Masterarbeit, 2016
110 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Fundierung und methodische Vorgehensweise
2.1 Theoretische Fundierung und Präzisierung des Forschungsgegenstands
2.2 Methodische Vorgehensweise
3. Historischer Hintergrund
3.1 Der „national-konservative“ Widerstand bis zum 20. Juli 1944
3.1.1 Beck, Oster, Goerdeler und der Widerstand vor dem Zweiten Weltkrieg
3.1.2 Henning von Tresckow und das Widerstandszentrum in der Heeresgruppe Mitte
3.1.3 Der Beginn der Aktivitäten und erste Attentatsversuche
3.1.4 Die Heranziehung der „Walküre“-Alarmbefehle für die Umsturzplanungen
3.1.5 Innenpolitische Staatsstreichvorbereitungen und Zukunftsvorstellungen des Widerstandes
3.1.6 Außenpolitische Handlungsspielräume und Motive des Widerstands
3.1.7 Stauffenberg und der Weg bis zum 20. Juli 1944
3.2. Der 20. Juli 1944 – Attentat und Staatsstreich
3.2.1 Das Attentat in der Wolfsschanze
3.2.2 Das Auslösen von „Walküre“ in der Bendlerstraße
3.2.3 Die Umsetzung der Walküre-Befehle in Berlin und den Wehrkreisen
3.2.4 Der Zusammenbruch des Staatsstreichs in Berlin und der Bendlerstraße
4. Analyse der Geschichtsbilder in Die Stunde der Offiziere und Operation Walküre
4.1 Die Stunde der Offiziere – Analyse des Geschichtsbildes
4.1.1 Einführende Informationen zu Die Stunde der Offiziere
4.1.2 Narrativer Aufbau
4.1.3 Die Motivlage der Verschwörer
4.1.3.1 Das patriotische Motiv - „Deutschland und das Volk sind das Primäre“
4.1.3.2 Die Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung als Motiv
4.1.3.3 Wandel in der Motivlage? - Das Attentat als symbolischer Akt
4.1.4 Die Thematisierung der Verstrickung der Verschwörer in den Vernichtungskrieg
4.1.5 Stauffenberg als identifikatorischer Protagonist
4.1.6 Die Verschwörer und der 20. Juli 1944
4.1.6.1 Das Attentat – Nervenkitzel mit dem Protagonisten
4.1.6.2 Die Stunde der Offiziere? Die Stunde der Opportunisten!
4.1.7 Die Hinrichtung: Emotionaler Höhepunkt und Konstruktion eines Opferbildes
4.1.8 Interpretation und Bewertung des Geschichtsbildes – Zeitgebundenheit und Darstellungsabsicht
4.1.8.1 Die Stunde der Offiziere als identitätsstiftendes Moment
4.1.8.2 Unterhaltung und Spannung - Die Stunde der Offiziere als Produkt des Neo-Fernsehens
4.1.8.3 Die Stunde der Offiziere vor dem Hintergrund des Opferdiskurses Anfang dieses Jahrtausends
4.2 Operation Walküre – Analyse des Geschichtsbildes
4.2.1 Einführende Informationen zu Operation Walküre
4.2.2 Narrativer Aufbau und Offenlegung des Konstruktionscharakters als Mittel der Distanzerzeugung
4.2.3 Die Motivlage der Verschwörer
4.2.4 Die Ziele der Verschwörer - Westanlehnung, Rechtsstaatlichkeit und Antibolschewismus
4.2.5 Die Darstellung der Verschwörer durch Fremdzuschreibungen prekärer Zeitzeugen
4.2.6 Stauffenberg als politischer Visionär
4.2.7 Die Verschwörer als Opfer in Operation Walküre
4.2.8 Interpretation und Bewertung des Geschichtsbildes – Zeitgebundenheit und Darstellungsabsicht
4.2.8.1 Operation Walküre als Produkt des Paläo-Fernsehens
4.2.8.2 Operation Walküre als Demokratieerziehung im Zeichen des Kalten Krieges
4.2.8.3 Operation Walküre – Das Beschweigen der Vergangenheit und der Generationenkonflikt
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht aus geschichtsdidaktischer Perspektive, wie das Attentat vom 20. Juli 1944 in ausgewählten Fernsehdokumentationen filmisch inszeniert wurde. Ziel ist es, die konstruierten „Geschichtsbilder“ der Akteure zu analysieren, deren zeitgebundene Darstellungsabsichten offenzulegen und kritisch zu hinterfragen, welche Narrative und Deutungen den Zuschauern vermittelt werden.
