Bachelorarbeit, 2016
46 Seiten, Note: 1,8
1 EINLEITUNG
1.1 ZIEL DER ARBEIT
1.2 METHODISCHES VORGEHEN
2 DIE 1. GENERATION: L’ITALIANITÁ ALS IDENTITÄTSSTIFTENDES MERKMAL
2.1 STA TERRA NUN FA PI MIA - ARBEITS- UND LEBENSVERHÄLTNISSE
2.2 „LA MIA CITTÁ“ – SEHNSUCHT NACH DER HEIMAT
2.2.1 Little Italies
2.2.2 Diskriminierungserfahrungen
2.2.3 Weiterpflegen von Sitten und Bräuchen
2.3 FEMMENI AMERICANE – GESCHLECHTERROLLE UND L‘ONORE DELLA FAMIGLIA
3. DAS AUFKOMMEN DER 2. GENERATION – ZWISCHEN WUNSCH NACH ANPASSUNG UND VERTEIDIGUNG DER ITALIANITÁ
3.1 DER FIKTIVE AUTOBIOGRAPHISCHE ROMAN
4 JOHN FANTE: WAIT UNTIL SPRING, BANDINI
4.1 DER ANPASSUNGSWUNSCH
4.1.1 Die Gegenüberstellung zu Svevo Bandini
4.1.2 Mary Fante
4.1.4 Armut und Xenophobie
4.2 VERTEIDIGUNG DER ITALIANITÁ
4.2.1 Die Liebe zu Rosa Pinelli
4.2.2 Die Stellung zur Religion
4.2.3 Der handwerkliche Beruf und die Bewunderung Svevos
5. FAZIT
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist der Vergleich des kulturellen Zugehörigkeitsgefühls zwischen der ersten und der zweiten Generation italo-amerikanischer Einwanderer unter Berücksichtigung von Literatur, sozialen Realitäten und dem Einfluss der Aufnahmegesellschaft.
4.1.1 Die Gegenüberstellung Svevo Bandini
Svevo Bandini ist ein italienischer Einwanderer, der seine Heimat Abruzzien verlassen hat, um in Amerika sesshaft zu werden und seine Lebenssituation aufzubessern. Beruflich ist er ebenfalls, wie die Mehrzahl seiner Landsleute, Steinmetz und Maurer.
Livorni (2000) beobachtet in John Fantes Roman die Wiederholungen, die Arturo ausführt, mit dem Ziel, die Unterschiede zwischen Vater und Sohn zu verdeutlichen: „His name was Svevo Bandini“ versus „His name was Arturo Bandini“ weiter geht es: „He was a bricklayer“ versus „he wanted to be the pitcher for the Chicago Cubs.“ Dieser Vergleich deutet auf ein Zeichen, sich vom typischen Migrantenberuf, der als Zeichen der italianitá gilt, zu distanzieren bzw. einen eher anerkannten amerikanischen Beruf auszuüben und in der Baseball Liga spielen. John Fante will sich mit der Erzähltextperspektive in der dritten Person in die Lage anderer hineinversetzen. Dem Vater Svevo Bandini gelingt die Akkulturation in den Vereinigten Staaten nicht.
Des Weiteren besitzt der Vater typische Verhaltensweisen, die sich stark von den amerikanischen unterscheiden. De facto erklären Mangione & Morreale (1992), dass während der 1920er und 1930er Jahre unter den Generationen oftmals Konflikte bestanden, insbesondere zwischen Vätern und Söhnen. Die Kinder bemängelten an ihren Vätern die typisch italienischen Lebens- uns Verhaltensweisen, sie sich stark von den amerikanischen unterschieden, sodass sich die Kinder außerhalb des Hauses wie Fremde fühlten. So ähnlich erging es Arturo Bandini mit seinem Vater. Svevo Bandini, der in Italien geboren wurde und nach Amerika emigrierte, weist nach Arturo typische Elemente der italianitá auf, die der Sohn kritisiert und sie als Hindernis sieht, sich in amerikanischen Kultur zu assimilieren.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der italo-amerikanischen Migrationserfahrung, Zielsetzung der Arbeit und Vorstellung des methodischen Vorgehens.
2 DIE 1. GENERATION: L’ITALIANITÁ ALS IDENTITÄTSSTIFTENDES MERKMAL: Analyse der Lebensverhältnisse, der Sehnsucht nach Heimat, der Rolle von Little Italies und traditioneller Rollenbilder bei Migranten der ersten Generation.
3. DAS AUFKOMMEN DER 2. GENERATION – ZWISCHEN WUNSCH NACH ANPASSUNG UND VERTEIDIGUNG DER ITALIANITÁ: Untersuchung des Identitätsgefühls und des gesellschaftlichen Drucks auf die in den USA geborene zweite Generation.
4 JOHN FANTE: WAIT UNTIL SPRING, BANDINI: Detaillierte Analyse des Romans von John Fante hinsichtlich des Anpassungswunsches des Protagonisten Arturo Bandini und der gleichzeitigen Verteidigung seiner ethnischen Identität.
5. FAZIT: Zusammenfassender Vergleich des Identitätsbewusstseins zwischen erster und zweiter Generation sowie Reflexion der Einflüsse von Herkunfts- und Aufnahmekultur.
Italo-amerikanische Literatur, Identität, italianitá, erste Generation, zweite Generation, Migration, John Fante, Assimilation, Diskriminierung, Little Italy, Geschlechterrollen, Familienehre, Nostalgie, autobiographischer Roman, Kulturschock.
Die Arbeit untersucht das kulturelle Zugehörigkeitsgefühl von italo-amerikanischen Einwanderern der ersten und zweiten Generation und wie diese ihre Identität im Spannungsfeld zwischen Herkunftskultur und amerikanischer Aufnahmegesellschaft konstruieren.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung der italianitá, der sozioökonomische Status der Migranten, Diskriminierungserfahrungen, Generationenkonflikte sowie die Rolle von Religion und traditionellen Geschlechterrollen.
Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Identitätsbewusstsein der beiden Generationen aufzuzeigen und die Ursachen für die jeweiligen Identitätskrisen zu identifizieren.
Die Autorin nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz und analysiert autobiographische Zeugnisse, Migrantenlieder und insbesondere den Roman "Wait until spring, Bandini" von John Fante.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ersten Generation als ethnische Gruppe und die darauf folgende Analyse der zweiten Generation, wobei der Fokus stark auf dem fiktiven autobiographischen Roman als Medium der Identitätsreflexion liegt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Identitätskrise, Assimilation, italianitá, Migration und Generationenkonflikt charakterisieren.
Arturo schämt sich zunächst für die italienischen Verhaltensweisen und die Armut seines Vaters, entwickelt jedoch im Laufe der Geschichte Empathie für dessen harte Arbeit als Steinmetz und bewundert schließlich dessen handwerkliches Können und seine ethnische Herkunft.
Während die Mutter Mary Fante Trost im Glauben und im Rosenkranz sucht, begegnet Arturo der Religion mit einer Mischung aus kindlicher Angst vor göttlicher Strafe und einer distanzierten Haltung, da er sie als Hindernis für seine Integration wahrnimmt.
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