Bachelorarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretische Heranführung an die Thematik
2.1 Sonetttradition
2.2 Gliederung der Zeit von 1933 bis 1945
3 Analyse des Sonettkorpus
3.1 Sonette im Nationalsozialismus
3.1.1 Gerhard Schumann
3.1.2 Josef Weinheber
3.1.3 Zwischenfazit Nationalsozialismus
3.2 Sonette in der Inneren Emigration
3.2.1 Albrecht Haushofer
3.2.2 Reinhold Schneider
3.2.3 Zwischenfazit Innere Emigration
3.3 Sonette im Exil
3.3.1 Johannes R. Becher
3.3.2 Bertolt Brecht
3.3.3 Zwischenfazit Exil
4 Fazit
Die Arbeit untersucht die Funktion und Tendenzen der Sonettdichtung im Zeitraum von 1933 bis 1945 anhand eines selbst zusammengestellten Korpus. Dabei wird der Frage nachgegangen, warum die als streng geltende literarische Form des Sonetts in den ideologisch sehr unterschiedlichen Strömungen des Nationalsozialismus, der Inneren Emigration und des Exils gleichermaßen Verwendung fand, und welche Rolle diese Form in den jeweiligen Kontexten spielte.
1 Einleitung
„Die einzige Gedichtform, die in der neueren deutschen Lyrik vom Barock bis heute mit nur geringen Unterbrechungen häufig verwendet wurde“, ist das Sonett.
Bei der Zeit von 1933 bis 1945, bekannt als die Zeit des Nationalsozialismus, handelt es sich um keine dieser ‚geringen Unterbrechungen‘, sondern eher um das Gegenteil: Die Sonettproduktion vor und nach 1945 ist von so großem Umfang, dass sie „quantitativ die ‚Sonettenflut‘ der Romantik wohl noch übertrifft“. Auch wenn für die vorliegende Untersuchung die Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs nicht mehr in Betracht gezogen wird, so liegt aus dem gewählten Zeitraum doch eine große Anzahl Sonette vor.
Um die in der Zeit von 1933 bis 1945 produzierten, d. h. geschriebenen, wenn auch nicht unbedingt veröffentlichten, Sonette soll es in der vorliegenden Arbeit gehen. Diese Unterscheidung zwischen Produktion und Publikation ist hierbei bedeutsam, da viele Sonette zwar im relevanten Zeitraum entstanden sind, aber erst nach Ende des Krieges veröffentlicht wurden. Vernachlässigt man diesen Aspekt, kann man, wie Mönch, zu dem Schluss kommen, dass das Sonett erst ab 1945 „zu wuchern beginnt“.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Sonett als eine der langlebigsten Gedichtformen vor und begründet die Untersuchung des Zeitraums 1933 bis 1945 unter Einbeziehung von Produktion und Publikation.
2 Theoretische Heranführung an die Thematik: Dieses Kapitel erläutert die traditionelle Sonettstruktur sowie die Dreiteilung des gewählten Zeitraums in Nationalsozialismus, Innere Emigration und Exil.
3 Analyse des Sonettkorpus: Das Hauptkapitel analysiert exemplarische Sonette verschiedener Autoren innerhalb der drei definierten Strömungen, um deren jeweilige Funktion und Tendenz zu erarbeiten.
4 Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Sonett in der Zeit des Nationalsozialismus unterschiedlich funktionalisiert wurde und keine einheitliche politische Aussagekraft besitzt.
Sonett, Nationalsozialismus, Innere Emigration, Exilliteratur, Gerhard Schumann, Josef Weinheber, Albrecht Haushofer, Reinhold Schneider, Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Formgattung, Widerstand, Autopoetologie, Sonetttradition, Literaturgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Verwendung der Gedichtform des Sonetts im deutschen Sprachraum zwischen 1933 und 1945.
Die zentralen Themenfelder sind der Umgang mit lyrischer Tradition unter politischem Druck, die Funktionalisierung von Form für ideologische Zwecke sowie die Möglichkeiten von Widerstand durch Dichtung.
Ziel ist es, die Funktionen und Tendenzen der Sonettdichtung in den drei Strömungen Nationalsozialismus, Innere Emigration und Exil anhand ausgewählter Beispiele zu vergleichen und zu untersuchen, warum diese spezifische Form überall genutzt wurde.
Die Arbeit basiert auf einer exemplarischen Analyse eines selbst erstellten Sonettkorpus, wobei sowohl formale (Metrik, Reimschema) als auch inhaltliche und kontextuelle Kriterien angewandt werden.
Der Hauptteil analysiert jeweils zwei exemplarische Sonette aus den Bereichen Nationalsozialismus (Schumann, Weinheber), Innere Emigration (Haushofer, Schneider) und Exil (Becher, Brecht).
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sonett, Widerstand, Ideologie, Autopoetologie und die jeweiligen Autorennamen der analysierten Sonette geprägt.
Die Analyse zeigt, dass die feste Form des Sonetts sowohl als Mittel zur Propagierung von Ordnung als auch als stabilisierender Faktor („Trost“) in Krisenzeiten oder als Akt des Widerstands gegen das Chaos verstanden werden kann.
Während Becher das Sonett als bewahrendes Element deutscher Kultur im Exil explizit bestätigt, nutzt Brecht eine experimentellere, teils gesprengte Form, um die Wirrungen des Exils und die Ambivalenz des Ich-Du-Verhältnisses darzustellen.
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