Die Thematisierung der Verstrickung der Verschwörer in den Vernichtungskrieg
Einen besonders sensiblen Punkt in der Auseinandersetzung mit dem 20. Juli 1944 stellt der Grad der Verstrickung der Verschwörer in den Vernichtungskrieg an der Ostfront dar. Lange Zeit blieb dieser Aspekt auch in der Forschung ausgeklammert und wurde erst in den 1990er und 2000er Jahren erstmals eingehender untersucht. Bis dahin dominierte vor allem das Bild der Widerständler, das sie selbst durch Memoiren und Erinnerungen von sich zeichneten. Dieses basiert darauf, man habe verbrecherische Befehle, wie den Kommissarbefehl nicht an die Truppe weiter gegeben. Dadurch seien diese praktisch nicht zur Ausführung gekommen. Gegen den Kriegsgerichtsbarkeitserlass habe man zum einen protestiert, sowie ihn anderen mit abschwächenden Zusätzen an die Truppe weiter gegeben. Im Zuge neuer Aktenfunde hat Gerlach darauf hingewiesen, dass Tresckow, Gersdorff und Schlabrendorff diesen Befehl zwar abgeschwächt, entscheidende Passagen jedoch verschärften. Auch der Kommissarbefehl wurde nicht, wie behauptet zurückgehalten, sondern an die Truppe weitergegeben und ausgeführt.
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des 20. Juli 1944 als Erinnerungsort ein und begründet die Auswahl der zwei untersuchten Dokumentationen.
Theoretische Fundierung und methodische Vorgehensweise: Das Kapitel definiert den geschichtsdidaktischen Begriff des Geschichtsbildes und erläutert die methodischen Ansätze zur Analyse von Filmen als historische Quellen.
Historischer Hintergrund: Hier wird die historische Entwicklung der militärischen Opposition, die Motive der Verschwörer und der Ablauf des Umsturzversuchs detailliert dargelegt.
Analyse der Geschichtsbilder in Die Stunde der Offiziere und Operation Walküre: Das Hauptkapitel untersucht systematisch die filmischen Erzählweisen, die Motivdarstellung sowie die Rezeptionsangebote beider Produktionen im Hinblick auf ihre jeweilige zeitgeschichtliche Einbettung.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie unterschiedliche zeitgenössische Interessen zu variierenden Geschichtsbildern der Akteure des 20. Juli führten.
20. Juli 1944, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Geschichtsbilder, Widerstand, Nationalsozialismus, Filmanalyse, Zeitgeschichte, Geschichtsdidaktik, Erinnerungskultur, Operation Walküre, Die Stunde der Offiziere, NS-Verbrechen, Vernichtungskrieg, Zeitzeugen, Medienanalyse.
Die Arbeit analysiert, wie das Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 in zwei verschiedenen Fernsehdokumentationen filmisch dargestellt und interpretiert wird.
Analysiert werden die Dokumentation Operation Walküre von 1971 und das Doku-Drama Die Stunde der Offiziere aus dem Jahr 2004.
Das primäre Ziel ist es, die „Geschichtsbilder“ der Verschwörer in den jeweiligen Filmen herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie diese durch die spezifischen Produktionskontexte und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Entstehungszeit geprägt sind.
Es wird eine geschichtsdidaktische Filmanalyse angewandt, die über eine rein quellenkritische Textanalyse hinausgeht und die visuelle sowie narrative Ebene des Films einbezieht.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des narrativen Aufbaus, der Motivlage der Akteure, der Thematisierung von Kriegsverbrechen sowie der emotionalen Inszenierung der Protagonisten in den ausgewählten Filmen.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Erinnerungskultur, Geschichtsbild, Zeitgebundenheit und Mediale Konstruktion von Geschichte geprägt.
Die Analyse zeigt, dass Operation Walküre (1971) eher eine distanziert-kognitive Perspektive einnimmt, während Die Stunde der Offiziere (2004) stark auf eine emotionale Identifikation des Zuschauers mit den Widerständlern abzielt.
Zeitzeugen werden nicht nur als Informationsquelle, sondern als filmisches Mittel eingesetzt, um das Geschichtsbild zu lenken – entweder zur rationalen Reflexion oder zur Steigerung der emotionalen Wirkung.
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