Bachelorarbeit, 2016
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Vorgehen und Ziel der Untersuchung
1.2 Aktueller Forschungsstand
2 Was ist Doping?
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Definition
3 Theoretischer Bezugsrahmen
3.1 Doping im Spitzensport: Doping als Struktureffekt
3.2 Doping in anderen gesellschaftlichen Kontexten
4 Medientheoretische Einordnung
4.1 Realitätskonstruktion durch Medien
4.2 Doping in den Medien
5 Methode
5.1 Strukturierte Inhaltsanalyse nach Mayring
5.2 Durchführung
5.2.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials
5.2.2 Analyse der Entstehungssituation
5.2.3 Formale Charakteristika des Materials
5.2.4 Das Kategoriensystem
6 Darstellung der Ergebnisse
6.1 Ursachen von Doping
6.1.1 Gesellschaftliche Strukturen
6.1.2 Individuelles Fehlverhalten
6.2 Gefahren durch Doping
6.2.1 Gesundheitliche Risiken/ Nebenwirkungen
6.2.2 Schäden für übergeordnete Systeme
7 Interpretation der Ergebnisse
7.1 Hypothese 1 – Die personalisierte Berichterstattung über Doping im Spitzensport
7.2 Hypothese 2 – Die strukturell geprägte Berichterstattung über Doping bei Studierenden und Arbeitnehmern
7.3 Hypothese 3 – Informationen über gesundheitliche Nebenwirkungen
7.4 Beantwortung der Forschungsfrage und Diskussion
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht Unterschiede in der printmedialen Berichterstattung der „Süddeutschen Zeitung“ über Doping im Spitzensport im Vergleich zum sogenannten „Hirndoping“ bei Studierenden und Arbeitnehmern. Ziel ist es zu analysieren, ob und warum Medien bei diesen beiden Gruppen unterschiedliche narrative Muster der Schuldzuweisung und Gefahrenkommunikation anwenden.
1 Einleitung
Das Thema Doping erscheint heutzutage allgegenwärtig; nicht zuletzt die Skandale in Russland und Großbritannien im Vorfeld der olympischen Spiele in Rio 2016 haben dazu beigetragen, dass die Thematik erneut im Fokus medialer Aufmerksamkeit steht. Im Fernsehen, in den Zeitungen oder im Hörfunk wird von angeblich unwissentlich gedopten Spitzensportlern, aber auch von Betrügern unter den Athleten, Funktionären und Ärzten berichtet. Parallel zu den Dopingthematiken im Leistungssport, über die vor allem die Sportpresse beinahe tagtäglich berichtet, (sofern das Ausmaß des Skandals sowie der betroffene Athlet eine Berichterstattung rechtfertigt), findet man in den Tageszeitungen zunehmend häufiger Artikel zu Doping in anderen gesellschaftlichen Kontexten.
So ist insbesondere von „Hirn-Doping“, „Brain-Doping“ oder „Neuro-Enhancement“ die Rede, die die medikamentöse Leistungssteigerung außerhalb des organisierten (Wettkampf-)Sports beschreiben (vgl. Bisol, 2009, S. 2). Besonders oft wird in diesem Zusammenhang von „gedopten“ Studierenden oder Arbeitnehmern berichtet, die sich von der medikamentösen Unterstützung mehr geistige Leistungsfähigkeit und Effektivität erhoffen (vgl. Bisol, 2009, S. 2). Doping im Spitzensport bietet insbesondere den Tageszeitungen, in denen der größte Teil der Sportberichterstattung innerhalb der Printmedien erscheint (vgl. Richter, 1995), vielfältige inhaltliche Möglichkeiten und verspricht hohe Absatzzahlen durch Skandalpotenzial, deviantes Verhalten und Normverstöße (vgl. Bette & Schimank, 2000a, S. 91).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aktualität des Dopingthemas ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der Unterschiede zwischen der Berichterstattung über Profisportler und „Hirndoping“ im Alltag.
2 Was ist Doping?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Herleitung des Begriffs sowie die aktuelle Definition durch die NADA inklusive einer kritischen Würdigung der enumerativen Definitionsweise.
3 Theoretischer Bezugsrahmen: Hier wird Doping soziologisch als Struktureffekt des Systems Spitzensport sowie als Konsequenz des Leistungsoptimierungsprinzips in anderen gesellschaftlichen Bereichen erläutert.
4 Medientheoretische Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die Konstruktion von Realität durch Massenmedien und stellt die relevanten Nachrichtenfaktoren dar, die für die Selektion medialer Ereignisse entscheidend sind.
5 Methode: Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als methodischer Ansatz für die empirische Untersuchung von 27 Zeitungsartikeln begründet und der Durchführungsprozess erläutert.
6 Darstellung der Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse werden kategorisiert, wobei zwischen Ursachen von Doping und Gefahren durch Doping differenziert und mit Zitaten belegt wird.
7 Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden vor dem theoretischen Hintergrund diskutiert, wobei die drei aufgestellten Hypothesen hinsichtlich Personalisierung und struktureller Zuweisung überprüft werden.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Mediensystems bei der Erzeugung widersprüchlicher Realitäten von Doping.
Doping, Spitzensport, Hirndoping, Neuro-Enhancement, Printmedien, Medienrealität, Nachrichtenfaktoren, Leistungsgesellschaft, Personalisierung, Inhaltsanalyse, Süddeutsche Zeitung, Systemtheorie, Schuldzuweisung, Gesundheitliche Risiken.
Die Arbeit analysiert, wie printmediale Berichterstattung über Doping im Spitzensport und sogenanntes „Hirndoping“ bei Studierenden oder Arbeitnehmern narrativ konstruiert wird.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die mediale Skandalisierung, die Zuschreibung von Schuld (Individuum vs. Struktur) sowie die unterschiedliche Gewichtung gesundheitlicher Gefahren.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit Unterschiede in der printmedialen Berichterstattung über die Einnahme leistungssteigernder Substanzen durch Spitzensportler im Vergleich zu Studierenden und Arbeitnehmern vorhanden sind.
Die Autorin verwendet die strukturierte, qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um 27 ausgewählte Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Soziologie (Systemtheorie) und Medientheorie, gefolgt von einer empirischen Analyse, in der Kategorien wie „gesellschaftliche Strukturen“ und „individuelles Fehlverhalten“ auf das Datenmaterial angewendet werden.
Zentrale Begriffe sind hierbei Doping, Medienrealität, Nachrichtenfaktoren, Leistungsdruck sowie der Vergleich zwischen Sport- und Alltagskontext.
Bei der Sportlerin Scharapowa fokussieren die Medien auf das Individuum („Betrügerin“) und blenden systemische Einflüsse aus, während beim „Hirndoping“ von Studierenden die systemischen Ursachen wie Leistungsdruck in Universität und Beruf betont werden.
Die Inhaltsanalyse zeigt, dass die Medien im Sportkontext primär an einer moralischen Skandalisierung interessiert sind, während bei Alltagsnutzern die Gesundheitsberatung zur Kundenbindung und Rezipientenansprache genutzt wird.
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