Examensarbeit, 2004
127 Seiten, Note: 1,0
1. Augustins Bildungsbegriff: Einordnung des vorliegenden Beitrags in die Landschaft der Augustinus-Forschung und zur methodischen Vorgehensweise im Horizont des problemgeschichtlichen Ansatzes
2. Augustins Bildungsverständnis vor dem Hintergrund seiner Gotteskonzeption
2.1 Das Verhältnis zwischen den Göttern und Menschen nach manichäischer Vorstellung
2.2 Bildung als frei gewollter Aufstieg der rationalis anima zu den im Geiste Gottes liegenden Ideen
2.3 Christus als einziger wahrhafter Lehrer und als Möglichkeitsbedingung der Bildung des Menschen
3. Zu einer Kontinuität des Denkens über Bildung bei Augustinus, den Vertretern materialer und formaler Bildungstheorien und bei Klafki
3.1 Die Fragestellung des Augustinus als Ausgangs- und Bezugspunkt der Theorien materialer und formaler Bildung
3.2 Augustins Fragestellung als Ausgangs- und Bezugspunkt der Theorie der kategorialen Bildung bei Klafki
4. Zum Beitrag des frühen und späten Augustinus zur kritischen Diskussion um die Autonomie des Menschen und zu einer facettenreichen Reflexion auf Bildungskonzeptionen
4.1 Problematisierung der Autonomie in der Moderne bei Klemperer, Meyer-Drawe und Nietzsche
4.2 Zur Bedeutung des Bildungsgedankens bei Augustinus und der Gnadenlehre für eine reflektierte Betrachtung des Autonomieproblems und moderner Bildungskonzeptionen
5. Systematische Zusammenfassung und Ausblick
6. Bibliographie:
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Bildungsgedanken bei Augustinus systematisch zu rekonstruieren, seine Reichhaltigkeit aufzuzeigen und seine Relevanz für zeitgenössische, insbesondere neuhumanistische und kategoriale Bildungskonzeptionen zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Augustins Vorstellungen eine facettenreichere und gegenüber dem modernen Autonomiebegriff kritischere Sicht auf die Bildung des Menschen und des Lehrers ermöglichen.
2.3 Christus als einziger wahrhafter Lehrer und als Möglichkeitsbedingung der Bildung des Menschen
Aus der Bestimmung des Augustinischen Bildungsbegriffs geht hervor, dass Bildung von Augustinus nicht bloß negativ gedacht, sondern darüber hinaus zusätzlich mit Inhalten gefüllt wird, aufgrund derer sich die These, er habe den Begriff der Bildung eines Menschen zu Gott und somit zu dessen Glück positiv bestimmt, begründet vertreten lässt. Wer den Vorgang der Bildung aus seinem freien Willen heraus, dem Augustinus bis zu der Abfassung seiner Gnadenlehre noch potentiell jedem Menschen zubilligt, in sich in Gang setzt und ihn in sich zum Fortgang führt, bildet sich zu etwas. Bildung ist auf ein telos gerichtet. Sie hat ihr Ziel, nämlich in der Gotteserkenntnis, der mit dieser einhergehenden Selbsterkenntnis und – unter ethischer Perspektive – der Herstellung sowie der Sicherung von Glückseligkeit. Bildung wird zum Vorbereiter und zum Garanten für das Reich der Glückseligkeit des Menschen. Was er im Gang der Vergeistigung an ideenhaft Bleibendem erfasst, lässt ihn verstehend teilhaben an Inhalten des Geistes seines Schöpfers, folglich an Gott als der Wahrheit an sich.
Wie nun ist das Ziel einer jeden Bildung zur Realisierung zu bringen? Mitunter der Titel der Schrift De magistro legt die Vermutung nahe, dies könnte durch die sprachliche Handlung eines Lehrers geschehen, zumindest durch eine solche vorbereitet werden, handelt der Dialog doch von dem Wert sprachlicher Zeichen, werden in ihm doch die Leistungsfähigkeit und der Nutzen von Wörtern, von Vokabeln diskutiert und wird doch in ihm jedwedes Sprechen entweder der eigenen Person oder des Mitmenschen als ein organon gesehen, dem die Funktion zukommt, zu lehren oder zu lernen oder die erlernten, im Gedächtnis konservierten Inhalte zu erinnern, ihnen im Gedächtnis des Menschen Gegenwart zu verleihen.
