Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 2,1
I. Königtum und Papsttum im Mittelalter
II. Otto IV. und Innozenz III.
1. Heinrichs Tod
2. Die Kandidaten der doppelten Königswahl
2.1. Philipp von Schwaben
2.2. Otto von Braunschweig
3. Das Thronstreitregister
3.1. Sinn und Zweck
3.2. Aufbau
4. Innozenz III.
4.1. Päpstliche Autorität
4.2. Innozenz als Vermittler zwischen den Weltmächten
5. Der Vertrag zwischen Otto IV. und Innozenz III.
5.1. Inhalte des Vertragsangebotes
5.2. Entscheidung der Kurie zugunsten Ottos IV.
5.3. Die Neußer Erklärung
5.4. Die Erfüllung des Vertrages durch den Papst
5.4.1. Die Anerkennung Ottos IV. und die Dekretale Venerabilem
5.4.2. Päpstliches Agieren in der Fürstenproblematik
6. Die Wende in der päpstlich-welfischen Allianz
6.1. Innozenz‘ kurzzeitiger Umschwung
6.2. Ursachen der endgültigen Entzweiung
6.3. Die öffentliche Exkommunikation Ottos IV.
6.3.1. Begründung der Exkommunikation
6.3.1.1. Vertragsbruch
6.3.1.2. Vertrauensbruch
6.3.2. Das Ende des Welfen
III. Die Beurteilung der päpstlich-welfischen Allianz aus heutiger Sicht
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem welfischen Thronanwärter Otto von Braunschweig und Papst Innozenz III. im Kontext des deutschen Thronstreits nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich die wechselhafte päpstlich-welfische Allianz entwickelte, welche rechtlichen und politischen Motive hinter den Bündnisentscheidungen des Papstes standen und warum das Verhältnis letztlich in den Bruch und die Exkommunikation Ottos IV. mündete.
3.2. Aufbau
Was den Aufbau des Thronstreitregisters betrifft, wird sich im Folgenden v.a. auf den Beginn konzentriert, da es zu komplex wäre, die gesamte Gestaltung des RNI zu analysieren. Laufs berichtet, Winkelmann habe zu seiner Zeit bereits erkannt, dass der Anfang des Thronstreitregisters nach eigenen bestimmten Gesichtspunkten geformt wurde: Winkelmann betrachtete die Briefe 1 und 2 als Beweise, dass der Papst die deutschen Fürsten zur Versöhnung gemahnt hat, die Eintragungen 3 bis 11 als die Briefe Ottos IV. und dessen Anhänger sowie die Antwort Innozenz‘ darauf, die Briefe 12 bis 18 als den Niederschlag der Verhandlungen mit Philipp und dessen Anhängern und den Antworten Innozenz‘ darauf, die Schreiben 19 bis 28 als mehrfache Bittschreiben Ottos IV. um Anerkennung und die Antwort darauf und schließlich RNI 29 als die Motivierung des päpstlich gefassten Beschlusses.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass wir mit dem Thronstreitregister nicht bloß einzelne, isolierte Schreiben – die im Großen und Ganzen chronologisch angeordnet sind – vor uns haben, sondern „sie sind uns vielmehr in einem Zusammenhang überliefert, in einer sehr sorgfältig verknüpften Verbindung, die von dem Handelnden selbst stammt.“ Es gibt auch einige Kritiker, die behaupten, das Register müsste normalerweise mit Nr. 3 beginnen, weil die Briefe Nr. 1 und 2 angeblich erst nach dem Eintreffen der welfischen Gesandtschaft, welche wiederum die Einträge 3 – 10 mitgebracht hat, verfasst worden seien. Laufs kontert an dieser Stelle aber, dass das Register nach der Auffassung des Papstes richtig anfängt. Möglicherweise wollte Innozenz durch die anfänglich abweichende Chronologie bestimmte Effekte erzielen.
I. Königtum und Papsttum im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Verhältnisses zwischen deutschem Königtum und Papsttum seit Otto dem Großen und die zunehmenden Spannungen bei der Kaiserkrönung.
II. Otto IV. und Innozenz III.: Dieser Hauptteil analysiert den Thronstreit, die Rolle des Registers, die päpstliche Politik, das Vertragsverhältnis zwischen Otto IV. und dem Papst sowie die Eskalation, die zur Exkommunikation Ottos führte.
III. Die Beurteilung der päpstlich-welfischen Allianz aus heutiger Sicht: Hier erfolgt eine zusammenfassende Bewertung des Bündnisses, wobei die taktische Klugheit und die Zielsetzungen des Papstes sowie das Scheitern Ottos IV. kritisch reflektiert werden.
Otto IV., Innozenz III., deutscher Thronstreit, Thronstreitregister, RNI, päpstliche Autorität, Kaiserkrönung, Dekretale Venerabilem, Neußer Erklärung, Exkommunikation, welfisch-staufischer Konflikt, Rekuperationspolitik, Translationstheorie, Vertragstreue, Mittelalterliche Geschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen machtpolitischen Beziehung zwischen dem welfischen Kaiser Otto IV. und Papst Innozenz III. während des deutschen Thronstreits zu Beginn des 13. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind die diplomatischen Verhandlungen im Thronstreit, die Rolle des Papstes als Schiedsrichter über die Königswürde sowie die rechtlichen Verträge zwischen Kurie und König.
Das Ziel ist es, die Beweggründe für die päpstlich-welfische Allianz und deren letztendliches Scheitern nachzuvollziehen sowie das Verhalten Ottos IV. und Innozenz III. historisch einzuordnen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine quellenkritische Analyse, wobei insbesondere das Thronstreitregister (RNI) als zentrale Quelle für die päpstliche Politik herangezogen wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure, die Untersuchung des Thronstreitregisters, die Analyse der Vertragsangebote und die chronologische Darstellung der Entfremdung, die zur Exkommunikation führt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Thronstreit, RNI (Regestum super negotio imperii), Dekretale Venerabilem, Neußer Erklärung und päpstliche Rekuperationspolitik.
Das Register dient als wichtigste Quelle, um die kaiserlich-päpstlichen Beziehungen und die zielgerichtete Komposition päpstlicher Korrespondenz zur Durchsetzung der Kirchenpolitik nachzuweisen.
Der Bruch entstand, weil Otto IV. seine vertraglichen Zusagen gegenüber der Kurie, insbesondere bezüglich der italienischen Besitzungen, nach seiner Kaiserkrönung nicht einhielt, was der Papst als schweren Vertrauens- und Vertragsbruch wertete.
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