Bachelorarbeit, 2014
52 Seiten, Note: 2,0
I. TEIL
1. Einleitung
2. Begriffsklärung Märchen
2.1 Volksmärchen vs. Kunstmärchen
3. Es war einmal ... Die Geschichte des Märchens
3.1 Altertum
3.2 Mittelalter
3.3 Neuzeit
4. Märchentypen: Der Aarne-Thompson-Index
5. Aspekte der Märchenforschung
5.1 Märchenforschung in Frankreich
6. Das Märchen als transnationales Bindeglied
II. TEIL
7. Zur Didaktik des mündlichen Erzählens
7.1 Neukonzeption für die Sekundarstufe
8. Wie geht der Schüler als Erzähler mit sich selbst um?
9. „Je ne sais pas raconter“ - soziale Hemmungen und soziale Ängste
9.1 Rahmenbedingungen des Erzählen Lernens
10. Abbau von Ängsten durch Märchen
11. „Je sais raconter“ Erzählprojekt im Französischunterricht
12. Schlusswort
13. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie mündliches Erzählen im Französischunterricht der Sekundarstufe II gezielt eingesetzt werden kann, um nicht nur die Sprachkompetenz zu erweitern, sondern vor allem das Selbstwertgefühl der Schüler zu stärken und bestehende Erzählhemmungen sowie Ängste abzubauen.
2. Begriffsklärung: Märchen
Der Begriff des Märchens ist jedem Menschen noch aus seiner Kinderzeit bekannt. Wie ein Nomade zieht er seit mehreren Jahrhunderten durch die Lande und ist in jeder Kultur ein gängiger Begriff. Gerade durch seine jahrelange Existenz ist er im Sprachgebrauch jeden Volkes selbstverständlich geworden, doch welche Bedeutung sich tatsächlich dahinter versteckt, findet auch unter Wissenschaftlern Unstimmigkeit.
Heute findet man in der Literatur das Lexem „Märchen“ mit einer ambivalenten Bedeutung. Zum einen bezeichnet es eine literarische Gattung, zum anderen eine Benennung für etwas offensichtlich Unwahres oder Erfundenes. Eine Erklärung für diese Doppelbedeutung lässt sich in der Etymologie des Wortes finden. Es bezeichnet eine Verkleinerungsform von „Mär“, das von der althochdeutschen Form „mâri“ (mittelhochdeutsch „maere“) mit den Bedeutungen „Gerücht“, „Kunde“, „Erzählung“ abstammt. Ursprünglich wurden kurze Erzählungen als Märchen bezeichnet. Dieses Diminutiv erfuhr im Laufe der Zeit schnell eine Bedeutungsverschlechterung und so wurde es ab dem 13. Jahrhundert vorrangig für einfache, erfundene Erzählungen verwendet. Auch heute gibt es noch positive und negative Konnotationen in Bezug auf den Märchenbegriff. So erscheint die Vorstellung von Märchen einmal als „höhere Welt“ („So schön wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht“), aber auch als eine Welt des Unwahren („Erzähl mir doch keine Märchen“).
Rein wissenschaftlich betrachtet, zählen die Märchen nicht einfach nur zu einer besonderen Gattung von Erzählungen. Aus diesem Grund wird die Bedeutung enger gefasst. Die Volksmärchenforschung prägte diesbezüglich den Begriff der „eigentlichen Märchen“ (engl. ordinary folktales, franz. contes proprement dits) deren Schwerpunkt die „Zauber- und Wundermärchen“ (engl. tales of magic, franz. contes merveilleux) darstellen. Hierbei stehen allgemeine Empfindungen, wie Zauber, Wunder, Unwahrheit, Übernatürliches im Vordergrund, die aufgrund der starken Prägung oft als allgemeingültig für den Begriff der Märchen angesehen werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Verlust der Bedeutung des mündlichen Erzählens durch moderne Medientechnologien und stellt das Ziel vor, das Erzählen als kreative Methode im Französischunterricht wiederzubeleben.
2. Begriffsklärung Märchen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Märchen etymologisch sowie wissenschaftlich und differenziert zwischen Volks- und Kunstmärchen.
3. Es war einmal ... Die Geschichte des Märchens: Der historische Abriss betrachtet die Entwicklung des Märchens vom Altertum über das Mittelalter bis zur Neuzeit und dessen Verbreitung in Europa.
