Bachelorarbeit, 2015
31 Seiten
1. Problemstellung
2. Definition von Rating
2.1. Analyseziel und Rating- Klassifikation
2.2. Rating-Verfahren
3. Struktur des Ratingmarktes
4. Funktionen und Bedeutung
4.1. Für Emittenten und Investoren
4.2. Regulatorische Funktionen
5. Fehler und Probleme von Rating-Agenturen
5.1. Interessenkonflikte
5.1.1. Issuer-pay-Bezahlmodell
5.1.2. Beratungsfunktion
5.1.3. Rating Shopping
5.2. Fehlprognosen
5.3. Relevanz und Spillover-Effekte
6. Regulierungen im europäischen Raum
6.1. Regulierungen vor der Finanzkrise
6.2. Die Finanzkrise
6.3. Ratingverordnung 2009
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die strukturellen Schwächen sowie das Versagen von Rating-Agenturen, insbesondere im Kontext der Finanzkrise 2007, und bewertet die Wirksamkeit der von der EU eingeführten Regulierungsmaßnahmen.
5.1.1. Issuer-pay-Bezahlmodell
Rating-Agenturen werden häufiger mit dem Begriff des Interessenkonflikts in Verbindung gebracht. Interessenkonflikte gehören grundsätzlich zu den Charakteristiken von Finanzintermediären. Das Issuer-pay-Bezahlmodell, das annähernd von allen großen Agenturen benutzt wird, trägt eine Ambivalenz in sich. Agenturen werden hierbei vom bewerteten Emittenten, Unternehmen, Staaten etc. bezahlt, um ein Bonitätsurteil zu erhalten. Sie sind demnach direkt für den Erfolg der privaten und gewinnorientierten Agenturen verantwortlich.
Die Rating Agentur Moody’s gehört zudem zur börsennotierten Moody’s Corporation und muss durch Gewinnmaximierung ihre Anteilseigner zufrieden stellen. Agenturen sind also wirtschaftlich von ihren Aufträgen abhängig. Somit stehen sie unter dem Reiz, positive Bewertungen zu vergeben, um Folgeaufträge zu erhalten oder einen Mandantenentzug zu verhindern. Hier begrenzt allerdings die Reputation, die auf den Märkten als Eintrittsbarriere fungiert, dieses Problem. Ein Gefälligkeitsrating auf kosten dieser Reputation ist in Verbindung mit der Anzahl der jährlich erstellten Ratings nicht sinnvoll. In der Abbildung 4 sehen wir die genaue Menge an Ratings, die einer der marktführenden Agenturen jährlich erstellt. Demnach haben einzelne Emittenten, einen ziemlich kleinen Einfluss auf den Gesamtumsatz des Unternehmens, sodass die Agenturen, zumindest die drei großen, nicht direkt von einem einzelnen Emittenten abhängig sind.
1. Problemstellung: Einführung in die Bedeutung von Rating-Agenturen für moderne Finanzmärkte und die daraus resultierende Kritik an deren Prognosefähigkeit.
2. Definition von Rating: Erläuterung der methodischen Grundlagen, Klassifikationsarten und der Verfahrensweisen bei der Bonitätsbeurteilung.
3. Struktur des Ratingmarktes: Analyse der Marktdominanz der großen Agenturen (Triopol) und der damit verbundenen Eintrittsbarrieren.
4. Funktionen und Bedeutung: Darstellung der regulatorischen und informationalen Rolle von Ratings für Emittenten, Investoren und Kreditinstitute.
5. Fehler und Probleme von Rating-Agenturen: Detaillierte Untersuchung von Interessenkonflikten, Beratungsfehlern, dem Rating Shopping und systemischen Fehlprognosen.
6. Regulierungen im europäischen Raum: Aufarbeitung der Entwicklung von der Selbstregulierung hin zur verbindlichen Ratingverordnung 2009 nach der Finanzkrise.
7. Fazit: Kritische Würdigung der Wirksamkeit EU-weiter Reformen bezüglich der Problematik der Marktmacht und Fehlbarkeit der Rating-Agenturen.
Rating-Agenturen, Finanzkrise, Bonitätsbeurteilung, Interessenkonflikte, Issuer-pay-Modell, Rating Shopping, Finanzmärkte, Regulierung, Ratingverordnung 2009, Investment Grade, Systemrisiko, Transparenz, Basel II, Basel III, Kreditwürdigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle, der Marktmacht und der Fehlbarkeit von Rating-Agenturen sowie deren Verantwortung im Kontext von Finanzkrisen.
Zu den zentralen Themen gehören die Marktstruktur (Triopol), die Anreizsysteme der Agenturen (Interessenkonflikte) und die staatliche Regulierung innerhalb der EU.
Das Ziel ist die Analyse der Schwächen von Rating-Agenturen und die Untersuchung der Frage, inwiefern die europäischen Regulierungen geeignet sind, diese Schwächen effektiv zu beheben.
Es wird eine fundierte Literatur- und Dokumentenanalyse durchgeführt, um theoretische Konzepte mit empirischen Marktdaten und regulatorischen Rahmenbedingungen zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Funktionsweise von Ratings, die Analyse der Interessenkonflikte (insb. Issuer-pay-Modell) und die Entwicklung der EU-Regulierung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Rating-Agenturen, Finanzkrise, Interessenkonflikte, Ratingverordnung und Bonitätsbeurteilung.
Da die Agenturen direkt von den zu bewertenden Emittenten bezahlt werden, entsteht ein struktureller Interessenkonflikt, der den Anreiz für zu optimistische Ratings oder Gefälligkeitsurteile erhöhen kann.
Ratings bestimmen maßgeblich die Risikogewichtung von Krediten, was wiederum entscheidet, wie viel Eigenkapital Kreditinstitute hinterlegen müssen.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass eine Herabstufung der Bonität eines Staates durch Rating-Agenturen automatisch negative Auswirkungen auf die Bonitätsbewertungen und Kapitalkosten der Unternehmen in diesem Land hat.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

