Bachelorarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kurze Einführung in Foucaults Denken
2.1. Diskurs
2.2. Macht
2.3. Rassismus
3. Die Geschichte des Rasse-Begriffs
3.1. Das revolutionäre Potenzial des Rasse-Diskurses
3.2. Geburt des Staatsrassismus
4. Die Konstituierung des Menschen in der abendländischen Kultur
5. Gouvernementalisierung
5.1. Die Künste des Regierens
5.2. Die Souveränitätsmacht
5.3. Erste Anpassung: die Disziplin
5.4. Zweite Anpassung: die Gouvernementalität
5.5. Disziplin und Regulierung
5.6. Norm und Sexualität
5.7. Staatsrassismus und Bio-Macht
6. Aktuelle Rassismusdiskurse: Psychologisierung und Marginalisierung
7. Rassismusphänomene: Verwurzelung, positiver Rassismus und Kulturalismus
8. Ausblick: Möglichkeiten des Widerstands gegen Rassismus
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Machtanalytik von Michel Foucault für ein tieferes Verständnis von Rassismus. Dabei wird analysiert, wie rassistische Mechanismen in moderne Machtformen eingebettet sind und wie durch die Diskurse der Aufklärung, der Gouvernementalisierung und der Bio-Politik die Konstruktion des "Anderen" ermöglicht wurde.
2.2. Macht
„Man muß aufhören, die Wirkungen der Macht immer negativ zu beschreiben, als ob sie nur 'ausschließen', 'unterdrücken', 'verdrängen', 'zensieren', 'abstrahieren', 'maskieren', 'verschleiern' würde. In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches. Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion.“23 Überwachen und Strafen
Foucaults Machtanalyse, die er vor allem in Wahnsinn und Gesellschaft24, Überwachen und Strafen25, Der Wille zum Wissen26 und Die Sorge um sich27 entwickelt, richtet sich, so die Frauen- und Rechtsextremismusforscherin Birgit Rommelspacher, zuallererst gegen das in den europäischen Sprachen vorherrschende Verständnis von Macht als ein Vermögen oder ein Besitz (vergleiche „potenz“, „power“, „pouvoir“) einiger weniger Personen, die repressiv, sanktionierend – kurz gesagt: negativ – auf die machtlose Masse einwirken, diese beherrschen und sie für ihre Interessen einsetzen.28 Dieser Repressionshypothese, die „vereinfachend zwischen den Mächtigen und Ohnmächtigen polarisiert“29 [Herv. i. O.], setzt Foucault laut Rommelspacher ein komplexes Netz von Machtbeziehungen entgegen:
„Es gibt nicht etwa nur die Mächtigen auf der einen Seite und die Machtlosen auf der anderen, da die Vielfalt der Machtquellen meist nur in Extremfällen eine solch eindeutige Zuordnung erlaubt. Selbst ein Kind kann seinen Eltern gegenüber zum Beispiel in bestimmter Hinsicht machtvoll sein. […] Natürlich haben Eltern eine übergreifende Macht, und das Kind ist weitgehend von ihnen abhängig; indem das Kind sich jedoch zum Beispiel weigert, den Ansprüchen der Eltern nachzukommen, kann es sie unter Druck setzen. Das gelingt ihm, weil die Eltern sich im Kind eigene Erwartungen erfüllen und weil sie bestimmten Normen genügen wollen. Daran kann das Kind sie hindern“30.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Vorhaben, Rassismus mittels Foucaults Machtanalytik zu untersuchen, und stellt die theoretische Ausrichtung der Arbeit dar.
2. Kurze Einführung in Foucaults Denken: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Konzepte Foucaults – Diskurs, Macht und Rassismus – als grundlegende Werkzeuge für die weitere Untersuchung.
3. Die Geschichte des Rasse-Begriffs: Hier wird der historische Wandel vom Rasse-Diskurs als Gegendiskurs hin zur Entstehung des Staatsrassismus im 19. Jahrhundert aufgezeigt.
4. Die Konstituierung des Menschen in der abendländischen Kultur: Es wird dargelegt, wie die Aufklärung durch die Definition des Menschen als erkennendes Subjekt den Boden für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens bereitete.
5. Gouvernementalisierung: In diesem umfangreichen Kapitel werden die Machttechnologien Souveränität, Disziplin und Gouvernementalität (Bio-Politik) detailliert analysiert und deren Verhältnis zueinander sowie zur Norm erläutert.
6. Aktuelle Rassismusdiskurse: Psychologisierung und Marginalisierung: Dieses Kapitel kritisiert aktuelle Ansätze, die Rassismus auf psychologische Störungen reduzieren oder als Randphänomen abtun.
7. Rassismusphänomene: Verwurzelung, positiver Rassismus und Kulturalismus: Die Arbeit untersucht hier die Verankerung des Rassismus in der Moderne und die Verschiebung vom Rasse-Begriff hin zum Kulturalismus.
8. Ausblick: Möglichkeiten des Widerstands gegen Rassismus: Zum Abschluss wird diskutiert, wie Widerstand gegen rassistische Machtmechanismen in einer Gesellschaft ohne "Außen" gedacht werden kann und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei spielt.
Michel Foucault, Machtanalytik, Rassismus, Gouvernementalisierung, Bio-Politik, Diskurs, Disziplin, Staatsrassismus, Subjektivierung, Normalisierung, Kulturalismus, Soziale Arbeit, Widerstand, Norm, Moderne.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Theorien von Michel Foucault über Macht, Diskurse und die Gouvernementalisierung dazu beitragen können, Rassismus als ein strukturelles und integraler Bestandteil moderner Gesellschaften zu verstehen.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des Rasse-Begriffs, der Wandel von Souveränitätsmacht zu Bio-Politik, die Bedeutung von Normierungsprozessen sowie die Verbindung von Wissen und Macht in modernen Institutionen.
Das primäre Ziel ist es, Rassismus nicht nur als individuelle Meinung oder Randphänomen zu begreifen, sondern seine Verwurzelung in den Machtmechanismen und der "politischen Rationalität" der Moderne aufzudecken.
Die Arbeit nutzt die diskursanalytische Methode nach Michel Foucault, um die Produktion von Wissen über den Menschen und die damit verknüpften Machtausübungen historisch nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Exkurs über die Entstehung des Staatsrassismus und eine Analyse der modernen Machttechnologien (Disziplin und Regulierung), gefolgt von einer kritischen Betrachtung aktueller Rassismusdiskurse.
Wichtige Begriffe sind Foucault, Machtanalytik, Rassismus, Bio-Politik, Gouvernementalisierung und die kritische Auseinandersetzung mit der "Norm".
Bio-Macht fokussiert auf die Optimierung der Bevölkerung und des Lebens. Der Rassismus dient in diesem System dazu, Zäsuren zu ziehen und zu rechtfertigen, welches Leben schützenswert ist und welches durch "indirekten Mord" oder Ausschluss gefährdet werden darf.
Die Arbeit argumentiert, dass eine psychologische Erklärung rassistisches Handeln pathologisiert und dadurch die Wirkmächtigkeit des Rassismus als gesellschaftliche "Technologie der Macht" verdeckt, anstatt ihn politisch zu adressieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

