Bachelorarbeit, 2016
102 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2.0 Resilienz
2.1 Definition von Resilienz
2.2 Geschichtlicher Hintergrund der Resilienzforschung
2.3 Entwicklung und Erwerb von Resilienz
2.3.1 Klassifikation vom Schutz- und Risikofaktorenkonzept
2.3.2 Resilienzmodelle
2.4 Sieben Säulen der Resilienz
2.5 Herstellung eines Bezuges zwischen Resilienz und Sozialisation
2.6 Die Bedeutung von Resilienz für die Gesellschaft, Wirtschaft, Unternehmen und deren Mitarbeiter
3.0 Burnout
3.1 Woher stammt der Begriff Burnout? Ein Definitionsversuch
3.2 Modeerkrankung Burnout – Historischer Hintergrund
3.3 Theoretische Ansätze
3.3.1 Differentialpsychologische, individuenzentrierte Ansätze
3.3.2 Arbeits- und organisationspsychologische Ansätze
3.3.3 Soziologisch- sozialwissenschaftliche Ansätze
3.4 Entstehung Burnout - Salamander-Modell
3.5 Entstehung Burnout in Teams - Etappenmodell
3.6 Gesellschaftliche Zusammenhänge der Burnout-Entstehung
3.7 Strukturelle Veränderungen in der Sozialen Arbeit
3.8 Welche Schuld am Ausbrennen trägt der Arbeitgeber?
4.0 Soziale Arbeit als Vermittler zwischen Burnout und Resilienz
4.1 Klassische Methoden der Sozialen Arbeit
4.2 Ansätze der Sozialen Arbeit
4.2.1 Alltags- und lebensweltorientierter Ansatz nach Thiersch
4.2.2 Systemischer Ansatz nach Lüssi
4.3 Methoden der Sozialen Arbeit
4.3.1 Empowerment
4.3.2 Klientenzentrierte Gesprächsführung
4.3.3 Multiperspektivische Fallarbeit
4.4 Varianten der Burnoutprävention
4.4.1 Supervision
4.4.2 Betriebliche Gesundheitsförderung
4.4.3 Downshifting – Timeout statt Burnout
4.4.4 Human-Balance-Training
5.0 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwiefern der moderne Arbeitsalltag von Burnout und seinen Folgen geprägt ist und welche Rolle die Soziale Arbeit bei der Prävention und Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit einnehmen kann. Dabei wird Resilienz als zentrales Konzept zur Krisenbewältigung analysiert.
3.1 WOHER STAMMT DER BEGRIFF BURNOUT? EIN DEFINITIONSVERSUCH
Burnout (dt.: ausbrennen) ist ein Begriff ohne eine einheitliche und wissenschaftliche Definition. Überwiegend wird der Begriff im beruflichen Kontext verwendet.87 Burnout-Forscher sprechen von körperlicher, mentaler und vor allem emotionaler Erschöpfung aufgrund langanhaltender Überlastung.88 In medizinischen Fachkreisen ist der Begriff des Burnouts ebenfalls noch nicht etabliert, obwohl der internationale Diagnoseschlüssel zur Klassifikation von Krankheiten (ICD-10), den Burnout als „Zustand der totalen Erschöpfung“, benennt.89 Burnout als eigenständige Krankheit wurde bislang im Katalog der deutschen Krankenkassen nicht verankert. Wird ein Burnout also von einem Mediziner behandelt, so muss der Arzt zur Abrechnung beispielsweise auf die Diagnose – Depression – verweisen.90
Dr. Manfred Nelting, definiert das Burnout-Syndrom als eine prozessbezogene Erkrankung, „eine Systemerregung aus einer anhaltenden, sich allmählich aufschaukelnden Hyperstressreaktion. Diese leitet einen Auflösungsprozess der psycho-physischen Selbstregulierung ein […] und mündet meist in eine manifest schwere Depression“.91 Die Problematik eines Burnout ist multifaktoriell, äußerst komplex, betrifft den gesamten Organismus und äußert sich bei jedem Betroffenen individuell. Bei einer Erkrankung kann die gesamte Existenz des Betroffenen sowie das nähere Umfeld stark beeinträchtigt sein. Zudem ist Burnout ein gesellschaftliches Problem, denn die gesamte Wirtschaft wird durch den langen Produktivitätausfall sowie Ausfall durch Krankheit, mehrere Monate oder sogar Jahre, in Mitleidenschaft gezogen. Trotz einer Fülle an Studien gestehen Burnout-Experten, dass der Erkenntnisstand ziemlich dürftig ist.92 Zudem weisen einige Studien ungleiche Ergebnisse auf. Burisch, ein deutscher renomierter Burnout-Experte sagt: „Wir wissen tatsächlich nichts verlässliches über Burnout“.93
1. Einleitung: Vorstellung des Burnout-Phänomens und der Forschungsfrage nach der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention.
2.0 Resilienz: Theoretische Herleitung von Resilienz, Vorstellung der Resilienzmodelle und der Bedeutung für Individuum und Gesellschaft.
3.0 Burnout: Historische Einordnung, wissenschaftliche Definitionen und Analyse der Entstehungsmodelle bei Einzelpersonen und Teams.
4.0 Soziale Arbeit als Vermittler zwischen Burnout und Resilienz: Diskussion klassischer und moderner Methoden der Sozialen Arbeit zur Prävention und deren Grenzen im Arbeitsalltag.
5.0 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über die Rolle der Sozialen Arbeit und die Notwendigkeit der Stärkung der psychischen Gesundheit.
Resilienz, Burnout, Soziale Arbeit, Prävention, Stress, Arbeitsalltag, Salutogenese, Lebensbewältigung, Supervision, Empowerment, psychische Gesundheit, Arbeitsbelastung, Ressourcenorientierung, multiperspektivische Fallarbeit, Selbstwahrnehmung
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen Burnout-Gefährdung und dem Konzept der Resilienz sowie die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, präventiv gegen das Ausbrennen vorzugehen.
Zentrale Themen sind die Resilienzforschung, die historische Entwicklung und Definition von Burnout, verschiedene Entstehungsmodelle (wie das Salamander-Modell) sowie Ansätze der Sozialen Arbeit zur Prävention.
Das Ziel ist zu klären, inwiefern Resilienz eine Schlüsselkompetenz zur Bewältigung von Burnout darstellt und welchen konkreten Auftrag die Soziale Arbeit zur Entlastung Betroffener hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene psychologische und soziologische Theorien sowie aktuelle Studien und Statistiken zum Thema Arbeitsbelastung und Burnout zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Herleitung von Resilienz, die Analyse der Burnout-Entstehung sowie die kritische Hinterfragung sozialpädagogischer Ansätze und Methoden zur Burnout-Prävention.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Resilienz, Burnout-Prävention, Soziale Arbeit, Stressoren, Ressourcen, Salutogenese und Arbeitsbelastung charakterisiert.
Die Arbeit differenziert anhand des Salamander-Modells nach Jörg Fengler zwischen sieben Stress- und Präventionsebenen, von der individuellen Person über das Team bis hin zur Institution und Gesellschaft.
Die Arbeit thematisiert kritisch, inwieweit organisationale Strukturen, Führungsverhalten und hoher ökonomischer Druck als zentrale Stressoren fungieren, die zur Entstehung von Burnout beitragen können.
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