Bachelorarbeit, 2015
43 Seiten
Kapitel 1 Einleitung
1.1. Kontext
1.2. Situationsanalyse und Literaturrecherche
1.2.1. Der Auftrag der Partizipation
1.2.2. Partizipation auf institutioneller Ebene
1.2.3. Partizipation aufseiten des Klienten
1.2.4. Anfänge bedürfnisorientierter Jugendarbeit
1.2.5. Existenzielle Bedürfnisse
1.3. Operationalisierung der Forschungsbegriffe
1.4. Problemstellung
1.5. Zielsetzung
1.6. Zentrale Problemstellung und Teilaufgaben
1.7. Vorschau auf die Elemente des Berichts
Kapitel 2 Methode
2.1. Charakterisierung der Forschung
2.2. Forschungspopulation
2.3. Forschungsinstrumente
2.3.1. Literaturrecherche
2.3.2. Problemzentrierte Interview
2.3.3. Teilnehmende Beobachtung
2.4. Verfahren zur Datenerfassung
2.5. Analysenplan
2.5.1. Grounded Theory
2.5.2. Phänomenologische Analyse
Kapitel 3 Ergebnisse
3.1.Teilaufgabe Eins
3.1.1. Partizipation aufseiten der Mitarbeiter
3.1.2. Partizipation aufseiten der Besucher
3.2.Teilaufgabe Zwei
3.2.1. Angebote
3.2.2. Anforderungen / Bedingungen
3.2.3. Methoden
3.2.4. Haltung
3.2.5. Ziele
3.2.6. Einschätzung / Sichtbarkeit
3.3. Teilaufgabe Drei
3.3.1. Entwicklung in der Teilaufgabe Drei
3.3.2. Beobachtungen
3.3.3. Ergebnisse der Fragebögen
Kapitel 4 Analyse der Ergebnisse
4.1. Schlussfolgerung
4.2. Diskussion
4.3. Empfehlung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Einstellung zu Partizipation in drei rechtsrheinischen Jugendzentren der KJA Köln zu untersuchen, um ein ganzheitliches Verständnis über deren praktische Umsetzung und die damit verbundenen Einflussfaktoren zu gewinnen.
Partizipation auf institutioneller Ebene
Straßburger & Rieger (2014) warnen davor, ein Element der Mitbestimmung sofort zu einem partizipativen Prozess zu deklarieren. Dies erschwere die fachliche Auseinandersetzung mit anderen Sozialarbeitern, da die Auffassung von Mitbestimmung sehr subjektiv sei (vgl. S.22). Diese Subjektivität habe zur Folge, dass in sozialen Institutionen oftmals eine „absolute“, oder vielmehr „wohlwollende Monarchie“ herrsche, die Mitbestimmungsrechte einräumt, aber sich stets die Möglichkeit einbehalte um diese Entscheidungsfreiheit wieder einschränken zu können. Die Folge sei, dass diese Rechte quasi nicht vorhanden sind. Vielmehr werde auf institutioneller Ebene zu einer „konstitutionellen Monarchie“ geraten, in der mit einer Konstitution (Verfassung) die Möglichkeit bestehe, Entscheidungsfreiheit in einem strukturierten Rahmen ablaufen zu lassen (vgl. S.84-88).
Straßburger & Rieger (2014) entwickeln hierzu das Konzept einer Partizipationspyramide, in der Partizipation in verschiedene Stufen versucht wird, zu unterteilen. Sie unterscheiden auf einer institutionell professionellen Ebene zwischen sechs Stufen (siehe Anlage 1). Die ersten drei werden als Vorstufen von Partizipation bezeichnet, da die Institution keine echten Entscheidungsfreiheiten an die Adressaten des Angebots abgebe. Sie informieren lediglich über Entscheidungen, oder fragen bestenfalls nach einer Meinung. Die Stufen vier bis sechs wiederum stellen „echte“ Partizipation dar. Sie räumen den Adressaten Rechte ein, in denen sie frei entscheiden können. Neben dem Stimmrecht kann dies zu einer kompletten Übertragung der Entscheidungsfreiheit leiten (vgl. S.26). Mithilfe dieser Pyramide ließen sich Arbeitsvorgänge so planen, dass sie entsprechende Rechte der Adressaten mit einbeziehe, jedoch zusätzlich einen strukturierten Rahmen gewährleiste. Ebenso würde der Austausch mit anderen Fachkräften und Institutionen erleichtert werden.
Kapitel 1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Kontext der Untersuchung ein, erläutert die theoretischen Grundlagen der Partizipation sowie die Problemstellung und Zielsetzung der Bachelor-Thesis.
Kapitel 2 Methode: Hier wird das methodische Vorgehen charakterisiert, das die Literaturrecherche, problemzentrierte Interviews und teilnehmende Beobachtungen umfasst, sowie der Analyseplan (Grounded Theory und phänomenologische Analyse) dargelegt.
Kapitel 3 Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden in diesem Kapitel detailliert ausgewertet, wobei der Fokus auf den Faktoren der Partizipation, der Umsetzung durch Mitarbeiter und dem Bewusstsein der Besucher liegt.
Kapitel 4 Analyse der Ergebnisse: Dieses Kapitel verknüpft die Ergebnisse in einer Schlussfolgerung, diskutiert die Rahmenbedingungen und spricht Empfehlungen für den Auftraggeber aus.
Partizipation, Jugendarbeit, Jugendzentren, Mitbestimmung, Empowerment, Sozialpädagogik, Jugendliche, Partizipationspyramide, Bedürfnisorientierung, Methodik, Offene Kinder- und Jugendhilfe, KJA Köln, Selbstwirksamkeit, Demokratiebildung.
Die Arbeit untersucht das Verständnis und die praktische Umsetzung von Partizipation in drei rechtsrheinischen Jugendzentren der KJA Köln aus der Perspektive von Mitarbeitern und jugendlichen Besuchern.
Die zentralen Felder sind die institutionellen Rahmenbedingungen von Partizipation, das Selbstverständnis der pädagogischen Fachkräfte sowie die Motivation und das Bewusstsein der Jugendlichen für Mitgestaltung.
Das Ziel ist es, ein ganzheitliches Bild der partizipativen Arbeit in den Einrichtungen zu schaffen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Hilfsangeboten für den Auftraggeber abzuleiten.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus Literaturrecherche, problemzentrierten Interviews mit Einrichtungsleitern sowie einer teilnehmenden Beobachtung inklusive Fragebögen bei den Jugendlichen.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herangehensweise, die Darstellung der Ergebnisse bezüglich der Partizipationsfaktoren, die Analyse des Umgangs mit diesem Konzept und eine kritische Diskussion der Rahmenbedingungen.
Die Kernbegriffe umfassen Partizipation, Jugendarbeit, Mitbestimmung, Empowerment, Bedürfnisorientierung und Demokratiebildung.
Die Arbeit zeigt deutliche Unterschiede auf: Während einige Zentren auf institutionalisierte Gremien wie Jugendräte setzen, fokussieren andere auf eine alltagsintegrierte Haltung der Mitarbeiter und informelle Beteiligungsformen.
Es wird deutlich, dass ein geringes Selbstwertgefühl und mangelnde Erfahrung mit Mitbestimmung oft Hürden für die Partizipation darstellen, weshalb eine gezielte pädagogische Begleitung und Spiegelung notwendig ist.
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