Masterarbeit, 2016
83 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Arbeit
2 Die Distributed-Ledger- und Blockchain-Technologie als Prämisse für Smart Contracts
2.1 Begriffsklärung und -bedeutung
2.2 Funktionsweise der Blockchain
2.3 Blockchain-Typen
2.4 Aktuelle Entwicklung
3 Smart Contracts im Überblick
3.1 Der Begriff „Smart Contract“ und dessen Bedeutung
3.1.1 Historischer Ursprung
3.1.2 Heutiges Verständnis
3.2 Abgrenzung zu traditionellen Verträgen
3.3 Funktionsweise von Smart Contracts
3.3.1 Prozessablauf
3.3.2 Oracles
3.4 Smart Contracts in der Entwicklung
3.4.1 Marktüberblick
3.4.2 Ethereum
3.4.3 R3 CEV (Corda)
3.5 Möglicher Nutzen von Smart Contracts
3.5.1 Effizienzgewinne durch Automatisierung
3.5.2 Risikominimierung
3.5.3 Neue Geschäftsmodelle
3.5.4 RegTech
3.6 Bestehende Herausforderungen und Risiken
3.6.1 Technischer Natur
3.6.2 Rechtlicher Natur
3.6.3 Regulatorischer Natur
3.6.4 Sicherheitsaspekte
4 Analyse der Verwendungsmöglichkeiten von Smart Contracts in der Praxis
4.1 Vorbemerkung
4.2 Finanzintermediäre
4.2.1 Banken
4.2.2 Versicherungsunternehmen
4.2.3 Investmentgesellschaften (Investmentfonds)
4.3 Wertpapierabwicklung
4.4 Ausgewählte Finanzinstrumente
5 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Master Thesis untersucht das Potenzial von Smart Contracts im Finanzsektor, indem sie die zugrunde liegenden technologischen Konzepte (Blockchain/DLT) analysiert, deren aktuelle Entwicklung beleuchtet und konkrete Anwendungsgebiete sowie bestehende Herausforderungen in der Finanzbranche deskriptiv erörtert.
3.1.1 Historischer Ursprung
Die Wortschöpfung des Begriffs „Smart Contract“ und das dahinterstehende theoretische Grundkonzept ist ursprünglich auf den amerikanischen Computer- und Rechtswissenschaftler sowie Kryptografen, Nick Szabo, zurückzuführen. Er erwähnte den Begriff im Jahre 1993 erstmals und umschrieb ihn ein Jahr später mit folgenden Worten:
„A smart contract is a computerized transaction protocol that executes the terms of a contract. The general objectives of smart contract design are to satisfy common contractual conditions (such as payment terms, liens, confidentiality, and even enforcement), minimize exceptions both malicious and accidental, and minimize the need for trusted intermediaries. (…).”
Der Begriff wurde von Szabo 1996 weiter konkretisiert:
„A smart contract is a set of promises, specified in digital form, including protocols within which the parties perform on the other promises.”
Mit a set of promises sind die getroffenen Vereinbarungen und die damit verbundenen Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien gemeint, die aus einem gemeinsam geschlossenen Vertrag resultieren. Der Vertrag muss dabei in digitaler Form festgelegt werden (digital form), wobei Protokolle (protocols) für die technische Umsetzung stehen. Aufgrund ihrer im Vergleich zu papierbasierten Verträgen weitaus funktionaleren Beschaffenheit, beschrieb Szabo diese neue Form von Verträgen mit dem Begriff „smart“ und hatte dabei folgende Grundüberlegung:
„The basic idea of smart contracts is that many kinds of contractual clauses (…) can be embedded in the hardware and software we deal with, (…).”
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themengebiete Blockchain und Smart Contracts ein, skizziert die Relevanz der Technologie im Finanzsektor und erläutert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Die Distributed-Ledger- und Blockchain-Technologie als Prämisse für Smart Contracts: Das Kapitel vermittelt das notwendige technische Grundverständnis über DLT und Blockchain, erklärt deren Funktionsweise (u.a. Mining/Proof of Work) und klassifiziert verschiedene Blockchain-Typen.
3 Smart Contracts im Überblick: Dieses zentrale Kapitel definiert den Begriff Smart Contract historisch sowie modern, beschreibt deren Funktionsweise, Einsatzgebiete, den möglichen Nutzen und analysiert kritisch bestehende Herausforderungen wie technische Skalierbarkeit und Sicherheitsrisiken.
4 Analyse der Verwendungsmöglichkeiten von Smart Contracts in der Praxis: Dieser Teil untersucht konkrete Einsatzbereiche wie Handelsfinanzierung, Konsortialkredite, Versicherungsprozesse und Wertpapierabwicklung unter Einbeziehung von Praxisbeispielen.
5 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse und praktischen Analysen zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung der Technologie unter Berücksichtigung noch bestehender Hürden.
Smart Contracts, Blockchain, Distributed-Ledger-Technologie, Finanzsektor, FinTech, Ethereum, R3 Corda, Automatisierung, Wertpapierabwicklung, Handelsfinanzierung, Kryptografie, Proof of Work, Oracles, Datensicherheit, RegTech.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Smart Contracts als innovative Softwarelösung auf Blockchain-Basis und deren potenziellem Einfluss auf den modernen Finanzsektor.
Die Arbeit deckt die technischen Grundlagen der Blockchain, die theoretische Definition und Funktionsweise von Smart Contracts, ihre Anwendungsmöglichkeiten bei Finanzintermediären sowie aktuelle Herausforderungen ab.
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des Smart Contract-Konzepts sowie die deskriptive Analyse ihrer praktischen Verwendungsmöglichkeiten und Implikationen innerhalb relevanter Finanzanwendungsbereiche.
Die Arbeit verwendet eine wissenschaftliche Diskussion basierend auf einer literaturgestützten Analyse des aktuellen Forschungsstandes sowie die Untersuchung praktischer Fallbeispiele aus der Finanzbranche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte technische und konzeptionelle Erläuterung von Smart Contracts sowie eine praxisnahe Analyse ihrer Einsatzfelder, insbesondere in Banken, Versicherungen und dem Wertpapierhandel.
Zentrale Begriffe sind Smart Contracts, Blockchain-Technologie, Finanzsektor, Effizienzgewinne, Automatisierung und regulatorische Herausforderungen.
Oracles fungieren als externe Schnittstellen, die Smart Contracts mit Daten aus der realen Welt versorgen, was notwendig ist, da diese intern nur deterministisch auf Blockchain-Daten zugreifen können.
The DAO war ein soziales Experiment zur dezentralen Verwaltung von Kapital, dessen Scheitern aufgrund einer Schwachstelle im Programmcode die Risiken fehlerhafter Smart Contracts drastisch verdeutlichte.
Banken bevorzugen diese Typen, weil sie kontrollierten Zugriff ermöglichen, regulatorische Anforderungen besser erfüllen können und oft effizienter als öffentliche, rechenintensive Blockchains sind.
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