Diplomarbeit, 2014
105 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Einstieg
1.2 Fragestellung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Forschungsstand und Methodik
2 Vorgeschichte deutscher Kolonisation
3 Deutsch-Ostafrika
3.1 Carl Peters und die Vorgeschichte der Landnahme in Ostafrika
3.2 Die Inbesitznahme von Deutsch-Ostafrika
3.3 Schaffung des Schutzgebietes und Einigung mit England
3.4 Entwicklung bis zum Ende des Araberaufstandes
3.5 Bis zum 1. Weltkrieg
3.6 Die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika
3.6.1 Gesetzliche Grundlage
3.6.2 Zusammensetzung
3.6.3 Der Kommandant im Ersten Weltkrieg
3.7 Der Erste Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika
4 Nach dem Verlust der Kolonien
4.1 Weimarer Republik und Zwischenkriegszeit
4.2 Nationalsozialismus
5 Kolonialbewusstsein in der Bundesrepublik und Aufarbeitung
5.1 Paul von Lettow-Vorbeck und die Bundesrepublik
5.2 „Heia Safari“ – Ein Film bricht mit dem Kolonialidyll
5.3 Politik und Kolonialismus in der Bundesrepublik
6 Resümee
Die Arbeit untersucht die deutsche Kolonialgeschichte exemplarisch am Beispiel von Deutsch-Ostafrika, um zu analysieren, inwiefern Deutschland eine "unbelastete" Kolonialmacht darstellt und wie das Land seine koloniale Vergangenheit nach dem frühen Verlust der Gebiete sowie nach den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs aufgearbeitet hat bzw. wie die öffentliche Erinnerungskultur geprägt ist.
Die Inbesitznahme von Deutsch-Ostafrika
Natürlich war das spätere Deutsch-Ostafrika nicht unberührt. Händler besuchten das Gebiet seit Jahrhunderten und handelten mit Produkten wie Elfenbein, Gummi und Wachs, die hauptsächlich aus dem Hinterland bezogen wurden. Diese Handelsverbindungen reichten von Arabien über Indien und China. Die Portugiesen errichteten im 16. Jahrhundert kurzfristig ein Herrschaftsgebiet, wurden aber schon bald von vordringenden Arabern wieder verdrängt.
Sansibar sowie die Küstenregionen Ostafrikas standen seit dem 18. Jahrhundert offiziell unter der Herrschaft der Sultane des Oman. 1840 wurde der Herrschaftssitz von Maskat nach Sansibar verlegt und das Herrschaftsgebiet erweitert. Am Höhepunkt der Macht reichte das Sultanat von Mogadischu über Madagaskar nach Cap Delgado und bis in den Kongo. Auf dem ostafrikanischen Festland begnügten sich die Sultane aber mit einer „lockeren Oberhoheit“ über die arabischen Siedlungen. Wichtig war, die Handelswege zu sichern, da das Hinterland reich an Produkten und potentiellen Sklaven war.
Bald wurde das Reich jedoch von mehreren Krisen erschüttert. Einerseits brachen Thronstreitigkeiten aus, andererseits wurde der attraktive Sklavenhandel durch die Briten immer weiter zurückgedrängt. Durch die Einkommensverluste der Bevölkerung verloren die Sultane immer mehr an Legitimation und so fiel es den Briten leicht, die ausschlaggebende politische Kraft auf Sansibar zu werden. Zwar lehnte das Empire jede Annexion ab, übte aber von nun an durch seine Konsuln eine indirekte Herrschaft in Sansibar aus. Ostafrika war also politisch weder unberührt, noch wartete es darauf, von Peters erschlossen zu werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und verdeutlicht, dass Deutschland trotz des frühen Kolonialverlusts eine historisch belastete Kolonialvergangenheit besitzt, die in der Öffentlichkeit oft verleugnet oder verharmlost wurde.
