Diplomarbeit, 2016
121 Seiten, Note: 1,3
1. Relevanz des ausgewählten Themas im deutschen Kontext
2. Rassismus in Peru: ein Überblick
3. Bedeutung der Kolonialisierung in Peru und Lateinamerika
3.1 Einführung in die Hierarchie von Menschenkategorien: „la clasificación racial“
3.2 Postkolonialismus und die sozialen Auswirkungen in der lateinamerikanischen Region
4. Das Fach Geschichte im peruanischen Schulsystem
4.1 Problematik des Wissens über die Kolonialzeit (los saberes coloniales) und der ethnografischen Schrift
4.2 Entwicklung des Fachs Geschichte im peruanischen Schulsystem im politischen Kontext im 20. Jahrhundert
4.3 Pädagogische Ziele des aktuellen Lehrplans in unterschiedlichen Schuljahrgängen
5. Untersuchung von peruanischen Schulbüchern
5.1 Das Schulbuch als Forschungsgegenstand
5.2 Methodologie für die Schulbuchanalyse
5.3 Buch „Personal Social 2, Libro de Área“
5.3.1 Bildnerische Darstellung
5.3.2 Textuelle Erzählung der Geschichte
5.3.3 Angestrebte pädagogische Ziele der Aufgaben
5.4 Buch „Personal Social 6“
5.4.1 Bildnerische Darstellung
5.4.2 Textuelle Erzählung der Geschichte
5.4.3 Angestrebte pädagogische Ziele der Aufgaben
5.5 Buch „Historia del Perú 3“
5.5.1 Bildnerische Darstellung und textuelle Erzählung der Geschichte
5.5.2 Angestrebte pädagogische Ziele der Aufgaben
5.6 Buch „Historía, Geografía y Economía 3“
5.6.1 Bildnerische Darstellung und textuelle Erzählung der Geschichte
5.6.2 Angestrebte pädagogische Ziele der Aufgaben
6. Finale Reflexion
Die Arbeit untersucht die kritische Darstellung der Kolonialisierung in peruanischen Schulbüchern aus einer antirassistischen und postkolonialen Perspektive. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie rassistische Strukturen und koloniale Wissensformen in der Vermittlung von Geschichte im peruanischen Schulsystem fortbestehen.
3.1 Einführung in die Hierarchie von Menschenkategorien: „la clasificación racial“
„Weiß“ (blanco), „Indio“, „Schwarze“ (negro) und andere Menschenkategorien sind bis in die Gegenwart hinein noch soziale unreflektierte Bezeichnungen, deren Ursprung im 15. bis 16. Jahrhundert bei der Kolonialisierung von Lateinamerika liegt. Zu jener Zeit legitimierte die spanische Herrschaft Menschenklassen in einem systematisierten und strukturierten „Kastensystem“ (sistema de castas), obwohl der wissenschaftliche Rassismus (Rassismus aufgrund von phänologischen Körpermerkmalen) im 16. Jahrhundert noch nicht präsent war (vgl. Henk 2010, S. 13-14). In diesem Sinne kommen wichtige Fragen ans Licht: Worüber wurde ideologisch zu dieser Zeit im spanischen Königsreich geredet? Woher kommt die Übertragung von der „Reinheit des Blutes“?
Um eine Antwort auf diese Fragen geben zu können, ist es erforderlich, sich mit dem Kolonialismus als einen langen Prozess und mit seinen Inhalten zu befassen. Conrad verweist darauf, dass die Definition von Kolonialismus drei Aspekte enthält: Erstens wird ein Territorium beherrscht. Zweitens haben die kolonisierten und kolonisierenden Gesellschaften unterschiedliche soziale Ordnungen, und drittens ist die Trennung von beiden Gesellschaften aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstands berechtigt (vgl. Conrad 2012, S. 3). Osterhammel führt auch aus, dass Kolonialismus eine Herrschaftsbeziehung zwischen Kollektiven sei, bei welcher die fundamentalen Entscheidungen über die Lebensführung der Kolonisierten durch eine kulturell andersartige und kaum anpassungswillige Minderheit von Kolonialherren unter vorrangiger Berücksichtigung externer Interessen getroffen und tatsächlich durchgesetzt worden seien.
1. Relevanz des ausgewählten Themas im deutschen Kontext: Beleuchtet die eurozentrische Sichtweise in deutschen Schulbüchern und die daraus resultierenden Mythen über Hispanoamerika.
2. Rassismus in Peru: ein Überblick: Analysiert das strukturelle Problem des Rassismus im heutigen Peru und dessen Verankerung in gesellschaftlichen Praktiken und Medien.
3. Bedeutung der Kolonialisierung in Peru und Lateinamerika: Untersucht die historischen Wurzeln des Kastensystems sowie die ökonomischen und machtpolitischen Aspekte des Kolonialismus.
4. Das Fach Geschichte im peruanischen Schulsystem: Arbeitet die Genese des Geschichtsunterrichts und die prägenden pädagogischen Zielsetzungen im 20. Jahrhundert auf.
5. Untersuchung von peruanischen Schulbüchern: Führt eine detaillierte Analyse spezifischer Schulbücher hinsichtlich ihrer Darstellung von Menschengruppen und Identitätskonstruktionen durch.
6. Finale Reflexion: Fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die Kontinuität kolonialer Strukturen im heutigen Bildungssystem.
Kolonialisierung, Rassismus, peruanische Schulbücher, Postkolonialismus, Kastensystem, Geschichtsunterricht, nationale Identität, eurozentrische Perspektive, soziale Exklusion, indigene Bevölkerung, Machtverhältnisse, Patriotismus, Bildungsreform, ethnografische Schrift.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie die Geschichte der Kolonialisierung Perus in aktuellen peruanischen Schulbüchern dargestellt wird und welche Auswirkungen diese Darstellung auf die Identitätsbildung der Schüler*innen hat.
Zentrale Themen sind der Rassismus in Peru, das koloniale Kastensystem, die Entwicklung des Geschichtsunterrichts im 20. Jahrhundert sowie die postkoloniale Kritik an eurozentrischen Geschichtsnarrativen.
Es soll untersucht werden, ob peruanische Schulbücher koloniale Hierarchien reproduzieren und inwieweit rassistische Praktiken durch eine unreflektierte Vermittlung von Geschichte fortbestehen.
Die Arbeit verwendet eine qualitative Schulbuchanalyse, die bildnerische Darstellungen sowie textuelle Erzählstrukturen und pädagogische Aufgabenstellungen in den Fokus nimmt.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Genese des Rassismus, dem theoretischen Rahmen des Postkolonialismus sowie der spezifischen Analyse peruanischer Schulbücher für die Primar- und Sekundarstufe.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kolonialisierung, Rassismus, nationale Identität, Kastensystem und postkoloniale Theorie geprägt.
Das Kastensystem bildet das historische Fundament der sozialen Hierarchien in Peru, dessen Auswirkungen bis in die moderne Gesellschaft reichen und in Schulbüchern oft durch veraltete Menschenkategorien reproduziert werden.
Der Begriff wird genutzt, um ein homogenes, positives Wir-Gefühl zu erzeugen, was laut der Autorin jedoch kritische Reflexionsprozesse über gesellschaftliche Ungleichheiten und rassistische Exklusion eher behindert.
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