Bachelorarbeit, 2016
47 Seiten, Note: 1,8
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Die Bedeutung von PR und Öffentlichkeitsarbeit
2.1 PR in der Parteienlandschaft
2.2 Die politische Pressestelle
2.2.1 Das politische System
2.2.2 Massenmedien
2.2.3 Öffentlichkeit
2.2.4 öffentliche Meinung
3 Die politische Pressestelle als soziologische Teilorganisation
3.1 Grenzstellen
3.1.1 formale Organisationen
3.1.2 informale Organisationen
3.2 Rollenkonflikt
3.2.1 Möglichkeiten zur Bewältigung
4 Übergang zur Empirie - Zwischenfazit
5 Empirischer Teil
5.1 Der Qualitative Forschungsansatz
5.2 Forschungsinteresse und Design der qualitativen Erhebung
5.3 Das Experteninterview als qualitative Erhebungsmethode
5.4 Die qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsverfahren
5.5 Darstellung und Interpretation des Forschungsergebnisses
5.6 Reflexion des Interviews
6 Fazit der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht aus systemtheoretischer Perspektive, wie politische Pressestellen als Schnittstellen zwischen Organisationen und Massenmedien fungieren, welche spezifischen Rollenkonflikte dabei entstehen und wie diese durch informale Handlungsweisen innerhalb der Organisation bewältigt werden.
3 Die politische Pressestelle als soziologische Teilorganisation
In der Systemtheorie stellen Organisationen eine bestimmte Art von Systemen dar (vgl. Kieserling 1999, S.335). Für die Betrachtung der politischen Pressestelle ist die Handhabung des systemtheoretischen Organisationsbegriffs notwendig, um einerseits das Verhältnis zur Öffentlichkeit und zu den Massenmedien zu begreifen und andererseits das Konfliktpotenzial, das sich dahinter verbirgt, benennen zu können.
Dabei ist die Organisation nicht als getrennte Einheit des Gesellschaftssystems zu verstehen, sondern als ein Teil davon, der in dessen Umwelt gebildet wird. Nach Luhmann besteht eine Organisation in erster Linie aus Entscheidungen, die zunächst kommuniziert und im Anschluss weitere Entscheidungen herbeiführen kann. Weiterhin entsteht auf diese Weise eine Zirkularität, die wechselseitige Beschränkungen herbeiführt (vgl. Luhmann 2000, S.124). Mitglied in einer Organisation wird man nicht durch zufällige Anwesenheit oder wegen eines ideologischen Hintergrunds, sondern einzig durch eigenes Interesse. Damit einhergehend verpflichten sich Mitglieder die geltenden formalen Verhaltenserwartungen und die Zirkulation der Entscheidungen fortlaufend und zukünftig anzuerkennen (Luhmann 1964, S.42). Das zentrale Merkmal einer Organisation ist dementsprechend die Entscheidung über Ein- und Austritt einer Person und somit der Bestimmung von Mitgliedschaften (vgl. Luhmann 1975b, S. 99).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Pressestellen als Bindeglied zwischen Politik und Massenmedien ein und formuliert die systemtheoretische Forschungsfrage zur Bewältigung von Rollenkonflikten.
2 Die Bedeutung von PR und Öffentlichkeitsarbeit: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz professioneller PR für Organisationen und definiert die Funktionssysteme Politik, Massenmedien und Öffentlichkeit theoretisch.
3 Die politische Pressestelle als soziologische Teilorganisation: Hier wird die Pressestelle mittels des systemtheoretischen Organisationsbegriffs als Grenzstelle definiert, die formale und informale Strukturen nutzt, um Rollenkonflikte zu bewältigen.
4 Übergang zur Empirie - Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und leitet zur empirischen Überprüfung über, wobei die Notwendigkeit informaler Handlungsweisen hervorgehoben wird.
5 Empirischer Teil: Der Teil beschreibt den qualitativen Forschungsansatz, die Experteninterview-Methode sowie die anschließende qualitative Inhaltsanalyse zur Auswertung der gesammelten Daten.
6 Fazit der Arbeit: Das Fazit bestätigt die These, dass die informale Organisation für das Funktionieren von Pressestellen essentiell ist, um Spannungsfelder zwischen Organisation und externen Erwartungen zu überbrücken.
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Pressestelle, Öffentlichkeitsarbeit, PR, Massenmedien, Grenzstelle, Rollenkonflikt, Organisation, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Informale Organisation, politische Kommunikation, Verwaltung, Krisenkommunikation.
Die Arbeit untersucht die Funktion und tägliche Arbeit einer Pressestelle als Grenzstelle zwischen der eigenen Organisation und den Massenmedien unter Anwendung systemtheoretischer Ansätze nach Niklas Luhmann.
Die zentralen Themen umfassen die Rolle der PR, das Verhältnis von Organisation und Umwelt, die Dynamik von Rollenkonflikten in Grenzstellen sowie die Bedeutung informaler Handlungsweisen zur Konfliktlösung.
Das Ziel ist es, zu beschreiben, wie sich die Arbeit einer (politischen) Pressestelle aus systemtheoretischer Sicht erklären lässt und welche spezifischen Herausforderungen und Rollenkonflikte sich daraus ergeben.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, konkret ein leitfadengestütztes Experteninterview, das mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zur Systemtheorie und Organisationssoziologie sowie einen empirischen Teil, in dem ein Experteninterview mit einem Pressesprecher analysiert wird.
Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, Grenzstelle, Rollenkonflikt, Informale Organisation, politische PR und Massenmedien.
Das Interview verdeutlicht, dass die täglichen Abläufe und Herausforderungen sehr ähnlich sind, der Hauptunterschied jedoch in der ideologischen Ausrichtung liegt; eine Verwaltungspressestelle muss neutraler agieren als eine parteipolitische.
Informalität ermöglicht es den Mitarbeitern, flexibler auf widersprüchliche Erwartungen der Umwelt zu reagieren und handlungsfähig zu bleiben, da formale Strukturen in dynamischen Krisensituationen oft zu starr sind.
Ein aufgebautes Vertrauensverhältnis ist essentiell, um auch in Krisensituationen oder bei heiklen Themen als glaubwürdiger Ansprechpartner wahrgenommen zu werden und potenzielle Konflikte frühzeitig abzufedern.
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