Bachelorarbeit, 2016
71 Seiten, Note: 1,5
1 Einführung
2 „Macht“ und Außenpolitik
2.1 Realismus
2.2 Konstruktivismus
2.3 Herrschaftssoziologie
3 smart power nach Joseph S. Nye, Jr.
3.1 hard und soft power
3.2 smart power
4 Drohnenprogramm der USA – Entwicklung und Kritik
5 Die Obama Doctrine – Drohnenkrieg als smart power-Strategie
5.1 Drohnen als Anti-Terror-Instrumente
5.2 Innenpolitische Faktoren mit Rückwirkung auf Drohnenpolitik
5.3 Barack Obama und „Hope and Change“
6 Resümee und Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe der US-Regierung unter Präsident Barack Obama für den signifikanten Anstieg von Drohneneinsätzen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie der Drohnenkrieg als Bestandteil einer „smart power“-Strategie legitimiert wird und welche innen- sowie außenpolitischen Faktoren diesen Kurs prägen.
3 smart power nach Joseph S. Nye, Jr.
Der Begriff soft power geht auf den amerikanischen Politikwissenschaftler Joseph S. Nye zurück. Er führte dieses Konzept in seinem 1990 erschienenen Buch Bound to Lead ein, worin er gegen die damals vorherrschende Meinung des Niedergangs der US-amerikanischen Macht argumentierte. In seinem Werk The Paradox of American Power (2001) vertiefte er den Ansatz und widmete ihm 2004 mit Soft Power: The Means to Success in World Politics eine eigene Publikation.
Entwickelt hat Nye sein Konzept in Abgrenzung zum Begriff der harten Macht, hard power, welche auf den Schultern von wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten ruht. „Hard power can rest on inducements („carrots“) or threats („sticks“)“ (Nye 2004a: 5). Im Gegensatz zu diesem traditionellen Verständnis von Macht, stelle soft power „the second face of power“ dar (Nye 2004a: 5).
„Soft power is a different kind of currency (not force, not money) to engender cooperation – an attraction of shared values and the justness and duty of contributing to the achievement of those values.“ (Nye 2004a: 7)
Somit lässt sich soft power als eine Form der Machtausübung beschreiben, welche auf Zwangsmaßnahmen verzichten kann. Sie gründet sich auf den Umstand, dass andere Akteure freiwillig gleiche, oder ähnliche Ziele verfolgen, da sie der Überzeugungs- und Anziehungskraft des anderen folgen. Wesentliche Quellen von soft power sind die Glaubwürdigkeit eines Akteurs im internationalen System und das ihm entgegengebrachte Vertrauen.
1 Einführung: Die Einleitung skizziert den Forschungszusammenhang des globalen Kampfes gegen den Terrorismus und führt in die Fragestellung zur Obama-Administration ein.
2 „Macht“ und Außenpolitik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente aus Realismus, Konstruktivismus und Herrschaftssoziologie, um US-amerikanisches Handeln politikwissenschaftlich einzuordnen.
3 smart power nach Joseph S. Nye, Jr.: Hier werden die Konzepte von „hard power“ und „soft power“ definiert, um daraus die Strategie der „smart power“ als Kombination beider Ansätze abzuleiten.
4 Drohnenprogramm der USA – Entwicklung und Kritik: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung unbemannter Luftfahrzeuge und fasst die wesentlichen Kritikpunkte an deren Einsatz zusammen.
5 Die Obama Doctrine – Drohnenkrieg als smart power-Strategie: Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung von Drohnen zur Terrorbekämpfung unter Berücksichtigung militärischer, innenpolitischer und ideologischer Faktoren.
6 Resümee und Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die institutionelle Verankerung des Drohnenkrieges als Teil des politischen Erbes Obamas.
Obama Doctrine, Drohnenkrieg, Smart Power, US-Außenpolitik, Terrorismusbekämpfung, Hard Power, Soft Power, Gezielte Tötungen, Asymmetrische Kriege, American Exceptionalism, Völkerrecht, Außenpolitische Strategie, Nationale Sicherheit, ISIL, Al-Qaida.
Die Arbeit analysiert, warum die US-Regierung unter Barack Obama den Einsatz von bewaffneten Drohnen massiv ausgeweitet hat und wie dieser „Drohnenkrieg“ in die strategische Außenpolitik unter dem Begriff „smart power“ integriert wurde.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Macht, die Geschichte und technische Entwicklung von Drohnen sowie die ethischen, völkerrechtlichen und innenpolitischen Implikationen des US-Drohnenprogramms.
Ziel ist es, die Motive des Weißen Hauses für den Anstieg der Drohneneinsätze zu verstehen und kritisch zu hinterfragen, ob diese Praxis als legitimes Instrument der „smart power“-Strategie betrachtet werden kann.
Die Autorin nutzt einen theoretischen Rahmen bestehend aus Realismus, Konstruktivismus und Herrschaftssoziologie, um die politische Praxis und das außenpolitische Selbstverständnis der USA in der Ära Obama zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von „smart power“, die technische Evolution von Drohnen sowie eine detaillierte Untersuchung der militärischen, innenpolitischen und ideologischen Gründe für den Drohneneinsatz.
Wichtige Begriffe sind „Obama Doctrine“, „Smart Power“, „asymmetrische Kriegführung“, „gezielte Tötungen“ sowie der „American Exceptionalism“.
Die Arbeit thematisiert die Nutzung der sogenannten „Disposition Matrix“ bzw. „Kill Lists“ als hochumstrittenes Instrument der Exekutive, das zwar eine effiziente Terrorismusbekämpfung ermöglichen soll, jedoch erhebliche völkerrechtliche Fragen aufwirft.
Der Text zeigt auf, dass die US-Drohnenpolitik durch eine relativ hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gestützt wird, was den Einsatz für die Administration politisch attraktiv macht, da „boots on the ground“ vermieden werden können.
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