Masterarbeit, 2016
95 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Der ‚Enhancement-Begriff‘
2.1 Inhaltliche Bedeutung des Begriffs ‚Enhancement‘
2.2 Historische Verbindung zwischen Enhancement und Eugenik
2.3 Gründe für die Nutzung der Genmanipulation
3 Biologische Grundlagen
3.1 Gene und ihre Funktion
3.2 Genmanipulation an Stammzellen
4 Medizinische Möglichkeiten des ‚Human Enhancement‘ und ihre moralische Bewertung
4.1 Pränataldiagnostik
4.2 Präimplantationsdiagnostik
4.3 Keimbahntherapie
4.4 Three-Parent Babies
4.5 CRISPR/Cas9
4.6 Klonen
5 Gesetzliche Grundlagen
5.1 Grundgesetz
5.2 Stammzellgesetz
5.3 Embryonenschutzgesetz
5.4 Deutschland und Großbritannien im Vergleich
6 Designer Babies – Fluch oder Segen?
6.1 Genmodifikation – Ein Fortschritt der Wissenschaft
6.1.1 Folgen der Genmanipulation I: Julian Savulescu
6.1.2 Genmanipulation der Zukunft I: Julian Savulescu
6.2 Designer Babies – Ein irreversibler Eingriff
6.2.1 Folgen der Genmanipulation II: Michael Sandel
6.2.2 Genmanipulation der Zukunft II: Michael Sandel
6.3 Ethische Abwägung der Positionen – Savulescu vs. Sandel
7 Individuelle und Gesellschaftliche Auswirkungen von Designer Babies
7.1 Soziale Ungerechtigkeit
7.2 Identitäts- und Diversitätsverlust
7.3 Einbuße von Autonomie
7.4 Verlust der Natürlichkeit
8 Fazit: Genetische Arbeit am Selbst
Diese Arbeit untersucht die moralischen und biotechnologischen Aspekte von "Designer Babies". Das primäre Ziel ist es, die Möglichkeiten der Genmanipulation an Embryonen zu beleuchten, die gegensätzlichen ethischen Positionen (insbesondere von Julian Savulescu und Michael Sandel) gegenüberzustellen und zu bewerten, ob solche Eingriffe medizinisch und ethisch vertretbar sind.
Genmanipulation an Stammzellen
Aus den Stammzellen können sich differenzierte Zelltypen entwickeln. Allgemein kann zwischen toti-, pluri-, multi- und unipotenten Stammzellen unterschieden werden, aus denen sich verschiedene Gewebe zusammensetzen.40 Der Embryo besteht in einem sehr frühen Entwicklungsstadium aus gleichen totipotenten Stammzellen. Diese können sowohl in der inneren Zellmasse der Blastocyste – die Zellmasse der befruchteten Eizelle – als auch in Teilen der Plazenta, also in extraembryonales Geweben, vorkommen. Aufgrund dessen ist es ihnen möglich, einen neuen Organismus zu entwickeln. In vitro – im Reagenzglas – können die Zellen nur beschränkt weiterkultiviert werden; hier tritt die beschriebene Spezialisierung der Zellen in einem früheren Stadium ein als es bei einer natürlichen Befruchtung der Fall wäre.41
Die pluripotenten Stammzellen werden aus der Blastocyste gewonnen und sind in der Lage, alle Zellarten der unterschiedlichen Gewebearten eines Menschen zu bilden. Aus diesen werden embryonale Stammzellen abgeleitet. Die multipotenten Stammzellen, zu denen neuronale und Blutstammzellen gehören, können sich in verschiedene jedoch nicht in alle Zellarten entwickeln. Unipotente Stammzellen sind nur in der Lage, einen Zelltyp zu produzieren.42
Bei der Durchführung der Stammzelltherapie werden Stammzellen in vitro vermehrt und nach der erfolgreichen Vermehrung auf den Patienten übertragen. Sie sollen geschädigte oder zerstörte Zellen ersetzen. Bei der ‚Züchtung‘ der Stammzellen geschieht kein genetischer Eingriff, um die Stammzellen zu verändern. Damit weisen die Stammzelltherapie und die Gentherapie keinen gemeinsamen Schnittpunkt auf. Es könnte jedoch in der Zukunft möglich sein, dass diese Zellen in vitro verändert und auf den Menschen zurückübertragen werden.43
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um Genmodifikation und "Designer Babies" ein und stellt die zentrale Frage nach der ethischen Vertretbarkeit dieser Technologien.