2 Vorgeschichte deutscher Kolonisation: Das Kapitel beleuchtet die langwierigen deutschen Bemühungen, im Wettbewerb der europäischen Mächte um Überseekolonien Fuß zu fassen, und thematisiert die ökonomischen sowie politischen Motive wichtiger Theoretiker.
3 Deutsch-Ostafrika: Dieser Hauptteil analysiert die Inbesitznahme durch Carl Peters, die Rolle der deutschen Schutztruppe und die brutalen Auswirkungen der kolonialen Ausbeutung auf die einheimische Bevölkerung.
4 Nach dem Verlust der Kolonien: Das Kapitel untersucht den Kolonialrevisionismus in der Weimarer Republik und die Versuche des Nationalsozialismus, Kolonien als Druckmittel oder Ergänzungsraum für das "großdeutsche Reich" zurückzugewinnen.
5 Kolonialbewusstsein in der Bundesrepublik und Aufarbeitung: Der Abschnitt befasst sich kritisch mit der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik, etwa am Beispiel von Lettow-Vorbeck oder der Debatte um Kolonialdenkmäler und den "Tansania-Park".
6 Resümee: Die abschließende Zusammenfassung konstatiert, dass die deutsche Kolonialgeschichte untrennbar mit Gewalt verbunden ist und das Bild einer "sanften" Kolonialmacht ein historisch falscher Mythos bleibt.
Deutscher Kolonialismus, Deutsch-Ostafrika, Carl Peters, Schutztruppe, Paul von Lettow-Vorbeck, Kolonialrevisionismus, Nationalsozialismus, Erinnerungskultur, Aufarbeitung, Herero-Aufstand, Maji-Maji-Krieg, Postcolonial Studies, Zwangsarbeit, Rassismus.
Die Arbeit analysiert die deutsche Kolonialgeschichte mit einem Fokus auf Deutsch-Ostafrika und untersucht, wie Deutschland mit seiner kolonialen Vergangenheit umgegangen ist und wie diese in der heutigen Erinnerungskultur (z. B. durch Denkmäler) behandelt wird.
Die zentralen Themen sind die Vorgeschichte der Kolonisation, die reale Ausübung von Macht und Ausbeutung in Deutsch-Ostafrika, der Kolonialrevisionismus während der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus sowie die Aufarbeitung dieser Epoche in der Bundesrepublik.
Das Ziel ist es zu belegen, dass die Vorstellung von einem "sanften" deutschen Kolonialismus ein Mythos ist und dass Deutschland trotz des frühen Verlusts seiner Kolonien keineswegs eine unbelastete Macht ist.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-kritischen Analyse von Quellen, Fachliteratur und Zeitzeugenberichten unter Einbeziehung postkolonialer Ansätze, um koloniale Machtstrukturen und deren Nachwirkung zu dekonstruieren.
Der Hauptteil befasst sich ausführlich mit der Inbesitznahme durch Carl Peters, der Tätigkeit der Kaiserlichen Schutztruppe (insbesondere im Ersten Weltkrieg unter Paul von Lettow-Vorbeck) sowie den brutalen Aufstandsbekämpfungen und der wirtschaftlichen Ausbeutung durch Zwangsarbeit und Steuersysteme.
Wichtige Begriffe sind Deutsch-Ostafrika, Schutztruppe, Kolonialrevisionismus, Askari, Maji-Maji-Krieg, Erinnerungskultur und Postcolonial Studies.
Die Arbeit analysiert Lettow-Vorbeck als eine zentral mythisierte Figur, deren militärische Handlungen als "heldenhaft" glorifiziert wurden, obwohl sie auf skrupelloser Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung und Zwangsrekrutierungen basierten.
Der "Tansania-Park" wird als Beispiel für eine problematische Erinnerungskultur angeführt, da dort Symbole kolonialer Herrschaft verblieben sind, ohne die koloniale Gewalt oder die Opfer des Maji-Maji-Aufstands ausreichend in den Vordergrund zu stellen.
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