4. Märchentypen: Der Aarne-Thompson-Index: Hier wird die wissenschaftliche Typologisierung von Märchen anhand des international anerkannten Aarne-Thompson-Index sowie Ansätze von Vladimir Propp erläutert.
5. Aspekte der Märchenforschung: Dieser Abschnitt gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Disziplin der Märchenforschung, mit einem speziellen Fokus auf die französische Märchenforschung.
6. Das Märchen als transnationales Bindeglied: Das Kapitel verdeutlicht, wie Märchen als transkulturelle Erzählungen Grenzen überwinden und universelle menschliche Themen transportieren können.
7. Zur Didaktik des mündlichen Erzählens: Es wird die aktuelle Situation der Erzähldidaktik kritisch hinterfragt und eine Neukonzeption vorgeschlagen, die den Fokus auf das lebendige, authentische Sprechen legt.
8. Wie geht der Schüler als Erzähler mit sich selbst um?: Hier wird der Zusammenhang zwischen der Stärkung des Selbstwertgefühls und der Fähigkeit zum mündlichen Erzählen im Unterricht analysiert.
9. „Je ne sais pas raconter“ - soziale Hemmungen und soziale Ängste: Dieses Kapitel analysiert Ursachen für Sprechblockaden und soziale Ängste im Unterricht und leitet notwendige Rahmenbedingungen für eine angstfreie Erzählsituation ab.
10. Abbau von Ängsten durch Märchen: Basierend auf Bruno Bettelheim wird untersucht, inwieweit Märchen als Projektionsfläche dienen können, um kindliche Ängste und innere Konflikte aufzuarbeiten.
11. „Je sais raconter“ Erzählprojekt im Französischunterricht: Dies ist der praktische Teil, der die konkrete Planung einer Projektwoche vorstellt, welche das Ziel verfolgt, Hemmungen abzubauen und die Freude am Erzählen auf Französisch zu wecken.
12. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert die Arbeit und betont den Stellenwert des mündlichen Erzählens als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung und Sprachförderung.
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Die Arbeit befasst sich mit der Reintegration des mündlichen Erzählens als methodisches Instrument im Französischunterricht der Sekundarstufe II, um Sprachkompetenz und das psychische Wohlbefinden der Schüler zu fördern.
Die zentralen Felder sind die Märchenkunde, die Didaktik des mündlichen Sprechens, psychologische Aspekte wie Sprechangst und soziale Hemmungen sowie die praktische Implementierung dieser Themen in einem schulischen Projekt.
Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lehrer durch das Medium Märchen und gezielte Übungen zum mündlichen Erzählen die Hemmungen der Schüler abbauen und deren Selbstvertrauen stärken können.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur zu Märchenforschung und Erzähldidaktik sowie auf die Erstellung und Reflexion eines praktischen Lehrgangskonzepts für eine Projektwoche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung des Märchens und dessen Bedeutung, die Analyse der didaktischen Problematik des Sprechens im Unterricht und eine detaillierte Planung eines fünftägigen Erzählprojekts.
Wichtige Begriffe sind Erzählkompetenz, soziale Ängste, Didaktik, Märchen, Selbstwertgefühl, Projektorientierter Unterricht und Fremdsprachenerwerb.
Die Arbeit differenziert anhand von Kriterien wie mündlicher Tradition gegenüber fixierten, urheberrechtlich bekannten Autorentexten sowie stilistischen Merkmalen wie Struktur und Komplexität der Erzählung.
Viele Schüler leiden unter einem Leistungsdruck und der Angst vor Bewertung durch Lehrer oder Mitschüler, was dazu führt, dass sie ihre eigene Ausdrucksfähigkeit als unzureichend oder wenig erzählenswert empfinden.
Märchen fungieren nach der Theorie von Bruno Bettelheim als Projektionshilfe, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, eigene innere Konflikte und Ängste spielerisch und sicher innerhalb einer fiktiven Welt zu verarbeiten.
Die Projektwoche umfasst fünf Tage mit abwechslungsreichen Übungen zu Mimik, Gestik, Improvisation, Storytelling und dem kreativen Umgang mit Märchentexten, um schrittweise die Angst vor dem freien Sprechen abzubauen.
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