Bachelorarbeit, 2011
47 Seiten, Note: 2,0
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, wie sich die erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Positionen von Donna Haraway und Gayatri Spivak unterscheiden. Beide Theoretikerinnen nehmen in ihren Überlegungen eine feministische Perspektive ein, kommen aber teilweise zu unterschiedlichen epistemologischen Schlussfolgerungen. Die Arbeit untersucht, wodurch sich eine postkoloniale feministische Erkenntniskritik von einer feministischen Wissenschafts- und Erkenntnistheorie abhebt und wo sich beide Ansätze überschneiden.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Differenzdebatte, die dem erkenntnistheoretischen Paradigma des situierten Wissens vorausgegangen ist. Es werden die wesentlichen Ideen feministischer Wissenschafts- und Erkenntniskritik beleuchtet. Kapitel 2.1 analysiert das Konzept des situierten Wissens nach Donna Jeanne Haraway. Das dritte Kapitel untersucht die erkenntniskritischen Auffassungen von Spivak, mit besonderem Fokus auf den Begriffen „worlding“ und „epistemische Gewalt“. Beide Theoretikerinnen werden in den jeweiligen wissenschafts- und erkenntniskritischen Kontext eingeordnet. Abschließend werden mögliche Kritikpunkte an den Ansätzen von Haraway und Spivak formuliert. Das vierte Kapitel stellt die erkenntniskritischen Überlegungen von Haraway und Spivak in einen größeren Kontext und fragt, was sich aus den Ergebnissen für eine kritische sozialwissenschaftliche Praxis ableiten lässt.
Die Arbeit thematisiert zentrale Begriffe wie „situiertes Wissen“, „epistemische Gewalt“, „worlding“, feministische Wissenschafts- und Erkenntniskritik, postkoloniale Theorie, Differenz, Machtverhältnisse, Handlungsfähigkeit, Verantwortung, und alternative Wissensformen.
Haraway argumentiert, dass Wissen immer aus einer bestimmten Perspektive und einem spezifischen Kontext heraus entsteht, was die Vorstellung einer rein objektiven „Gottesschau“ ablehnt.
Epistemische Gewalt bezeichnet die Unterdrückung oder Ausblendung nicht-westlicher Wissensformen und Stimmen durch dominante westliche Wissenschaftsdiskurse.
Während der klassische Feminismus oft die Kategorie „Frau“ als einheitlich ansieht, kritisiert die postkoloniale Theorie dies und weist auf Differenzen durch Herkunft, Rasse und Machtverhältnisse hin.
„Worlding“ beschreibt den Prozess, durch den dominante Mächte ihre Sicht der Welt als universell etablieren und dadurch andere Realitäten marginalisieren.
Sie hilft dabei, Ausschlüsse in der Wissenschaft zu erkennen und Verantwortlichkeit für die eigene Forschungsposition zu übernehmen.
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