1. Augustins Bildungsbegriff: Einordnung des vorliegenden Beitrags in die Landschaft der Augustinus-Forschung und zur methodischen Vorgehensweise im Horizont des problemgeschichtlichen Ansatzes: Dieses Kapitel verortet das augustinische Denken in der Bildungsgeschichte und führt in die methodische Vorgehensweise ein, um die Relevanz Augustins für moderne Bildungsansätze zu begründen.
2. Augustins Bildungsverständnis vor dem Hintergrund seiner Gotteskonzeption: Hier wird dargelegt, wie Augustinus seine Bildungsauffassung von seiner Abkehr vom Manichäismus und seiner spezifischen Gotteskonzeption her entwickelt, wobei Gott als Zentrum und Maß der Bildung fungiert.
3. Zu einer Kontinuität des Denkens über Bildung bei Augustinus, den Vertretern materialer und formaler Bildungstheorien und bei Klafki: Das Kapitel untersucht die Verbindung zwischen Augustins Denken und modernen Bildungstheorien sowie Klafkis Theorie der kategorialen Bildung, um aufzuzeigen, dass Augustinus grundlegende bildungstheoretische Fragen vorwegnimmt.
4. Zum Beitrag des frühen und späten Augustinus zur kritischen Diskussion um die Autonomie des Menschen und zu einer facettenreichen Reflexion auf Bildungskonzeptionen: Diese Analyse setzt sich mit der modernen Autonomiekritik auseinander und zeigt, wie der frühe Augustinus Autonomie und Heteronomie integriert, während der späte Augustinus eine radikale Heteronomisierung vertritt.
5. Systematische Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zur augustinischen Bildungslehre zusammen und reflektiert deren Bedeutung für aktuelle Debatten über Bildungskonzepte.
Augustinus, Bildungstheorie, Illumination, De magistro, kategoriale Bildung, Autonomie, Heteronomie, Gotteskonzeption, Klafki, Humboldt, Willensfreiheit, Gnadenlehre, christliche Erziehung, Selbsterkenntnis, Vernunft.
Die Arbeit untersucht den Bildungsbegriff des heiligen Augustinus und dessen Bedeutung im Kontext der Geistesgeschichte sowie seine Verbindung zu modernen Bildungstheorien.
Zu den zentralen Themen gehören die Gotteskonzeption Augustins, die Lehre von der Illumination, die Rolle des Lehrers, das Verhältnis von menschlicher Autonomie zu göttlicher Gnade sowie die Kontinuität zwischen antikem Denken und zeitgenössischer Didaktik.
Ziel ist es, den Bildungsbegriff Augustins als facettenreiche Alternative zu einseitigen modernen Bildungskonzepten zu präsentieren und dabei insbesondere die Verwobenheit von autonomem Streben und heteronomer Angewiesenheit aufzuzeigen.
Die Arbeit folgt einem problemgeschichtlichen Ansatz, der augustinische Schriften im Dialog mit modernen bildungstheoretischen Positionen (wie denen von Klafki oder Humboldt) analysiert.
Im Hauptteil werden Augustins Abkehr vom Manichäismus, seine Illuminationslehre, die Rolle Christi als Lehrer sowie die kritische Reflexion des modernen Autonomiebegriffs unter Rückgriff auf Augustinus ausführlich erörtert.
Schlüsselbegriffe wie Augustinus, Illumination, kategoriale Bildung, Autonomie, Heteronomie, Gnadenlehre und Vernunft bilden den theoretischen Kern der Untersuchung.
Diese Schrift ist zentral für Augustins Verständnis der Rolle des menschlichen Lehrers, den er als bloßen Anreger definiert, da die wahre Belehrung nur durch den "inneren Lehrer" Christus erfolgen kann.
Der Autor zeigt auf, dass Klafkis Theorie wesentliche Ansätze des augustinischen Denkens aufgreift, diese jedoch in einen modernen Rahmen der kategorialen Bildung überführt, wobei die Gottesfrage bei Klafki weitgehend ausgeklammert bleibt.
Die Leiblichkeit dient, insbesondere bei Meyer-Drawe und Nietzsche, als Argument gegen ein rein autonomes, vom Geist gesteuertes Selbstbild, da der Mensch stets in Situationen verstrickt ist, die sich seiner bewussten Steuerung entziehen.
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