Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Arbeitsziele
1.2 Aufbau der Arbeit
1.3 Persönliche Motivation
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Warum Kinder aus reichem Hause oft einen schweren Start haben
2.2 Symptome von Affluenza
2.2.1 Arbeitssucht
2.2.2 Isolation von Eltern und Wohlstandsverwahrlosung
2.2.3 Narzissmus und „The Silver-Spoon Syndrome“
2.2.4 Selbstbewusstsein
2.2.5 Falsches Verständnis von Berechtigung, Schwierigkeiten im Umgang mit Frustration und Verlust von Motivation für die Zukunft
2.3 Wege zu Reichtum
2.4 Forschungshypothesen
3 Verwendete Studien
3.1 Verwendete Studien
3.2 Auswahl Symptome und Folgen
3.3 Operationalisierung
4 Darstellung empirischer Ergebnisse
4.1 Hypothese 1
4.2 Hypothese 2
5 Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die negativen psychosozialen Auswirkungen von ökonomischem Reichtum auf Jugendliche. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie privilegierende Bedingungen in wohlhabenden Elternhäusern ins Gegenteil umschlagen können und welche spezifischen Faktoren zu Anpassungsproblemen oder psychischen Störungen bei diesen Jugendlichen führen.
2.2.2 Isolation von Eltern und Wohlstandsverwahrlosung
In Familien, in denen Eltern arbeitssüchtig und aufgrund ihrer Arbeit wenig Zuhause anwesend sind, leiden die Kinder häufig unter Gefühlen von Verlassenheit und Vertrauensproblemen. Die Kinder werden durch die Abwesenheit der Eltern von Nannys, Au-Pairs, anderen Angestellten oder manchmal auch älteren Geschwistern behütet. Dadurch werden diese Kinder der Sozialisierung entzogen, die ihre weniger wohlhabenden Pendants bzw. „Peers“ in Familien oder Tageseinrichtungen erfahren, von denen sie so getrennt aufwachsen. Kinder aus Wohlstandsfamilien sind oft emotional unterversorgt: Sie fühlen sich einsam und isoliert und erklären sich die Abwesenheit der Eltern damit, dass sie nicht liebenswert seien (vgl. O’Neill 1997: 40). Diese emotionale Unterversorgung ist die Folge eines Mangels an Zuwendung der Eltern in Form von Zuhören und Interesse am Leben und der Persönlichkeit ihrer Kinder (vgl. Blaß 2015).
Ulrike Zöllner hat dieses Problem Ende der 1990er Jahre unter dem Begriff „Wohlstandsverwahrlosung“ in ihrem Buch „Die armen Kinder der Reichen“ bekannt gemacht. Verwahrlosungserscheinungen beruhen nach Zöllner auf psychischen Symptomen, die häufig lange nicht wahrgenommen werden, da sie im Inneren des Kindes stattfinden. Erst die aktive, aggressive Verarbeitung der Leiden, also die Auseinandersetzung mit dem gespürten Mangel, wird durch das Umfeld bemerkt. Dabei wird das Defizit nicht verarbeitet, sondern kompensiert (vgl. Zöllner 1997). Als Beispiel führt Zöllner ein junges Mädchen an, welches einen unbefriedigten Wunsch nach Wärme und „Aufgehobensein“ z. B. innerhalb der Beziehung zu den Eltern hat. Es versucht, dieses Defizit an Liebe durch sexuelle Beziehungen zu kompensieren (vgl. ebd.). Die Qualität der Beziehung zu den Eltern ist ein ganz zentraler Faktor in Bezug auf die emotionale Gesundheit eines Kindes. Körperliche und psychische Isolation von den Eltern führt deswegen oft dazu, dass Kinder unglücklich sind.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsziele, des Aufbaus der Arbeit sowie der persönlichen Motivation der Autorin.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der psychologischen Störungen durch Wohlstand ("Affluenza"), Analyse spezifischer Symptome wie Arbeitssucht, Isolation und Narzissmus sowie Entwicklung der Hypothesen.
3 Verwendete Studien: Vorstellung der empirischen Datenbasis und der methodischen Operationalisierung der zentralen Variablen wie Wohlstand, Drogenkonsum und Isolation.
4 Darstellung empirischer Ergebnisse: Empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand von Sekundärdaten aus amerikanischen und deutschen Vergleichsstudien.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und Einordnung der Bedeutung von emotionaler Bindung für die psychische Gesundheit.
Affluenza, Wohlstandsverwahrlosung, Jugendliche, Reichtum, Depression, Substanzgebrauch, Eltern-Kind-Beziehung, Narzissmus, emotionale Isolation, psychische Störungen, Anpassungsprobleme, sozioökonomischer Status, Adoleszenz, Bindungsqualität, Suchtverhalten.
Die Arbeit untersucht die oft übersehenen Schattenseiten eines privilegierten Aufwachsens, bei dem materielle Sicherheit nicht zwangsläufig mit emotionalem Wohlergehen einhergeht.
Zentrale Themen sind die psychologischen Auswirkungen von großem Wohlstand auf Kinder ("Affluenza"), die Rolle von abwesenden Elternteilen und die Entstehung von Suchtverhalten sowie psychischen Belastungen.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie scheinbar ideale Startbedingungen in reichen Familien ins Negative umschlagen können und welche spezifischen Umstände zu Fehlentwicklungen führen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch psychologische Fachliteratur sowie einer anschließenden Analyse von Daten aus verschiedenen empirischen Sekundärstudien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der "Dysfunktionen des Geldes" sowie in die empirische Darstellung von Ergebnissen zu Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie Anpassungsstörungen bei Jugendlichen.
Wichtige Begriffe sind Affluenza, Wohlstandsverwahrlosung, emotionale Isolation, narzisstische Persönlichkeitsentwicklung und Substanzgebrauch im Jugendalter.
Die Studie identifiziert die emotionale Nähe, insbesondere zur Mutter, als einen entscheidenden Schutzfaktor gegen die Entstehung von Depressionen, Delinquenz und Suchtverhalten.
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass sich bei Mädchen und Jungen unterschiedliche Coping-Mechanismen entwickeln; Mädchen zeigen beispielsweise häufiger depressive Symptome, während Jungen vermehrt zu illegalem Substanzgebrauch neigen.
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