Bachelorarbeit, 2012
26 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Verunsicherung der Bevölkerung
3. Thesen
3.1 Dahrendorf-These
3.2 Zangengriff-These
3.3 Diskurshoheitsthese
3.4 Unglaubwürdigkeitsthese
3.5 Entfremdungsthese
3.6 Spaltung der Wählerbasis
3.7 Wertewandelthese
4. Die Sozialdemokratie in Österreich
5. New Labour in Großbritannien
6. Die Krise der Sozialdemokratie im gesamteuropäischen Kontext
7. Schlussbetrachtung
8. „Quo Vadis“ Sozialdemokratie?
Die Arbeit untersucht die verbreitete These einer existentiellen Krise der europäischen Sozialdemokratie und hinterfragt, ob die Wahlniederlagen der letzten Jahre tatsächlich das Ende der Sozialdemokratie als Volkspartei markieren oder zyklischen Schwankungen unterliegen.
Die Sozialdemokratie in Österreich
Auch wenn die Wahlergebnisse der österreichischen Sozialdemokratie eigentlich eine andere Sprache sprechen, kann man die Augen vor der tiefen politischen und ideologischen Krise nicht verschließen, auch wenn dies die SPÖ gerne macht. Zahlreiche Faktoren weißen auf einen rapiden Verfall hin. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht erhielt die SPÖ 1979 51% der Wählerstimmen. Bruno Kreisky hatte es geschafft, ein Bündnis aus Arbeiterschaft, Neubürgertum und kritischer Jugend zu schaffen. Dieses Bündnis schaffte es, Österreich einem umfassenden sozialen Modernisierungsprogramm zu unterziehen. So führte die Regierung Kreisky z.B. den Mutter-Kindpass, Geburtenhilfe und Karenzgeld ein. Die Regierungszeit Kreiskys lässt sich als eine Phase von hohem Wirtschaftswachstum, niedriger Inflation und niedrigen Lohnzuwächsen kennzeichnen, bei der aufgrund der Vollbeschäftigung Zufriedenheit im Land herrschte.
Erst als Anfang der 80er-Jahre mit dem zweiten Ölpreis-Schock die Krise auch Österreich erreichte und die Arbeitslosenzahlen steigen, wandte sich die Bevölkerung mehr dem Mitte-Rechts-Lager zu. Spätestens nach dem Scheitern der rot-blauen Koalition und der Wahlen 1986 endete die sozialdemokratische Hegemonie in Österreich und das bürgerliche Lager konnte gestärkt aus den Wahlen hervorgehen, auch wenn die SPÖ noch bis zum 4. Februar 2000, als Wolfgang Schüssel die Regierungsgeschäfte übernahm, den Kanzler stellen konnte. Nun nimmt die SPÖ die Krise, in der sie steckt nicht wahr. Betrachtet man z.B. die Wählergruppe, dann erkennt man, dass die Jugend einen weiten Bogen um die SPÖ macht. Auch bei den mittleren Altersschichten sind die Ergebnisse für die SPÖ bescheiden. Lediglich bei den Pensionisten kann die SPÖ nach wie vor stark punkten, wie es untenstehende Grafik beweist.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Krise der Sozialdemokratie und Abgrenzung des Forschungsgegenstands.
2. Verunsicherung der Bevölkerung: Analyse der sozio-ökonomischen, kulturellen und politischen Faktoren, die zu einer Verunsicherung der Wählerschaft führen.
3. Thesen: Vorstellung der theoretischen Ansätze (u.a. Dahrendorf-These, Zangengriff-These), die das aktuelle Phänomen der Schwäche der Sozialdemokratie erklären sollen.
4. Die Sozialdemokratie in Österreich: Untersuchung der historischen Entwicklung und der aktuellen Probleme der SPÖ anhand von Wahlergebnissen und demografischen Wandel.
5. New Labour in Großbritannien: Analyse des "Dritten Weges" unter Tony Blair und dessen Auswirkungen auf die Labour-Party sowie die Reformansätze unter Ed Miliband.
6. Die Krise der Sozialdemokratie im gesamteuropäischen Kontext: Statistische Analyse der Wahlergebnisse von zwölf europäischen Ländern im Zeitraum 1990 bis 2009 zur Überprüfung eines allgemeinen Trends.
7. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Widerlegung der These vom generellen Ende der Sozialdemokratie als Volkspartei.
8. „Quo Vadis“ Sozialdemokratie?: Ausblick auf notwendige strategische und inhaltliche Neuausrichtungen der Sozialdemokratie für eine erfolgreiche Zukunft.
Sozialdemokratie, Krise, Dritter Weg, SPÖ, Labour, Wahlergebnisse, Wählerschwund, Modernisierung, soziale Gerechtigkeit, Europa, Politikwissenschaft, Parteienvergleich, Wählerbasis, Volkspartei, Finanzkrise.
Die Arbeit analysiert die vermeintliche Krise der Sozialdemokratie in Europa anhand von theoretischen Thesen sowie praktischen Beispielen aus Österreich und Großbritannien.
Es geht primär um die Ursachen für den schwindenden Zuspruch sozialdemokratischer Parteien, die Auswirkungen des sogenannten "Dritten Weges" und die Rolle der Globalisierung.
Ziel ist es zu klären, ob die Sozialdemokratie tatsächlich vor dem Ende als Volkspartei steht oder ob die beobachteten Entwicklungen lediglich zyklischen Mustern folgen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, eine vergleichende Analyse der Parteienlandschaften in Österreich und Großbritannien sowie eine statistische Auswertung von Wahlergebnissen (basierend auf Daten von Bernhard Wessels).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch verschiedene Krisenthesen, die detaillierte Fallbetrachtung der SPÖ und der britischen Labour-Party sowie die empirische Analyse im gesamteuropäischen Kontext.
Wichtige Begriffe sind insbesondere der "Dritte Weg", die Diskurshoheit, der Wählerschwund und die soziale Gerechtigkeit im Kontext einer sich wandelnden globalisierten Welt.
Österreich dient als Beispiel für ein Land mit langer sozialdemokratischer Tradition, das jedoch aktuell mit Identitätsverlusten und Entfremdung von der Basis zu kämpfen hat.
Die britische Labour-Party unter Tony Blair gilt als das Paradebeispiel für den "Dritten Weg", dessen langfristige Auswirkungen – wie die Entfremdung der Kernwählerschaft – in der Arbeit kritisch hinterfragt werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die These vom Ende der Sozialdemokratie nicht haltbar ist, da die Wählerverluste zyklisch bedingt sind und sich Parteien durch Reformen neu erfinden können.
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