Bachelorarbeit, 2016
89 Seiten, Note: 1,1
Einleitung
1 Flüchtlinge und Flüchtlingsschutz
1.1 Begriffsdefinition und -geschichte
1.2 Aktuelle Entwicklung in Deutschland
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen von Flüchtlingen
2 Trauma
2.1 Traumadefinition und Merkmale einer Traumatisierung
2.2 Traumafolgestörungen
2.3 Sequentieller Traumatisierungsprozess bei Flüchtlingen
3 Resilienz bei Flüchtlingen
3.1 Begriffsbestimmung der Resilienz
3.2 Resilienzfaktoren
3.3 Resilienz und Bindung
3.4 Resilienz und Stabilisierung
4 Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen
4.1 Definition und Merkmale von professioneller Beratung
4.2 (Flüchlings-)Beratung als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit
4.3 Traumasensible Haltung und stabilisierender Umgang in der Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen
5 Herausforderungen in der Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen
5.1 Sprachbarrieren
5.2 Herausforderung der Interkulturalität
5.3 Herausforderung der Zugänglichkeit zu psychosozialen Beratungsangeboten
5.4 Herausforderungen im Spannungsfeld von (Professions-)Ethik und Flüchtlingsrecht
5.5 Die Gefahr der Sekundären Traumatisierung
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit bei der Stabilisierung traumatisierter Flüchtlinge im Beratungskontext. Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, wie Sozialarbeiter in diesem spezifischen Setting traumatisierte Menschen effektiv unterstützen können, während sie gleichzeitig mit rechtlichen Einschränkungen und der Gefahr der sekundären Traumatisierung konfrontiert sind.
2.1 Traumadefinition und Merkmale einer Traumatisierung
Heutzutage wird der Begriff "Trauma" im Umgangssprachlichen oft für eine dramatische Überhöhung einer erlebten Situation genutzt (z.B. „Der Zahnarzttermin war voll traumatisch!“). Jedoch stammt der Begriff ursprünglich aus dem Altgriechischen und bedeutet Verletzung oder Wunde. Wenn Mediziner von einem Trauma reden, meinen sie damit körperliche Wunden, will man sich aber, wie in der vorliegenden Arbeit, auf eine Verletzung der menschlichen Psyche beziehen, spricht man von einem sogenannten Psychotrauma.
Der komplexe Begriff des Traumas kann auf unterschiedliche Weisen definiert werden: Die in Deutschland für den klinischen Kontext anerkannte und verwendete International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (kurz: ICD) beschreibt in ihrer zehnten und aktuellen Version ein Trauma als „[…] ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde". Diese Definition ist zwar nicht inkorrekt, greift aber mit den Fokus auf (nur) „ein belastendes Ereignis" zu kurz, insbesondere mit Blick auf die Begriffsbestimmung des Traumas als "Wunde", welcher auf etwaige Folgeerscheinungen für Betroffene hinweist. Auch die allgemein gehaltene subjektive Reaktion („tiefgreifende Verzweiflung“) ist kritikwürdig, da Traumareaktionen durchaus unterschiedlich sein können. Wesentlich weiter reicht die in der aktuellen Fachliteratur weit verbreitete Definition von Fischer und Riedesser aus ihrem Lehrbuch der Psychotraumatologie, die ein Trauma folgendermaßen beschreiben:
„Ein vitales Diskrepanzerleben zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit dem Gefühl von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt“.
Einleitung: Einführung in die Problemlagen geflüchteter Menschen und die Zielsetzung der Arbeit, Möglichkeiten der Stabilisierung durch Soziale Arbeit aufzuzeigen.
1 Flüchtlinge und Flüchtlingsschutz: Erläuterung des Flüchtlingsbegriffs, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der aktuellen Situation in Deutschland.
2 Trauma: Fundierte Analyse der Traumadefinition, der Symptomatik von Traumafolgestörungen und des Konzepts der sequentiellen Traumatisierung.
3 Resilienz bei Flüchtlingen: Untersuchung von Resilienzfaktoren, der Wichtigkeit von Bindungserfahrungen und der Verknüpfung von Resilienz und Stabilisierung.
4 Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen: Praxisorientierte Darstellung der Beratungsformen sowie Anforderungen an eine traumasensible Haltung und Beziehungsgestaltung.
5 Herausforderungen in der Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen: Auseinandersetzung mit Sprachbarrieren, Interkulturalität, strukturellen Problemen und der Gefahr sekundärer Traumatisierung.
6 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Forderung nach besseren Rahmenbedingungen für die psychosoziale Versorgung.
Trauma, Psychotrauma, Flucht, Flüchtlinge, Resilienz, Soziale Arbeit, Beratung, Stabilisierung, Traumafolgestörungen, PTBS, Sequentielle Traumatisierung, Bindung, Interkulturalität, Sekundäre Traumatisierung, Psychoedukation.
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung und Stabilisierung von traumatisierten Flüchtlingen im Rahmen professioneller Beratung.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Traumata, die Bedeutung von Resilienz, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Flüchtlinge sowie die professionelle Beratungspraxis unter Berücksichtigung kultureller und traumatischer Spezifika.
Die Arbeit untersucht, wie Soziale Arbeit im Beratungskontext dazu beitragen kann, traumatisierte Flüchtlinge zu stabilisieren und welche methodischen Möglichkeiten sowie berufsethischen Herausforderungen dabei bestehen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychotraumatologischer und sozialarbeitswissenschaftlicher Konzepte und deren Anwendung auf das spezifische Handlungsfeld der Flüchtlingsberatung.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Trauma und Resilienz insbesondere die traumasensible Haltung in der Beratung, die verschiedenen Beratungsformen sowie spezifische Herausforderungen wie Sprachbarrieren und die Gefahr der sekundären Traumatisierung thematisiert.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Trauma, Resilienz, Soziale Arbeit, Flüchtlingsberatung, Stabilisierung und Sekundäre Traumatisierung definieren.
Das Konzept verdeutlicht, dass der Traumatisierungsprozess bei Flüchtlingen nicht mit der Flucht endet, sondern sich durch verschiedene Sequenzen (wie Ankunft, Leben im Exil) lebenslang fortsetzen kann und somit eine mehrdimensionale Beratung erfordert.
Die Zusammenarbeit ist komplex, da sie hohe Anforderungen an die Professionalität stellt, Rollenvermischungen vermieden werden müssen und die Finanzierung dieser Sprachmittlung oft nicht gesichert ist.
Dies ist ein traumapädagogisches Konzept, das besagt, dass jedes problematische Verhalten eines traumatisierten Menschen als Ausdruck eines ursprünglichen Bedürfnisses oder als Schutzmechanismus zu verstehen ist.
Berater können sich schützen, indem sie professionelle Distanz wahren, Supervisionen nutzen, auf Selbstfürsorge (Psychohygiene) achten und sich regelmäßig in traumapädagogischen Methoden fortbilden.
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