Bachelorarbeit, 2015
26 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Überblick über die Geschichte Nordafrikas und Nah-Osten
1.2 Sprachkontakt vs. Mehrsprachigkeit
2 Arbeitsteilung der Sprache: Diglossie
2.1 Erscheinungen der Diglossie und Bilingualismus in Werbeplakaten
3 Prinzep des Code-Switchings
3.1 Funktionales Code-Switching
3.2 Nicht-funktionales Code-Switching
3.3 Prototypische Kategorisierungen nach Peter Auer
3.4 Erscheinungen des Code-Switchings in Werbeplakaten
3.5 Codes-Switching vs. Entlehnung anhand mancher Werbeplakate
4 Das Prinzip des Code-Mixings
4.1 Erscheinungen des Code-Mixings in Werbeplakaten
5 Zusammenschluss
Diese Arbeit untersucht die sprachlichen Strategien in der marokkanischen Werbung, mit einem spezifischen Fokus auf die Verwendung von Sprachmischungen auf Werbeplakaten. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche soziolinguistische Phänomene wie Diglossie, Code-Switching und Code-Mixing eingesetzt werden, um spezifische Zielgruppen anzusprechen und Produkte zu vermarkten.
3.4 Erscheinungen des Code-Switchings in Werbeplakaten
Die Schlagzeile: Ko:n mrɪgəl
Diese Schlagzeile ist an die Jugendlichen adressiert, deshalb wird die lateinische Schrift verwendet, damit die Jugendlichen Schnell angezogen werden. Denn die Mehrheit von ihnen verwendet die lateinische Schrift in ihre SMS neben andere Nummern, die als arabische Ersatzbuchstaben auftreten.
Bei dieser Äußerung geht es um ein Code-Switching, denn es gibt eine Mischung zweier Sprachen, nämlich Darija und Französisch. In diesem Fall steht man vor einem Funktionalen Code-Switching, das vor allem eine Kontextualisierungsfunktion hat und ein Ausdruck sprachlichen Handelns (vgl.Blom/Gumperz1972). In diesem Fall steht die Werbung für die Funktion des Code-switching. Der Werber weist explizit den Sprachwechsel hin, damit die Schlagzeile attraktiver und wirksamer klingt, und die Jugendlichen darauf bewegen, diese Waffel zu konsumieren.
Bei dieser Äußerung handelt es sich um ein Code-Mixing nach Muysken (2000) als übergreifendem Phänomen in einer bilingualen Rede. In dieser Äußerung gibt es eine Alternation, denn sie beginnt mit Arabisch (L-Variety nach Ferguson) und endet mit einem aus Französischen entlehnten Wort, das aus dem Französischen Verb „ régler“ abgeleitet und in der Nehmersprache ( Darija) artikuliert wird. Zudem übernimmt das entlehnte Wort syntaktische Funktion (als Adjektiv).
Nach Peter Auer ist das aus dem Französischen abgeleitete Adjektiv [mrigɛl] grammatikalisiert und in die Gastsprache integriert. In diesem Fall könnte man von einem Leckt sprechen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Werbesprache in Marokko ein und beleuchtet den historischen Hintergrund sowie die soziolinguistischen Rahmenbedingungen wie Mehrsprachigkeit und Diglossie.
2 Arbeitsteilung der Sprache: Diglossie: Hier wird das Konzept der Diglossie nach Ferguson erläutert und analysiert, wie die funktionalen Unterschiede zwischen Hoch- und Low-Varietäten in der Werbesprache zum Tragen kommen.
3 Prinzep des Code-Switchings: Dieses Kapitel definiert und diskutiert verschiedene Formen des Code-Switchings, einschließlich funktionaler und nicht-funktionaler Aspekte sowie theoretischer Kategorisierungen nach Peter Auer und deren praktische Anwendung in der Werbung.
4 Das Prinzip des Code-Mixings: Der Fokus liegt hier auf dem Code-Mixing als übergreifendem Phänomen. Es werden Prozesse wie Insertion und Alternation anhand von Werbeplakaten untersucht.
5 Zusammenschluss: Das Kapitel bietet eine kritische Reflexion über die sprachliche Situation in Marokko und die Debatte um die Verwendung der L-Varietät gegenüber der H-Varietät im öffentlichen Raum und der Bildung.
Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Diglossie, Werbeplakate, Marokko, Code-Switching, Code-Mixing, Darija, Französisch, Arabisch, Kontextualisierungsfunktion, Werbesprache, Soziolinguistik, Matrix Language Frame Modell, Identitätsfunktion.
Die Arbeit untersucht die Verwendung verschiedener Sprachen und Sprachvarietäten auf Werbeplakaten in Marokko und analysiert die soziolinguistischen Hintergründe dieser Sprachwahl.
Zentrale Themen sind Mehrsprachigkeit, Diglossie, Code-Switching und Code-Mixing sowie deren spezifische Anwendung und Funktion in der Werbekommunikation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Werber strategisch zwischen Sprachen wechseln, um unterschiedliche sozioökonomische Zielgruppen in Marokko anzusprechen und die Wirksamkeit ihrer Werbebotschaften zu erhöhen.
Die Arbeit nutzt einen soziolinguistischen Analyserahmen, stützt sich auf etablierte Theorien (u.a. von Peter Auer, Muysken, Ferguson) und analysiert konkrete Fallbeispiele in Form von fotografierten Werbeplakaten.
Der Hauptteil behandelt die Geschichte der Sprachkonstellation in Marokko, definiert theoretische Konzepte der Sprachmischung und analysiert diese praxisnah anhand von Bildmaterial.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Sprachkontakt, Diglossie, Code-Switching und Code-Mixing im marokkanischen Kontext.
Die Unterscheidung ist für Werber entscheidend, da die L-Varietät (Darija) oft als Solidaritätscode zur Nähe zum Konsumenten dient, während die H-Varietät oder Französisch Prestige vermitteln oder akademische Zielgruppen adressieren.
Die Verwendung lateinischer Buchstaben ermöglicht es, besonders jüngere Zielgruppen anzusprechen, die in ihrem digitalen Alltag (SMS, Internet) diese Form der Schrift für ihre tägliche Kommunikation verwenden.
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