2 Der ‚Enhancement-Begriff‘: Das Kapitel definiert den Begriff "Enhancement" und grenzt ihn von medizinischen Therapien ab, wobei auch die historische Verbindung zur Eugenik erläutert wird.
3 Biologische Grundlagen: Hier werden die biologischen Basiskenntnisse über Gene, DNS und die Funktionsweise von Stammzellen vermittelt, die für das Verständnis genetischer Eingriffe notwendig sind.
4 Medizinische Möglichkeiten des ‚Human Enhancement‘ und ihre moralische Bewertung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über aktuelle medizinische Techniken der Genetik und analysiert deren moralische Implikationen.
5 Gesetzliche Grundlagen: Ein Vergleich der rechtlichen Rahmenbedingungen und Restriktionsmaßnahmen in Deutschland und Großbritannien in Bezug auf Gentechnik und Stammzellforschung.
6 Designer Babies – Fluch oder Segen?: Dieses Kernkapitel diskutiert die konträren philosophischen Positionen von Julian Savulescu und Michael Sandel hinsichtlich der Genmodifikation.
7 Individuelle und Gesellschaftliche Auswirkungen von Designer Babies: Hier werden weiterführende soziologische und ethische Aspekte wie soziale Gerechtigkeit, Autonomie und Identitätsverlust analysiert.
8 Fazit: Genetische Arbeit am Selbst: Das Fazit fasst die Argumente beider Philosophen zusammen und betont die Notwendigkeit globaler Regulierungen und einer sorgfältigen ethischen Abwägung der Risiken.
Designer Babies, Genmanipulation, Human Enhancement, Eugenik, CRISPR/Cas9, Stammzellforschung, Pränataldiagnostik, Ethik, Julian Savulescu, Michael Sandel, Gentechnik, Keimbahntherapie, Identitätsverlust, soziale Ungerechtigkeit, Autonomie
Die Arbeit beschäftigt sich mit den biotechnologischen Möglichkeiten und den moralischen Konsequenzen einer gezielten genetischen Modifikation von menschlichen Embryonen, oft unter dem Begriff "Designer Babies" zusammengefasst.
Die zentralen Themen umfassen die biologischen Grundlagen der Genetik, aktuelle medizinische Verfahren wie CRISPR/Cas9 und Präimplantationsdiagnostik sowie die ethische und gesellschaftliche Bewertung dieser Eingriffe im Hinblick auf Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob die Kreation von "Designer Babies" moralisch vertretbar ist und ob Genmodifikationen beim Menschen legalisiert oder verboten werden sollten.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die naturwissenschaftliche Fakten über Gentechnik mit philosophischen und ethischen Analysen sowie einer vergleichenden Betrachtung der Gesetzgebung in Deutschland und Großbritannien verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Beschreibung der Möglichkeiten (z.B. CRISPR, Klonen), eine Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine ausführliche Debatte zwischen den Philosophen Julian Savulescu (Befürworter) und Michael Sandel (Kritiker).
Wichtige Schlagworte sind Designer Babies, Genmanipulation, Eugenik, Human Enhancement, Bioethik, Chancengleichheit und die Unterscheidung zwischen Therapie und Optimierung.
Savulescu und Sandel dienen als die beiden Hauptkontrahenten der ethischen Debatte: Während Savulescu den Fortschritt zur Optimierung menschlicher Potenziale befürwortet, warnt Sandel vor einer Dehumanisierung und dem Verlust der Natürlichkeit des Lebens als Geschenk.
Die Arbeit betont, dass eine klare Abgrenzung oft schwierig ist, definiert aber Therapie als Heilung von Krankheiten zur Wiederherstellung normaler Funktionen, während "Enhancement" (Optimierung) über das normale Maß hinausgehende Verbesserungen körperlicher oder geistiger Merkmale anstrebt.
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