Bachelorarbeit, 2014
107 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Methodik
3. Einführung in die Begrifflichkeiten von Landschaft aus soziologischer Perspektive
3.1 Soziologie
3.2 Landschaft
3.3 Landschaftssoziologie
3.4 Soziale Konstruktion
3.5 Die Soziale Konstruktion von Landschaft
3.6 Raum, Natur, Landschaft und Heimat
4. Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“
4.1 Allgemeine Bemerkungen zu modularen Lehrveran-staltungen an Fachhochschulen
4.2 Rahmenbedingungen des Moduls
4.2.1 Formale Kriterien und rechtliche Grundlagen
4.2.2 Modulbeschreibung
4.2.3 Strukturelle und Planerische Rahmenbedingungen
4.3 Methodik des Moduls „Landschaftssoziologie“
5. Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“
5.1 Grundzüge der sozialkonstruktivistischen Perspektive auf Landschaft
5.1.1 Vier Dimensionen von Landschaft
5.1.2 Landschaft und Sozialisation
5.1.3 Landschaft und Macht
5.2 Theorien und Konzepte der Raum- und Landschaftssoziologie
5.2.1 Landschaftsbewusstsein und Raumbilder nach IPSEN
5.2.2 Die Produktion des Raumes nach LEFEBVRE
5.2.3 Entstehung von Räumen durch soziales Handeln nach LÖW
5.2.4 Sozialer Raum, Kapital und Habitus nach BOURDIEU
5.2.5 Formen der Vergesellschaftung und Räumliche Ordnung nach SIMMEL
5.2.6 Ordnung, Macht und Raum nach FOUCAULT
5.2.7 Kommunikation und Raum in der Systemtheorie nach LUHMANN
5.2.8 Natur, Kultur und Herrschaft nach der FRANKFURTER SCHULE
5.2.9 Räumliche Praxis und Repräsentation nach HARVEY
5.3 Synthese und Relevanzen der Theorien und Konzepte der Raum- und Landschaftssoziologie aus Kap. 5.2
6. Praxis der Landschaftssoziologie und Landschaftsplanung
6.1 Methoden der Sozialraumanalyse
6.2 Nachhaltige Entwicklung
6.3 Governance
6.4 Weitere praxisrelevante Konzepte
6.5 Ausblick in die Praxis der Landschaftsplanung
7. Diskussion
7.1 Diskussion der Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“
7.2 Diskussion der Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“
8. Zusammenfassung
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisches Konzept für ein neues Wahlpflichtmodul „Landschaftssoziologie“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zu entwickeln. Dabei wird Landschaft als soziales Konstrukt begriffen, um Studierenden der Landschaftsnutzung und des Naturschutzes eine machtreflexive und sozialwissenschaftlich fundierte Perspektive auf Planungsprozesse zu vermitteln.
3.4 Soziale Konstruktion
Konstruktion bezeichnet nach KLOCK/SPAHR (2007) keine intentionale Handlung, sondern einen kulturell vermittelten vorbewussten Vorgang. Eine Konstruktion ist also immer auch ein sozialer Vorgang, der durch Sozialisation und den geltenden Normen vermittelt wird. Aufbauend auf Bedeutungen (vgl. BLUMER 1973), die auf sozialen Aushandlungs- und Vermittlungsprozessen beruhen, konstituiert sich aufgrund der Anordnung von Objekten eine jeweilige Wirklichkeit (vgl. BERGER/LUCKMANN 1998) und nach SCHÜTZ/LUCKMANN (1994) eine Selbstverständlichkeitkette. Dabei entsteht Bedeutung sozialer Interkation (vgl. BLUMER 1973), was wiederum ein interpretativer Prozess ist (ebenda). Objekte sind in diesem Zusammenhang, im Sinne des symbolischen Interaktionismus, das „Produkt symbolischer Interaktion“ (ebenda: 90). Zentral ist dabei der Prozess des Erlernens von Wissen. Wissen, das laut SCHÜTZ (1971) in einem Netzwerk von Vertrautheit, Bekanntheit und bloßem Glauben eingebettet ist, beruht auf sozialer Interaktion, symbolischer Art (dinghaft) und nichtsymbolischer Art, wodurch Bedeutungen entstehen (KÜHNE 2013). BURR (2005: 7) stellt heraus: „Wir werden in eine Welt geboren, deren Menschen genutzte konzeptionelle Rahmen und Kategorien in unserer Kultur bereits existieren.“
Um diese Symbole und Bedeutungen zu verstehen bedarf es aber zuerst den Prozess der Wahrnehmung. BLECH/HERMANN (1999: 202) bezeichnen den Prozess der Wahrnehmung im Sinne Foucaults´ sogar als Sekundäreffekt, der „diskursiven Formation einer Epoche“. Wahrnehmung, also die Zusammenführung von Sinneseindrücken zu einem Gesamtbild, ist bei der sozialen Konstruktion entscheidend und das Resultat eines „sehr komplizierten Interpretationsprozesses, in welchem gegenwärtige Wahrnehmungen mit früheren Wahrnehmungen in Beziehung gesetzt werden“ KÜHNE (2013: 19). Diesbezüglich äußert sich AHRENS (2006: 233), „dass die Leistungen des Beobachters das erzeugen, was wir als Landschaft wahrnehmen und als solche sozial relevant werden lassen“. JESSEL (2000: 149) betont in Bezug auf die Wahrnehmung: „Es gibt kein voraussetzungsloses Sehen im Sinne eines vollständigen Registrierens all dessen, was überhaupt an Reizen aus der Außenwelt aufgenommen werden kann. Vielmehr müssen über Sinnesorgane aufgenommene Reize strukturiert, geordnet und zu Gestalten zusammengefasst werden, um zu bewusster Wahrnehmung zu werden.“ Nach SCHÜTZ/LUCKMANN (1994) erfolgt mit der Wahrnehmung ein Typisierungsprozess, der auf Erfahrungen und Sozialisation beruht, um Normalitäten abzuwägen. Diese Typisierungen sind zusätzlich miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Landschaft und begründet die Notwendigkeit des geplanten Lehrmoduls.
