Bachelorarbeit, 2015
66 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
Einleitung
1. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier
1.1 Historische Betrachtung
1.2 Wirkungen von Tieren auf den Menschen
1.2.1 Physiologische Wirkungen
1.2.2 Psychologische Wirkungen
1.2.3 Soziale Wirkungen
1.3 Erklärungsansätze der Verbindung zwischen Mensch und Tier
1.3.1 entwicklungspsychologischer und psychoanalytischer Ansatz
1.3.2 Anthropomorphismus und Du-Evidenz
1.3.4 Biophilia
2. Mensch und Pferd – Grundlagen in der Beziehung
2.1 Koevolution von Mensch und Pferd
2.2 Das Wesen des Pferdes
2.2.1 Symbolik
2.2.2 Beziehungsqualitäten des Pferdes und Wirkung auf den Menschen
2.2.3 Kommunikation
3. Psychotherapie mit dem Pferd
3.1 Anfänge pferdegestützter Psychotherapie
3.2 Pferdegestützte Psychotherapie heute
3.2.1 Praxis Pferdegestützter Psychotherapie
3.2.2 Eigenschaften Pferdegestützter Psychotherapie
3.2.3 Die therapeutische Beziehung unter Einbezug des Pferdes
3.3 Einschränkungen und Kontraindikationen
4. Krankheitsbild Depression
4.1 Symptomatik akuter Depression
4.2 Klassifikation
4.3 Epidemiologie und Risikofaktoren
4.4 Verlauf und Prognose
4.4 Ursachen und Auslöser
4.4.1 Stress als Ursache
4.4.2 Genetische Prädisposition
4.4.3 Neuroendokrinologische Ursachen
4.5 Psychologische Erklärungsmodelle
4.5.1 Kognitive Theorien
4.5.1 Interpersonelle Theorien
4.5.1 Zusammenfassung - Psychobiologisches Erklärungsmodell
4.6 Behandlung akuter Depression
4.6.1 Psychotherapeutische Interventionen
4.6.2 Physikalische Interventionen
4.2.3 Bewegung und Sport als Intervention bei Depression
4.2.3.1 physiologisch – biochemische Wirkungsebene
4.2.3.2 emotional - psychische Wirkungsebene
5. Möglichkeiten des Einsatzes und der Wirkung des Pferdes in der Behandlung von akuter Depression
5.1 Aktivierung
5.2 Entspannung
5.3 Biofeedback
5.4 Getragenwerden und Regression
5.5 Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeitserleben
5.7 Identifikation und Modellfunktion
5.8 Bezug auf die Therapieschulen
5.8.1 Verhaltenstherapie
5.8.2 Psychodynamische Therapien
5.8.3 Humanistische Psychotherapie
6. Empirischer Forschungsstand
7. Zusammenfassung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die Wirkmechanismen pferdegestützter Psychotherapie bei Patienten mit akuter Depression. Ziel ist es, das therapeutische Potenzial des Pferdes als Medium zu identifizieren, theoretisch fundiert einzuordnen und Ansätze für die störungsspezifische Forschung aufzuzeigen.
5.4 Getragenwerden und Regression
Die Tatsache, dass der Patient auf dem Pferd ein ‚Getragenwerden‘ mit allen Sinnen erleben kann, spielt in der psychotherapeutischen Arbeit eine entscheidende Rolle: Dieser Vorgang verstärkt das Bild des starken Archetypus Pferd und macht es zu einem allmächtigen und versorgenden Wesen, vergleichbar mit der frühen Befriedigung durch die Mutter, die das Kind erlebt (vgl. Opgen-Rhein et al., 2011). Das Pferdes ist in seinem Wesen dabei ebenso sanft, denn es habe die Eigenschaft, einen schutz- und hilflosen Menschen, gleich einem Fohlen zu beschützen (Mehlem, 2008).
Weiterhin die Tatsache, sein eigenes Gewicht an jemand anderes (das Pferd) abzugeben und sich tragen zu lassen, kann ein Loslassen ermöglichen – direkt im Kontakt, aber eben auch in Analogie zu Schwierigkeiten des Lebens. Der Bewegungsdialog spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Dieser auf Kerstenberg und Buelte (1977) zurückzuführende Begriff bezieht sich auf die Annahme, dass jedes Neugeborene bereits über ein Repertoire an Spannungs- und Bewegungsrhythmen verfügt, die in den ersten Lebensmonaten mit der primären Bezugsperson in einen „Bewegungseinklang“ (Klüwer, 2008, S. 12) zu bringen seien.
1. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung sowie die physiologischen, psychologischen und sozialen Wirkungen von Tier-Mensch-Beziehungen.
2. Mensch und Pferd – Grundlagen in der Beziehung: Hier werden die koevolutionären Grundlagen und die spezifischen Wesensmerkmale des Pferdes als Beziehungspartner im therapeutischen Kontext analysiert.
3. Psychotherapie mit dem Pferd: Das Kapitel führt in die Praxis der pferdegestützten Therapie ein und erörtert die trianguläre Beziehung zwischen Patient, Pferd und Therapeut.
4. Krankheitsbild Depression: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung der Symptomatik, Ursachen und Behandlungsmethoden bei akuter Depression im psychotherapeutischen und physikalischen Kontext.
5. Möglichkeiten des Einsatzes und der Wirkung des Pferdes in der Behandlung von akuter Depression: Das Kernkapitel verknüpft klassische psychotherapeutische Ziele mit spezifischen Wirkweisen des Pferdes wie Aktivierung, Entspannung und Biofeedback.
6. Empirischer Forschungsstand: Hier wird die aktuelle empirische Datenlage kritisch hinterfragt und aufgezeigt, dass methodische Standards für diesen Bereich noch ausbaufähig sind.
7. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die theoretische Bedeutung des Pferdes als integratives Medium in verschiedenen therapeutischen Ansätzen.
8. Fazit: Das Fazit unterstreicht das enorme Potenzial der Methode, betont jedoch die Notwendigkeit einer stärkeren Vereinheitlichung und weiterer kontrollierter Studien.
Pferdegestützte Psychotherapie, Akute Depression, Mensch-Tier-Beziehung, Reittherapie, Psychotherapie, Biofeedback, Selbstwirksamkeit, Bewegungsdialog, psychologische Wirkfaktoren, Ressourcenaktivierung, Affektregulation, Depressionsbehandlung, Koevolution, Bindung.
Die Arbeit analysiert die Wirkmöglichkeiten und Einsatzgebiete von Pferden in der Psychotherapie, speziell im Hinblick auf das Krankheitsbild der akuten Depression.
Die Themen umfassen die Geschichte der Mensch-Tier-Beziehung, die Charakteristika des Pferdes als Medium, verschiedene psychotherapeutische Ansätze sowie den aktuellen Stand der empirischen Forschung.
Die Arbeit möchte klären, welche Wirkmöglichkeiten das Pferd in der Psychotherapie bietet und inwiefern depressiv erkrankte Menschen von solchen Konzepten profitieren können.
Die Grundlage dieser Bachelor-Thesis bildet eine systematische Literaturrecherche.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Beziehung zu Tieren und Pferden, die Spezifika der pferdegestützten Psychotherapie, eine fundierte Darstellung des Krankheitsbildes Depression sowie die Anwendung des Pferdes in verschiedenen therapeutischen Schulen.
Zentrale Begriffe sind unter anderem pferdegestützte Psychotherapie, Depression, Ressourcenaktivierung, Biofeedback, Selbstwirksamkeit und Mensch-Tier-Beziehung.
Das Pferd reagiert instinktiv auf die Körperspannung und das Verhalten des Patienten. Durch dieses unmittelbare Biofeedback werden innere Zustände wie Anspannung oder Blockaden für den Patienten sichtbar und somit einer Bearbeitung zugänglich gemacht.
Sie ermöglicht eine einzigartige Kombination aus körperlicher Aktivierung, Aufbau von Selbstvertrauen und einer urteilsfreien Beziehungserfahrung, die dem Patienten helfen kann, die „Depressionsspirale“ zu durchbrechen.
Es gibt zwar keine absoluten Kontraindikationen, jedoch müssen bei akuten psychotischen oder manischen Zuständen sowie bei schweren körperlichen Verletzungen Vorsichtsmaßnahmen getroffen oder die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden.
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