturen und Zuordnungen erfordert.
Durch die Mindestbesteuerung kann die Nutzung von Verlustvorträgen bei der Umwandlung stark eingeschränkt sein, wenn keine ausreichenden stillen Reserven aufgedeckt werden können oder steuerliche Verlustvorträge beim Wechsel der Rechtsform untergehen.
Der Abschlussfall dient der praktischen Veranschaulichung der theoretischen Ausführungen an einem konkreten Beispiel (AB-GmbH zur AB-OHG) und zeigt die Berechnung von Bezügen und Übernahmeergebnissen für verschiedene Gesellschaftergruppen.
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