Bachelorarbeit, 2014
23 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Ausgangssituation – Die Entwicklung des jüdischen Stereotyps
3. Die Judenschriften des „frühen Luthers“ – „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“
4. Die Judenschriften des „späten Luthers“
4.1 „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543)
4.2 „Vom Schem Hamphoras und vom Geschlecht Christi“ (1543)
4.3 „Vermahnung wider die Juden“ (1546)
5. Wirkungsgeschichte der Judenschriften Luthers
6. War Martin Luther ein Antisemit?
Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis Martin Luthers zum Judentum im Verlauf seines Lebens. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Luther als Antisemit oder als Antijudaist einzustufen ist und inwiefern seine theologische Argumentation den Wandel von einer anfänglichen Offenheit zu einer späteren, scharfen Ausgrenzung begründet.
3. Die Judenschriften des „frühen Luthers“ – „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“
Nach Luthers Auslegung des „Magnificats“ 1521 entstand das Gerücht er würde die Zeugung Jesu durch den Heiligen Geist, seine Abkunft aus dem jüdischen Samen und die Jungfräulichkeit Marias leugnen. Diese Gerüchte rückten bis zum Nürnberger Reichstag von 1522/23 vor.
Anfangs empfindet Luther diesen Vorwurf als so empörend, dass er nicht einmal darauf reagieren will. Weil er aber „um anderer Willen“ auf diese Lüge antworten muss, will er daneben auch noch etwas Nützliches schreiben. Er möchte die Ursache „aus der Schrift ertzelen“, die ihn dazu bewegt „tzu glauben, das Christus ein Jude sey von eyner jungfrawen geporn“ und verbindet dies mit der Hoffnung „vielleicht auch der Juden ettliche mocht tzum Christenglauben reytzen.“
Die Schrift „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“ aus dem Frühjahr 1523 lässt sich in zwei große Abschnitte unterscheiden. Im ersten Teil wehrt sich Luther gegen die Vorwürfe seinerseits auf Grundlage der Heiligen Schrift. Den zweiten Part widmet er seiner obengenannten Hoffnung, beziehungsweise Nebenabsicht. Er will den „Juden diese selbe Heilige Schrift, die ja auch ihre Heilige Schrift war, öffnen“.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die ambivalente Haltung Martin Luthers zu den Juden dar und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich seines Antijudaismus.
2. Ausgangssituation – Die Entwicklung des jüdischen Stereotyps: Das Kapitel skizziert die historische Entstehung antijüdischer Traditionen und Vorurteile vom Altertum bis zum Mittelalter.
3. Die Judenschriften des „frühen Luthers“ – „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“: Hier wird Luthers frühe Schrift analysiert, die durch eine noch hoffnungsvolle und missionarische Grundhaltung gegenüber dem Judentum geprägt ist.
4. Die Judenschriften des „späten Luthers“: Dieser Abschnitt behandelt Luthers radikale Schriften aus dem Jahr 1543 sowie seine letzte Vermahnung, die von scharfer Ausgrenzung und Vertreibungsforderungen geprägt sind.
5. Wirkungsgeschichte der Judenschriften Luthers: Es wird untersucht, wie Luthers Schriften über die Jahrhunderte rezipiert wurden und insbesondere im 20. Jahrhundert von nationalsozialistischer Propaganda instrumentalisiert wurden.
6. War Martin Luther ein Antisemit?: Das Fazit zieht eine abschließende Bewertung und ordnet Luthers Haltung theologisch als Antijudaismus ein, wobei er von einem rassistischen Antisemitismus moderner Prägung abgegrenzt wird.
Martin Luther, Reformation, Antijudaismus, Antisemitismus, Judenfeindschaft, Wirkungsgeschichte, Judenmission, Konfession, Theologie, Gotteslästerung, Heilige Schrift, Messias, Vertreibung, Kirchengeschichte, Judentum
Die Arbeit analysiert das Verhalten und die Schriften Martin Luthers gegenüber dem Judentum, um zu verstehen, wie sich seine Einstellung von einer anfänglichen Offenheit hin zu radikaler Feindseligkeit wandelte.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Judenhass in der Gesellschaft, Luthers theologische Rechtfertigung seiner Positionen und die gefährliche Instrumentalisierung seiner Schriften in späteren Epochen.
Das Hauptziel ist es, zu klären, ob Martin Luther als Antisemit bezeichnet werden kann oder ob seine Haltung als religiös motivierter Antijudaismus einzustufen ist.
Die Arbeit nutzt die Analyse und Auswertung historischer Primärquellen (Luthers Judenschriften) in Verbindung mit wissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Wirkungsgeschichte und historischen Kontextualisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der frühen Schrift von 1523, der späten Schriften von 1543 bis 1546 sowie der Untersuchung, wie diese Texte die Geschichte beeinflusst haben.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Martin Luther, Antijudaismus, Reformation, Wirkungsgeschichte, Judenmission und die Abgrenzung von Antisemitismus.
In seiner frühen Schrift von 1523 hofft Luther noch auf eine Bekehrung der Juden durch Freundlichkeit und Überzeugung; in seinen späten Schriften hingegen fordert er aufgrund enttäuschter Erwartungen die Vertreibung und harte Maßnahmen.
Die Unterscheidung ist essenziell, um Luthers Theologie, die stets religiös begründet war, von den rassistisch motivierten Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts zu trennen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

