Examensarbeit, 2016
95 Seiten, Note: 1,7
I. Einleitung
II. Persönlichkeit
1. Definitionen
III. Erziehung
1. Begriffsbestimmung: „Erziehung“
2. Zu den Ausführungen von Arno Gruen
2.1. Über die Autonomie
2.2. Der Verlust von Autonomie
2.3. Folgen und Konsequenzen
2.3.1. Verlust der Fähigkeit zur Empathie
2.3.2. Entmenschlichung durch Gehorsam
3. Zu den Ausführungen von Alice Miller
3.1. Über das narzisstische Bedürfnis eines Kindes
3.2. Die narzisstische Störung
3.3. Die „Schwarze Pädagogik“ und ihre Folgen
IV. Beziehung
1. Sullivan über interpersonale Beziehungen
2. Die Bindungstheorie von Bowlby
2.1. Der Bindungsbegriff
2.2. Die empirische Untersuchung des Bindungsverhaltens
2.2.1. Die „Fremde-Situation“
2.2.2. Auswertung des Experiments
2.2.3. Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes
V. Fallbeispiele
1. Andrej
2. Jim
3. Jean-Pierre
VI. Herausforderungen an Familie und Schule
1. Aufgaben der Familie
1.1. Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen
1.2. Der Prozess der Individuation
1.3. Die Wichtigkeit der Kommunikation
1.4. Die Beziehung zu Geschwistern
2. Aufgaben der Schule
2.1. Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern
2.1.1. Zur Bedeutung der pädagogischen Beziehung
2.1.1.1. Die Solidarität
2.1.1.2. Verletzende pädagogische Beziehungen
2.1.1.3. Projektnetz INTAKT
2.1.2. Die Wichtigkeit des eigenen Selbst
2.1.3. Was eine gute Lehrkraft ausmacht
VII. Zur persönlichen Reflexion
1. Die Problematik der Selbstentfremdung
2. Was möchte ich für eine Lehrerin sein?
VIII. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Erziehung und zwischenmenschlichen Beziehungen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel besteht darin, die Bedingungen für eine gesunde Entwicklung darzulegen und die spezifischen Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Eltern sowie Lehrkräften in diesem Prozess zu identifizieren.
2.3.2. Entmenschlichung durch Gehorsam
Abgesehen vom Verlust der Fähigkeit zur Empathie, geht Gruen auf einen weiteren Aspekt ein, der ebenfalls eine Entmenschlichung zur Folge hat: Der Gehorsam. Gruen legt dar, dass auch „der Gehorsam gegenüber Macht und Autorität zu einer allgemeinen Verneinung der eigenen menschlichen Gefühle“69 führt.
Gehorsam stellt einen uralten Mechanismus dar, dessen Ursprung man auch hier wieder in der frühesten Kindheit wiederfindet. Er entsteht in unserer Kindheit in jenen Momenten „als wir dem Versuch der uns versorgenden Erwachsenen ausgesetzt waren, uns ihren Willen aufzuzwingen“70. Gruen beschreibt hierbei, dass es genau diese Erfahrung ist, die für das gerade sich entwickelnde Selbst eines Kindes äußerst bedrohlich ist. Kinder entwickeln nämlich hierbei einen schwerwiegenden Gehorsam sowie eine verhängnisvolle Treue gegenüber Autoritätspersonen.71
Wenn ein Kind von seinen Eltern sowohl körperlich als auch seelisch völlig überwältigt wird, statt den Schutz, den es eigentlich braucht, zu bekommen, dann wird es letztlich von einer erschütternden Angst heimgesucht. Da jedoch ein Leben mit solch einer Angst unmöglich ist, wird das Kind versuchen einen Ausweg zu finden und damit beginnen, die entstandene enorme Angst zu verdrängen und abzuspalten. Die Angst wird von Teilen der Psyche abgesondert und kann letztlich nur noch isoliert weiterbestehen.72 Die Kraft der Autorität lässt Kinder verstummen. Gleichzeitig zwingt sie die daraus resultierende Angst dazu, sich dem Willen des Unterdrückers unterzuordnen. Sie werden stets darauf bedacht sein, Wünsche und Forderungen des Unterdrückers zu erraten, um diese zu befolgen. Ohne dabei an sich zu denken und sich selbst völlig vergessend, werden jene Kinder paradoxerweise damit beginnen, die jeweilige unterdrückende Autoritätsperson, „zu idealisieren [und] […] zum Objekt seiner Identifikation zu machen“73.
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der Persönlichkeitsentwicklung und Zielsetzung der Arbeit.
II. Persönlichkeit: Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Definitionen und dem Begriff der Persönlichkeitsentwicklung.
III. Erziehung: Theoretische Untersuchung von Erziehungseinflüssen anhand der Konzepte von Arno Gruen und Alice Miller.
IV. Beziehung: Analyse der Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen und der Bindungstheorie nach John Bowlby.
V. Fallbeispiele: Praxisorientierte Fallportraits von Grundschulkindern zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.
VI. Herausforderungen an Familie und Schule: Diskussion der elterlichen und schulischen Aufgaben zur Förderung einer gesunden Entwicklung.
VII. Zur persönlichen Reflexion: Kritische Auseinandersetzung der Autorin mit ihrer eigenen Kindheitsgeschichte und ihrem professionellen Selbstverständnis.
VIII. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung des Einflusses von Erziehung und Beziehung.
Persönlichkeitsentwicklung, Erziehung, Beziehung, Autonomie, Selbstentfremdung, Bindungstheorie, Narzissmus, Gehorsam, Pädagogik, Lehrkraft, Elternhaus, Kindheit, Empathie, Individuation, Selbstreflexion.
Die Arbeit untersucht, wie frühkindliche Erziehungserfahrungen und die Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit formen.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung von Autonomie, die Folgen autoritärer Erziehung, die Bindungstheorie nach Bowlby sowie die Rolle von Familie und Schule als prägende Umwelten.
Ziel ist es zu ergründen, welche Auswirkungen Erziehung und Beziehung auf die Persönlichkeitsentwicklung haben und welche Aufgaben Familie und Schule übernehmen müssen, um eine gesunde Entfaltung zu ermöglichen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse theoretischer Ansätze (z.B. Gruen, Miller, Bowlby) sowie eine qualitative Auswertung von Fallbeispielen aus einem Schülerhilfeprojekt und eigene professionelle Reflexion.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zu Autonomie und Bindung, Fallbeispiele von Grundschulkindern sowie eine systematische Betrachtung der Aufgaben von Familie und Schule.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, narzisstische Störung, Bindungssicherheit, pädagogische Beziehung und Selbstentfremdung charakterisieren.
Eltern geben ihre eigenen, oft durch Angst und Gehorsam geprägten Erfahrungen an die nächste Generation weiter, was dazu führen kann, dass das Kind den Zugang zum eigenen Selbst verliert und aus Anpassungsdruck Autonomie opfert.
Nur wer sich der eigenen Biografie und den eigenen unbewussten Verhaltensmustern bewusst ist, kann vermeiden, eigene Bedürfnisse auf Schüler zu projizieren und stattdessen eine stabile, anerkennende pädagogische Beziehung aufbauen.
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