Masterarbeit, 2016
75 Seiten, Note: mit Auszeichnung bestanden
mes racines en l’air...
Kurzbeschreibung
Heimat - die Küste Marseilles
Was ich und andere mit Tüchern verbinden
Wegue Wegue
Carolines Geschenk
Akikos Furoshiki Tuch
Die erste Wanderung mit Teresa
Das goldene Tuch
Der Haik
Nora, Gil, Theo und der Burel
Verantwortung der Designerin
Lokale Produktion
Herstellung von Tüchern und meine Familie
Textiles Zentrum Haslach
DesignerInnen, Verwendungen von Tüchern und deren Bedeutungen
Blanket Scarves
Formation
Index Collection – Blankets
Besuch bei Carola Kindermann
Traits Paris
Alex Mullins
Sabine Zelger
Tücher als Kopfbedeckung
Anónimo
Dudu Kücükgöl
Bethan Wood
TRU$T FUN!
Stoffe aus Westafrika
Adinkra
Wax-print
Gewebte Stoffe aus Westafrika
Umsetzung der Tücher
Ausführung in Jacquard
Ausführung in Digitaldruck
Transfer ins Höllental
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine Tuchkollektion zu entwerfen und zu produzieren, die sowohl persönliche Familiengeschichte als auch eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der lokalen Produktion und der symbolischen sowie praktischen Bedeutung von Tüchern in verschiedenen Kulturen reflektiert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie lokales Handwerk und modernes Design verknüpft werden können, um eine eigene, künstlerische Bildsprache zu entwickeln.
Besuch bei Carola Kindermann
Heute war ich auf Besuch bei Carola, sie und ihr Mann Gustav hatten eine Siebdruckfabrik in Perchtoldsdorf, nahe Wien. 250 Jahre ist die Familie im künstlerischen Bereich tätig. Solche Werkstätten gibt es eigentlich nicht mehr in Österreich, sie hatten die Hochblüte in den 60igern bis in die 90iger.
Die Kindermanns hatten 7 Siebdrucktische in der Hochblüte á 40 m. Vorher war das Fabriksgebäude eine Weberei, das Gebäude selbst ist im klassizistischen Ziegelbau errichtet worden. Die Schablonen, welche alle per Hand gezeichnet wurden, hatten die Maße von 90cm mal 180cm. Die Druckbreite war 130cm. Sie konnten bis zu 15 Farben drucken in ihrer Werkstatt, für jede Farbe wurde natürlich die Schablone mit einem Rapport von 60cm Breite handgezeichnet.
Sie entwarfen die Muster und stellten diese dann auch her. Für Rialto in Italien zum Beispiel und für Herms stellten sie Tücher in 12-15 Farben her. Sie produzierten auch Stofftapeten für Luxushotels, zum Beispiel für Hilton, Steigenberger, Intercontinental. Auch SchauspielerInnen waren unter ihren Abnehmern, wie Liz Taylor, Richard Burton, er ließ sich eine Yacht ausstatten, auch das schwedische Königshaus wurde mit Kindermann Stoffen ausgestattet. Auch Theaterhäuser waren ihre Kunden, zum Beispiel das Theater in der Josefstadt. Für Fortuny, einen Regisseur, druckten sie Plisseestoffe im Jugendstil. Auch für Herms fertigten sie Seidenschals an. Der Schauraum ihres Geschäfts war damals in der Theobaldgasse im 6. Bezirk.
mes racines en l’air...: Einführung in die persönliche Motivation und die künstlerische Ausgangslage der Masterarbeit.
Was ich und andere mit Tüchern verbinden: Reflexion über die vielfältigen emotionalen und kulturellen Bedeutungen von Tüchern anhand persönlicher Erlebnisse und Fallbeispiele.
Verantwortung der Designerin: Untersuchung der ökonomischen und politischen Verantwortung bei der Fokussierung auf lokale Produktionsstrukturen im Textildesign.
DesignerInnen, Verwendungen von Tüchern und deren Bedeutungen: Analyse zeitgenössischer Designansätze, Webtechniken und der spezifischen Anwendung von Stoffen bei verschiedenen Akteuren.
Tücher als Kopfbedeckung: Auseinandersetzung mit der soziopolitischen Debatte um das Kopftuch als Symbol sowie künstlerische Perspektiven auf Verhüllung.
Stoffe aus Westafrika: Überblick über traditionelle westafrikanische Textiltechniken wie Adinkra-Druck und Handweberei.
Umsetzung der Tücher: Detaillierte Beschreibung des Designprozesses und der technischen Fertigung der entworfenen Tuchkollektion mittels Jacquard und Digitaldruck.
Tuchdesign, Jacquard, Digitaldruck, Lokale Produktion, Textilhandwerk, Marseille, Heimat, Identität, Kopftuch, Webtechnik, Familiengeschichte, Künstlerische Bildsprache, Siebdruck, Designforschung, Stoffe.
Die Arbeit behandelt den Entwurf und die Produktion einer Tuchkollektion, die eine Brücke zwischen persönlichen Erinnerungen, kulturellen Symbolen und lokalem textilen Handwerk schlägt.
Die zentralen Themen umfassen die soziokulturelle Bedeutung von Tüchern, die Bedeutung von Heimat, die ethische Verantwortung in der lokalen Textilproduktion und die künstlerische Exploration verschiedener Druck- und Webtechniken.
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die tiefe Bedeutung von Alltagsgegenständen wie Tüchern zu entwickeln und dies in eine eigene, reflektierte Designkollektion zu übersetzen.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturrecherche, qualitativen Interviews mit Experten aus dem Textildesign sowie einer praxisbasierten künstlerischen Forschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Tuchbedeutungen, eine Untersuchung der Designverantwortung und eine detaillierte technische Dokumentation der eigenen Kollektionsentwicklung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lokale Produktion, Jacquard-Weberei, Digitaldruck, Identität und die kulturelle Symbolik von Textilien.
Die familiäre Herkunft aus einer Textildynastie dient als wichtiger Ankerpunkt, der die Leidenschaft für Stoffe begründet und die Auseinandersetzung mit lokalen Produktionsstrukturen motiviert.
Heimat wird durch Fotografien der Küsten von Marseille interpretiert und in textilen Mustern abstrahiert, um eine ortsunabhängige Verbindung zu diesem Gefühl herzustellen.
Orte wie das Textile Zentrum Haslach oder die ehemalige Siebdruckfabrik Kindermann stehen für das wertvolle handwerkliche Wissen, das die Autorin für die eigene Produktion und Recherche nutzte.
Dies bezieht sich auf das Bewusstsein über die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen, die durch die Wahl lokaler Produktionsstandorte anstelle von globalisierter Massenproduktion entstehen.
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