Examensarbeit, 2016
69 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung und Nennung des Themas
2. Theoretische Konzepte zur Konstruktion von Männlichkeit
2.1 Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit
2.2 Ernste Spiele des Wettbewerbs
2.3 Die Negation zum Weiblichen
2.4 Prekarisierte Männlichkeit
2.5 Soziale Konstruktion von Geschlecht im Sport
3. Fußball als Männliche Weltsicht
3.1 Die Geschichte des Fußballs als eine männliche Sportart
3.2 Fußball - ein ernste(n)s Spiel(e) des Wettbewerbs um Männlichkeit
3.3 Der Erhalt der traditionellen Strukturen
3.3.1 durch Ausschluss des Weiblichen
3.3.2 durch Ausschluss von marginalisierten Männlichkeiten
3.4 Männlichkeit im Stadion und in der Kabine
3.4.1 Die maskuline Sprache des Fußballs
3.4.2 Männlichkeit der Fankultur
3.4.3 Frauen im Stadion
3.4.4 Männlichkeit in der Kabine
3.5 Homosexualität im deutschen Profifußball
3.5.1 Die Konstruktion des Begriffs Homosexualität
3.5.2 Der schwule Fußballer Marcus Urban
3.5.3 Thomas Hitzlsperger: Outing eines Fußball-Profis
3.5.4 Homophobie im Fußball
3.6 Fußball und die Krise der Männlichkeit
3.6.1 Wandel der Stadien- und Zuschauerkultur
3.6.2 Der Einfluss der Homosexuellen im Fußball
3.6.3 Der Einfluss der Frauen
4. Fazit der Ergebnisse im Rahmen der Wissenschaftlichen Hausarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Fußballspiel als eine tief in männlichen Stereotypen verankerte soziale Institution. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Fußball als Ort der Konstruktion hegemonialer Männlichkeit fungiert und warum sich dieses traditionelle Bild trotz gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse dort besonders hartnäckig behaupten kann.
3.4 Männlichkeit im Stadion und in der Kabine
Obwohl zunehmend mehr Frauen im Stadion und vor den Fernsehgeräten als Zuschauerinnen präsent sind, bleibt Fußball eine Männerdomäne (Sülzle, 2005a S. 185). Fußball gilt als „Inbegriff des Männlichen“ (Brändle & Koller, 2002, S. 207), sowohl im Stadion, als auch in der Kabine.
„Vor allem im Fußball wird ein Männlichkeitsklischee gepflegt, in dem Schwäche oft als „mädchenhaft“ oder „weibisch“ verurteilt wird. Das maskuline Gehabe zeigt sich nicht nur auf dem Platz, wo der Kampf der Körper ausgetragen wird, sondern auch in der Kabine, wo Potenz auch durch deftige Frotzeleien zur Schau gestellt wird. Allein unter jungen Machos, hat Sebastian Deisler eine solche herablassende Art in München zu spüren bekommen. Nachdem er sich zu seinen Depressionen bekannt hatte, wurde er von Kollegen gewissermaßen entmannt und als „Deislerin“ tituliert.“ (Eder & Klemm, 2009)
1. Einleitung und Nennung des Themas: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Fußballs als männlich konnotiertes Phänomen ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Theoretische Konzepte zur Konstruktion von Männlichkeit: Hier werden theoretische Grundlagen wie „doing gender“, hegemoniale Männlichkeit und das Konzept der „ernsten Spiele des Wettbewerbs“ erläutert.
3. Fußball als Männliche Weltsicht: Dieses Kapitel analysiert den Fußball als gesellschaftliches Konstrukt, das durch Ausschlussmechanismen, männliche Fankultur und homophobe Strukturen Männlichkeit reproduziert.
4. Fazit der Ergebnisse im Rahmen der Wissenschaftlichen Hausarbeit: Das Fazit fasst zusammen, dass Fußball als Struktur zur Herstellung traditioneller Männlichkeit dient, wobei die geschlossenen homosozialen Räume eine zentrale Rolle für den Erhalt dieser Männlichkeitsbilder spielen.
Fußball, Männlichkeit, hegemoniale Männlichkeit, doing gender, Fankultur, Homophobie, Homosexualität, Geschlechterkonstruktion, Männerdomäne, Diskriminierung, Frauensport, Identitätskonstruktion
Die Arbeit analysiert, wie Fußball als kulturelles Phänomen zur Konstruktion, Darstellung und Reproduktion von Männlichkeit beiträgt.
Die zentralen Themen umfassen soziale Geschlechterkonstruktionen, die Bedeutung von Fußball als „Männerdomäne“, die Strukturen von Fankulturen und den Umgang mit Homosexualität sowie Frauen im Profifußball.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das traditionelle, hegemoniale Männlichkeitsbild innerhalb der Fußballstrukturen konserviert wird und warum diese Sportart als geschützter Ort für diese Männlichkeitsvorstellungen fungiert.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte der Männlichkeitsforschung (z.B. von Raewyn Connell und Michael Meuser) sowie der Auswertung von Studien und Diskursanalysen zur Fußballkultur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die historische Betrachtung des Fußballs als Männersport, die Analyse der Stadion- und Kabinenkultur, sowie die Problematik von Homosexualität und den Wandel durch den Einfluss von Frauen.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie hegemoniale Männlichkeit, Fußballfankultur, Homophobie und die soziale Konstruktion von Geschlecht charakterisiert.
Die Autorin sieht den Frauenfußball als eine zwar wachsende, aber oft durch Regeländerungen und Abwertungen als „andersartig“ markierte Form, die Schwierigkeiten hat, als gleichwertig innerhalb der männlich dominierten Struktur wahrgenommen zu werden.
Diese Gemeinschaften werden als essenziell für die Stabilisierung von Männlichkeitsbildern angesehen, da sie Männern habituelle Sicherheit vermitteln und als Schutzraum gegen die Modernisierung von Geschlechterverhältnissen dienen.
Das Coming-out wird als existenzbedrohend für die Karriere eingestuft, da die Fußballkultur auf einer strikten, oft homophoben Ausgrenzungslogik basiert und ein geouteter Spieler den Status der hegemonialen Männlichkeit innerhalb des Teams gefährden würde.
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