Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,0
1 Refinanzierung im deutschen Bankensektor – Quo vadis?
2 Einführung in die Bankenrefinanzierung
2.1 Konkretisierung des Refinanzierungsbegriffes
2.2 Hauptrefinanzierungsmöglichkeiten von Banken
2.3 Geschäftsmodellabhängige Refinanzierung im deutschen Bankensektor
3 Refinanzierungsverhalten deutscher Banken vor der Finanzkrise
3.1 Darstellung der Vorkrisenjahre im deutschen Bankensystem
3.2 Refinanzierung ausgewählter deutscher Bankengruppen
4 Änderungen im Refinanzierungsverhalten deutscher Banken seit der Finanzkrise
4.1 Marktinduzierte Änderungen im Refinanzierungsverhalten
4.1.1 Allgemeine Änderungen im deutschen Bankensektor
4.1.2 Änderungen im Kreditbankensektor
4.1.3 Änderungen im Bereich der Zentralinstitute
4.1.4 Änderungen im Bereich der Verbundinstitute
4.1.5 Änderungen im Bereich der Pfandbriefbanken
4.2 Regulatorisch bedingte Änderungen im Refinanzierungsverhalten
4.2.1 Änderungen durch Basel III
4.2.2 Änderungen durch die EU-Abwicklungs- und Sanierungsrichtlinie
4.2.3 Änderungen durch Solvency II
5 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf das Finanzierungsverhalten deutscher Banken. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich die Refinanzierungsstrukturen durch marktinduzierte Entwicklungen sowie durch krisenbedingte regulatorische Rahmenbedingungen verändert haben und welche Unterschiede sich dabei aufgrund der diversen Geschäftsmodelle der Bankengruppen ergeben.
4.1.1 Allgemeine Änderungen im deutschen Bankensektor
Die Jahre der Finanzmarktderegulierung, welche bei deutschen Banken insbesondere durch ein zunehmend marktbasiertes Finanzierungsverhalten und eine eher rückläufige Refinanzierung über Kundeneinlagen gekennzeichnet waren, wurden mit dem Ausbruch der Finanzkrise beendet. Als Ursache hierfür sind sowohl die infolge der Subprime- und letztendlich Lehman-Krise entstandenen Turbulenzen auf den Finanzmärkten als auch der damit verbundene Vertrauensverlust, der die Refinanzierung deutscher Banken über diese Märkte zu einer Herausforderung machte, anzusehen. Folglich bewirkte die Finanzkrise im deutschen Bankensystem allgemein einen fundamentalen Wandel, welcher im Hinblick auf die Refinanzierungsaktivitäten entsprechende Trends erkennen lässt.
Zu den passivischen Hauptrefinanzierungsquellen des deutschen Bankensystems zählten sowohl vor als auch nach der Finanzkrise neben Einlagen bzw. Krediten des Bankensektors (inkl. der Zentralbankrefinanzierung) sowie des Nichtbankensektors auch verbriefte Verbindlichkeiten. Trotz des Ausbruchs der Finanzkrise gelten diese zwar noch immer als Hauptrefinanzierungsquellen des deutschen Bankensystems, jedoch hat sich deren jeweilige Bedeutung in Bezug auf die Bilanz verschoben.
Die Einlagen (Sicht-, Termin-, und Spareinlagen) bzw. Kredite des Nichtbankensektors stellten bereits vor Ausbruch der Finanzkrise, im Vergleich zu anderen Ländern, eine wichtige Refinanzierungsquelle dar, gewannen jedoch im Verlauf der Nachkrisenjahre wieder verstärkt an Bedeutung und beliefen sich folglich im Jahr 2015 auf einen Anteil von ca. 42 % der Bilanzsumme (2006: 35 %). Diese Entwicklung wurde zum einen dadurch geprägt, dass die Depositen des Nichtbankensektors auch während der Finanzkrise als stabiles Refinanzierungsinstrument galten und deutsche Banken folglich durch gezielte Akquisitionen eine Generierung dieser Finanzmittel anstrebten. Zum anderen kann die Erhöhung dieser Refinanzierungsquelle auch auf eine Bewegung des (privaten) Nichtbankensektors selbst, infolge der im Jahr 2008 ausgesprochenen Staatsgarantie auf private Einlagen sowie einer Kapitalflucht von Kunden aus Krisenländern in das deutsche Bankensystem, zurückgeführt werden.
1 Refinanzierung im deutschen Bankensektor – Quo vadis?: Einleitung in die Thematik der veränderten Refinanzierungsaktivitäten deutscher Banken im Kontext der globalen Finanzkrise.
2 Einführung in die Bankenrefinanzierung: Erläuterung der theoretischen Grundlagen der Refinanzierung und der Besonderheiten geschäftsmodellabhängiger Finanzierungsstrategien.
3 Refinanzierungsverhalten deutscher Banken vor der Finanzkrise: Analyse der stabilen, theoriegeleiteten Finanzierungssituation vor dem Jahr 2007, geprägt durch Finanzmarktliberalisierung.
4 Änderungen im Refinanzierungsverhalten deutscher Banken seit der Finanzkrise: Detaillierte Betrachtung marktinduzierter Anpassungen und regulatorischer Neuerungen (Basel III, BRRD, Solvency II) auf Bankengruppen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Resümee der identifizierten Trends, insbesondere der Renaissance der Kundeneinlagen und der zunehmenden Besicherung von Finanzierungsgeschäften.
Bankenrefinanzierung, Finanzkrise, Kundeneinlagen, Interbankenmarkt, Pfandbriefe, Basel III, Liquiditätsrisiko, LCR, NSFR, Eigenkapital, Bankenregulierung, Marktbasierte Finanzierung, Verbriefung, Bilanzstruktur, Finanzstabilität.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Banken ihr Finanzierungsverhalten als Reaktion auf die Finanzkrise 2007–2009 und die darauffolgenden regulatorischen Verschärfungen angepasst haben.
Zu den Kernpunkten gehören die Veränderung der Gläubigerstrukturen, die Fristigkeit von Verbindlichkeiten sowie die Auswirkungen von Basel III, der Abwicklungsrichtlinie und Solvency II auf die Refinanzierung.
Ziel ist es, Trends im Refinanzierungsverhalten aufzuzeigen und zu analysieren, wie unterschiedlich Bankengruppen (wie Großbanken, Landesbanken oder Sparkassen) aufgrund ihrer Geschäftsmodelle auf die Krise reagiert haben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Analyse, die durch die Auswertung von Fachberichten, Arbeitspapieren und Daten aus der Banken- und Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Vorkrisenjahre und eine detaillierte Untersuchung der marktbasierten sowie regulatorisch bedingten Änderungen in der Finanzierung seit der Krise.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bankenrefinanzierung, Finanzkrise, Kundeneinlagen, Besicherung, Liquiditätskennzahlen (LCR/NSFR) und regulatorische Anforderungen wie Basel III.
Kundeneinlagen gewannen als stabile Finanzierungsquelle massiv an Bedeutung, was durch gezielte Akquisitionen der Banken und ein verändertes, risikoaverses Verhalten der Kunden in der Krise erklärt wird.
Basel III führte mit der LCR und NSFR präventive Liquiditätskennzahlen ein, die Banken dazu zwingen, eine stabilere und längerfristige Refinanzierung zu wählen, was insbesondere das unbesicherte Interbankengeschäft unattraktiver macht.
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