Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Problemstellung
2. Goethes Bild von ‚Mann‘ und ‚Frau‘
2.1 Androgynie – Etymologie des Begriffs und Einfluss desselben als Motiv in der Literatur
2.2 Mignon als androgynes Wesen und Reflexionsfigur Philines
3. Das rätselhafte Geschöpf
3.1 Inkarnation der Romantik
3.2 Mignons Name und Herkunft
3.3 Gestalt und Kleidung
3.4 Kommunikation
3.4.1 Sprache und Augen
3.4.2 Lieder und Poesie
3.4.3 Bewegung und Tanz
4. Warum sie sterben muss: Bedeutung der Symbol- und Projektionsfigur Mignon für Wilhelm Meister
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die androgene Figur der Mignon aus Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" anhand ausgewählter Wesenszüge zu analysieren, ihre Rolle als Projektionsfläche zu beleuchten und ihre Bedeutung für den Entwicklungsweg Wilhelm Meisters sowie ihre Unausweichlichkeit in Bezug auf ihren Tod zu ergründen.
3.4.2 Lieder und Poesie
Wie bereits erläutert, drückt Mignon sich kaum durch Worte aus, sie scheint der „rationalen, abstrakten Sprache“ unfähig, aber als „Verkörperung der Poesie“ ist es ihr nur durch ihre Lieder und Gedichte möglich, sich verbal ein Stück weit mitzuteilen. Durch sie lernt Wilhelm „Wahrheit und Tiefe der Poesie“ kennen.
In der Prosa des Romans bleibt sie sonst als „Inkarnation der Poesie“ stets ausgeschlossen, fremd und unerklärlich. Da sie die rein poetische Welt repräsentiert, geht sie in der prosaischen unter. Ihre Lieder zeugen von der Fremdheit dieser aufeinandertreffenden Welten. In der Spannung zwischen Prosa und Poesie manifestiert sich die „Diskrepanz zwischen Körper und Geist, das Unaufgelöste und Unerlöste in der Gestalt Mignons“. Nachfolgend werden diese Lieder in chronologischer Reihenfolge, wie sie in den Lehrjahren wiedergegeben sind, näher betrachtet, wobei ich mich primär auf den Inhalt, nicht auf die Form, konzentrieren werde.
1. Einleitung und Problemstellung: Vorstellung der Forschungsabsicht, die Figur Mignon durch eine systematische Betrachtung wesentlicher Merkmale zu enträtseln.
2. Goethes Bild von ‚Mann‘ und ‚Frau‘: Erläuterung des sozialhistorischen Frauenbildes Goethes und die Bedeutung des Androgynie-Konzepts im Roman.
3. Das rätselhafte Geschöpf: Detaillierte Untersuchung von Mignons Erscheinung, ihrer Herkunft, ihrer Kommunikationsweisen und ihrer Rolle als poetische Figur.
4. Warum sie sterben muss: Bedeutung der Symbol- und Projektionsfigur Mignon für Wilhelm Meister: Reflexion über die symbolische Notwendigkeit von Mignons Tod in Bezug auf Wilhelms persönlichen Bildungsweg.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Mignon als zentrale, jedoch bewusst rätselhaft gehaltene Figur des Werkes.
Mignon, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Goethe, Androgynie, Identität, Poesie, Sehnsucht, Projektionsfigur, Inzest, Kommunikation, Bildungsroman, Geschlechterrollen, Symbolik, Rätsel, Romantik.
Die Bachelorarbeit untersucht die androgene Figur Mignon aus Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre" unter Berücksichtigung ihrer Wesensmerkmale, um ihre Bedeutung für den Roman und den Protagonisten zu erschließen.
Zentral sind der Androgyniebegriff, die Spiegelung durch die Figur Philine, die Bedeutung von Sprache versus nonverbaler Kommunikation sowie die Herkunftsgeschichte Mignons.
Das Ziel ist es, die Komplexität der Figur Mignon durch eine systematische Analyse ihrer Eigenschaften ein Stück weit transparenter zu machen und ihre Rolle als Projektionsfläche für Wilhelm Meister zu definieren.
Es erfolgt eine systematische literaturwissenschaftliche Analyse, die den Romantext mit ausgewählten Ansätzen der Sekundärliteratur zu den Themen Androgynie, Geschlechterrollen und Poetik verknüpft.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Aufschlüsselung von Mignons Merkmalen – von ihrer Herkunft und ihrem Namen über ihre Erscheinung und Kommunikation bis hin zur Interpretation ihrer Lieder.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Androgynie, Sehnsucht, Projektionsfigur, Rätsel und Poesie charakterisiert.
Der Eiertanz stellt einen Höhepunkt ihrer nonverbalen Kommunikation dar; er ist der erste Moment, in dem Mignon ihre Beziehung zu Wilhelm in einer kontrollierten, fast mechanischen Form ausdrückt.
Der Tod wird als Erlösung von unvereinbaren gesellschaftlichen Normen und irdischen Prinzipien gedeutet, da Mignon als reine Verkörperung der Poesie in der modernen Welt keinen Platz mehr findet.
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