2. Methodik: Hier wird der theoretisch-literarische Ansatz der Arbeit dargelegt, der auf der Literaturrecherche und der didaktischen Aufbereitung für ein Lehrmodul basiert.
3. Einführung in die Begrifflichkeiten von Landschaft aus soziologischer Perspektive: Dieses Kapitel führt in die für die Arbeit essenziellen soziologischen Grundbegriffe ein und erörtert Landschaft als soziales Konstrukt.
4. Didaktik des Moduls „Landschaftssoziologie“: Hier werden die didaktischen Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Gestaltung des Lehrmoduls an einer Fachhochschule spezifiziert.
5. Inhalte des Moduls „Landschaftssoziologie“: Dieses Hauptkapitel erläutert die sozialkonstruktivistischen Grundlagen sowie die relevanten theoretischen Konzepte von Raum und Landschaft.
6. Praxis der Landschaftssoziologie und Landschaftsplanung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit konkreten Methoden der Sozialraumanalyse und aktuellen Planungsansätzen.
7. Diskussion: Die Ergebnisse hinsichtlich der didaktischen Umsetzung und der theoretischen Inhalte werden hier kritisch reflektiert.
8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Argumente der Thesis und das entwickelte Modulkonzept zusammen.
Landschaftssoziologie, Soziale Konstruktion, Landschaftsplanung, Raumsoziologie, Didaktik, Sozialisation, Machtverhältnisse, Raumproduktion, Nachhaltige Entwicklung, Governance, Sozialraumanalyse, Interdisziplinarität, Landschaftskommunikation, Machtreflexivität, Typisierung
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für ein Wahlpflichtmodul mit dem Titel „Landschaftssoziologie“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).
Das Hauptaugenmerk liegt auf der sozialkonstruktivistischen Perspektive von Landschaft, der Vermittlung soziologischer Theorien in planungsorientierten Studiengängen sowie der Verbindung von Theorie und planerischer Praxis.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines strukturierten Modulkonzepts, das Studierenden hilft, Landschaft nicht nur als physische Umgebung, sondern als soziales Produkt und Spannungsfeld von Macht und Interessen zu begreifen.
Die Methodik umfasst eine umfangreiche Literaturrecherche und -auswertung, die zur theoretischen Fundierung dient, sowie die didaktisch-methodische Ausarbeitung des Modulkonzepts.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Soziologie der Landschaft, eine umfassende Übersicht soziologischer Raumtheorien (z.B. von Bourdieu oder Lefebvre) sowie die Darstellung praxisnaher Analysekonzepte für die Landschaftsplanung.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Landschaftssoziologie, soziale Konstruktion, Raumtheorien, Governance und machtreflexive Planung aus.
Eine machtreflexive Planung ist essenziell, da Landschaftsgestaltung immer auch die Interessen bestimmter Gruppen widerspiegelt; das Modul soll Studierende befähigen, diese Machtstrukturen zu erkennen und demokratischere Planungsprozesse zu fördern.
Der Autor zeigt auf, dass Landschaft durch soziale Interaktion, Wahrnehmung und Typisierung entsteht, wodurch Planer erkennen müssen, dass ihre Eingriffe stets in ein bestehendes soziales Bedeutungsgefüge eingreifen.
Während das positivistische Verständnis auf objektive Steuerung und Expertenwissen setzt, betont das symbolisch-realistische Modell den Prozesscharakter der Planung, wechselseitiges Lernen und die Bedeutung von Bürgerbeteiligung.
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